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COMPACT Edition 4 "Krieg und Frieden"

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Trumps Reden auf Deutsch

15. August 2016,

15. August 2016, Youngstown, Ohio zu stehen, und beschrieb Guantanamo Bay als «Rekrutierungswerkzeug für unsere Feinde». Womöglich war keine Rede von Präsident Obama so fehlgeleitet wie die, die er in Kairo 2009 an die muslimische Welt gerichtet hat. Im siegreichen Kalten Krieg hatte Präsident Ronald Reagan immer wieder die Überlegenheit der Freiheit über den Kommunismus herausgestellt und die UdSSR als Imperium des Bösen bezeichnet. Doch als Obama seine Rede in Kairo hielt, fehlte es an einem solchen moralischen Mut. Statt die Unterdrückung von Frauen und Homosexuellen, die systematische Verletzung von Menschenrechten oder die Finanzierung des globalen Terrorismus in vielen muslimischen Ländern zu verurteilen, versuchte Präsident Obama eine Gleichwertigkeit zwischen unserer und deren Menschenrechtssituation herzustellen. Seinen naiven Worten folgten noch naivere Taten. Es wurde versäumt, ein neues Abkommen über den Verbleib unserer Streitkräfte im Irak auszuhandeln. Der Truppenabzug war vom Wahlkampf bestimmt und hat unsere Erfolge in diesem Land zunichtegemacht und direkt zum Aufstieg des IS geführt. Die Niederlagen im Irak wurden durch das von Hillary Clinton angerichtete Desaster in Libyen verschlimmert. Präsident Obama sagte seither, Libyen sei sein schlimmster Fehler gewesen. Dem damaligen Verteidigungsminister Robert Gates zufolge war die Entscheidung für den Einmarsch in Libyen fast 50:50, doch Hillary Clintons energische Befürwortung der Intervention entschied am Ende. Mit einer ganzen Serie von Fehlentscheidungen hat Hillary Clintons Politik den IS auf die Welt losgelassen. (…) Keine Demokratieexporte mehr Es ist Zeit für eine neue Herangehensweise. Unsere derzeitige Strategie des Aufbaus demokratischer Nationen und der Regimewechsel ist erwiesenermaßen ein Fehlschlag. Wir selbst haben das Vakuum erzeugt, in dem Terroristen wachsen und gedeihen konnten. Ich war von Anfang an ein Gegner des Irak-Kriegs – ein Riesenunterschied zwischen mir und meiner Kontrahentin. Obwohl ich nur ein Privatmann war, dessen persönliche Meinungen zu solchen Dingen nicht gefragt waren, habe ich dennoch öffentlich meine persönlichen Zweifel an der Invasion zum Ausdruck gebracht. Drei Monate vor dem Einmarsch habe ich in einem Gespräch mit Neil Cavuto – dem ich alles Gute und eine schnelle Genesung wünsche – gesagt, «dass wir es vielleicht besser noch nicht tun sollten» und die «Wirtschaft ein viel größeres Problem ist». 44 Im August 2004, zu Beginn des Krieges, habe ich dem Esquire-Magazin gegenüber ein detailliertes Statement abgegeben. Hier ist das Zitat in voller Länge: «Seht Euch den Krieg im Irak und das Chaos an, in dem wir stecken. Ich wäre das so niemals angegangen. Glaubt irgendjemand wirklich, dass der Irak eine wunderbare Demokratie werden wird, in der die Menschen zur Wahlkabine gehen und sanft ihre Stimmzettel in die Urne werfen werden, und der Sieger dann fröhlich das Land führen wird? Im Ernst? Zwei Minuten nachdem wir weg sind, wird es einen Umsturz geben, und der mieseste, härteste, gerissenste und teuflischste Typ wird die Macht übernehmen. Und er wird die Massenvernichtungswaffen haben, die Saddam nicht hatte. Was war der Sinn dieser ganzen Sache? Hunderte junger Menschen wurden getötet. Und was ist mit den Leuten, die ohne Arme und Beine zurückkehren? Ganz zu schwiegen von der anderen Seite. All die irakischen Kinder, die in kleine Stücke zerfetzt wurden. Dann stellt sich heraus, dass alle Kriegsgründe absolut falsch waren. All das für nichts.» (…)

15. August 2016, Youngstown, Ohio Saudi-Arabiens König Abdullah verlieh 2014 Barack Obama eine Auszeichnung. Foto: US Embassy Riyadh, Public domain, Wikimedia // Bild rechts: Der Clinton-Assistentin Huma Abedin werden Kontakte zur Muslimbruderschaft nachgesagt. Foto: Joseph Sohm / Shutterstock.com Ein weiterer Punkt dazu: Ich habe schon vor langer Zeit gesagt, dass wir das irakische Öl hätten behalten sollen – ein weiterer Bereich, in dem sich mein Urteil als zutreffend erwiesen hat. Laut CNN hat der IS allein im Jahr 2014 über 500 Millionen Dollar durch den Verkauf von Öl verdient und somit die eigene Terrorherrschaft finanziert. Wenn wir die Kontrolle über das Öl gehabt hätten, dann hätten wir den Aufstieg des IS im Irak stoppen können. (…) Es lag in der Natur dieses Vorschlags, dass Soldaten an Ort und Stelle geblieben wären, um unsere Vermögenswerte zu sichern. Früher war es so, dass, wenn ein Krieg gewonnen war, dem Sieger auch die Beute gehörte. Doch alles, was wir im Irak und durch unsere Abenteuer im Nahen Osten gewonnen haben, waren Tod, Zerstörung und enorme finanzielle Verluste. Aber nun ist es an der Zeit, die Fehler der Vergangenheit hinter uns zu lassen und einen neuen Kurs einzuschlagen. Falls ich Präsident werde, dann wird die Ära des Aufbaus demokratischer Nationen beendet sein. Unsere neue Zielsetzung, die sowohl von beiden Parteien Amerikas als auch von unseren Alliierten in Übersee und unseren Freunden im Nahen Osten getragen werden muss, kann nur sein, die Ausbreitung des radikalen Islams zu stoppen. Vereint gegen Islamofaschisten Alle Handlungen sollten sich an diesem Ziel orientieren, und jedes Land, das dieses Ziel mit uns verfolgt, wird unser Verbündeter sein. Unsere Freunde können wir uns nicht immer aussuchen, doch unsere Feinde zu erkennen, das dürfen wir niemals versäumen. Als Präsident werde ich eine internationale Konferenz einberufen, die sich auf dieses Ziel konzentriert. Wir werden Seite an Seite mit unseren Freunden im Nahen Osten arbeiten, unser engster Verbündeter, Israel, eingeschlossen. Wir werden mit König Abdullah von Jordanien und Präsident Sisi in Ägypten und allen anderen zusammenarbeiten, die erkennen, dass diese Ideologie des Todes vernichtet werden muss. Auch werden wir in dieser Mission eng mit der NATO kooperieren. Ich habe unlängst erklärt, dass die NATO obsolet sei, weil sie es nicht vermochte, adäquat auf den Terrorismus zu reagieren. Seit meinen Bemerkungen haben sie ihre Strategie gewandelt und jetzt eine neue Abteilung gegründet, 45

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