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COMPACT-Edition 1

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«Es darf kein Chaos

«Es darf kein Chaos zugelassen werden!» lich. Dass bestimmte Standards, die in den einen Ländern zur Anwendung kommen, nur schwer angewendet werden können in anderen Ländern, das ist auch eine Tatsache. Und basierend auf den fundamentalen Demokratieprinzipien müssen wir solche Instrumente ausarbeiten, die der überwiegenden Mehrheit der Menschen in unserem Lande es möglich machen, die Innen- und Außenpolitik zu beeinflussen. Das gilt für die Mehrheit und dass diese Mehrheit die Minderheiten respektiert und ihre Meinungen berücksichtigt. Wenn wir das ganze Haus unserer Innenpolitik, alle unsere staatlichen Institutionen auf diese Grundlage stellen werden, so glaube ich, könnten wir über einen Erfolg der Demokratie in Russland sprechen. Aber dass Russland sich auf diesem Wege befindet, dass Russland diesen Weg geht, ist eine offensichtliche Tatsache. Es reicht ja, zu schauen, was in der Sowjetunion gewesen ist und was bei uns momentan stattfindet, wie sich die Wirtschaft bei uns entwickelt, wie der politische Bereich vorankommt, wie sich alles entwickelt, was die Volksvertretung anbelangt. Der Unterschied ist ja kolossal. Oder wollen Sie, dass wir in zwei Jahrzehnten den Weg gegangen sind, den andere Staaten in 200, 300 oder 400 Jahren gegangen sind? Natürlich muss alles schrittweise stattfinden, Schritt für Schritt. Aber wir verstehen, wohin wir uns bewegen werden und wir werden von diesem Weg nicht abkommen. Dann erlaube ich mir zum Schluss noch eine persönliche Frage. Sie waren acht Jahre Präsident, sind dann ins Amt des Ministerpräsidenten gegangen. Jetzt läuft wieder eine sechsjährige Amtszeit. Gibt es einen persönlichen Plan? Wollen Sie so lange Präsident bleiben, wie es geht, wie Sie gewählt werden? Oder denken Sie manchmal über ein Leben danach nach? Ich glaube, wie ein jeder normaler Mensch, so bin ich auch. Ich gucke über einen bestimmten Horizont hinaus und ich bin kein langlebiger Politiker. Auch kein langlebiger europäischer Politiker. Es gibt in Europa Politiker, die viel länger als ich erste Plätze in der Politik inne hatten und viel länger gearbeitet haben, als ich momentan arbeite. In Europa, in Nordamerika, in Kanada. Aber ich hoffe sehr, dass nach dem Abschluss meiner politischen Tätigkeit, meiner staatlichen Tätigkeit, ich Möglichkeiten haben werde, auch anderen Fragen nachzukommen. Ich mag Literatur, ich mag Rechtswissenschaften. Und ich hoffe sehr, dass ich es schaffen werde, jetzt ein mal ohne konkrete Verbindung mit der politischen Arbeit, auch anderen gesellschaftlichen oder sportlichen Aktivitäten nachkommen zu können. Herr Präsident, vielen Dank für das Gespräch Ich bedanke mich. Ich bedanke mich auch. Quelle: nach tagesschau.de/ausland/putininterview104.pdf 70

«Die Identitäten der Völker erhalten» _ Rede auf dem Valdai-Forum am 19. September 2013 Das Valdai-Forum ist ein seit 2004 jährlich stattfindendes, internationales Diskussionsforum, bei dem sich bekannte Experten mit Russlands Außen- und Innenpolitik beschäftigen. Guten Tag, Freunde, meine Damen und Herren, ich hoffe, sie empfinden den Ort und den Zeitpunkt für Ihre Gespräche und für unser aller Treffen gut gewählt. Wir befinden uns hier im Zentrum Russlands, nicht im geografischen Zentrum, aber im spirituellen. Die Nowgorod-Region ist die Wiege der russischen Unabhängigkeit. Unsere hervorragenden Historiker haben das so analysiert und glauben, dass die einzelnen Elemente der russischen Eigenstaatlichkeit hier zusammen gekommen sind, in Anbetracht der Tatsache, dass zwei große Flüsse, Wolchow und Newa, zu der Zeit als Hauptorte der Kommunikation fungierten, beziehungsweise sie eine gemeinsame Nahrungsmittelquelle und auch Arbeitsstelle darstellten. Und es war genau hier, wo sich die russische Souveränität nach und nach zu entwickeln begann. Russlands neues Finanzzentrum Moskwa City. Foto: Dmitry A. Mottl; CCL 3.0 71

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