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COMPACT Edition 4 "Krieg und Frieden"

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Trumps Reden auf Deutsch

Einführung Trump –

Einführung Trump – endlich auf Deutsch! _ von Jürgen Elsässer In dieser COMPACT-Edition kann man die großen Reden von Donald Trump zum ersten Mal auf Deutsch lesen. Unsere Bürger sollen sich endlich selbst ein Bild machen können von dem Politiker, den unsere Leitmedien mittlerweile in ähnlicher Weise dämonisieren wie Wladimir Putin. Immerhin ist er nun der Präsident der weltweit stärksten Macht – und des immer noch wichtigsten Verbündeten der Bundesrepublik! Dass Journalisten, die noch bis vor Kurzem jede Kritik an der US- Politik als Antiamerikanismus verunglimpften, mittlerweile selbst dieses Ressentiment bedienen, ist jedenfalls ein Treppenwitz der Geschichte. Man mag zu Trump politisch stehen, wie man will, und ich möchte dem Urteil unserer geschätzten Leser nicht vorgreifen. Aber dass die nähere Beschäftigung mit dem neuen Mann im Weißen Haus immerhin die Mühe lohnt, wird bei der Lektüre der folgenden knapp 120 Seiten schnell deutlich: Hier kommt einer, der sich von den Politikern, die bisher im Westen das Sagen hatten, fundamental unterscheidet. Im Unterschied zu deren aalglatter Rhetorik mit ihren vorgestanzten Worthülsen und Leerformeln spricht er in der Regel ohne Manuskript oder gar Teleprompter – frei von der Leber weg. Sein Reden sind inhaltlich stringent, aber im Ablauf nicht betoniert – er wiederholt Sätze, macht Pausen, greift Anregungen aus der Menge auf und schert sich einen Teufel um die Vorschriften der Politischen Korrektheit. Bisweilen setzt er sich salopp über die Regeln von Satzbau und Grammatik hinweg – was die Arbeit unserer Übersetzer nicht gerade einfacher machte. Aber seine Anhänger – darunter ein erheblicher Teil, der in den letzten Jahrzehnten gar nicht mehr wählen ging – verstehen ihn gerade deswegen umso besser: So spricht das Volk. Er benutzt ihre Worte, formuliert ihre Träume – und seine Fehler sind ihre Fehler. Faszinierend ist auch die inhaltliche Mischung, die er verkörpert. Obwohl seine Partei, die Republikaner, im Vergleich mit den Demokraten als rechts gilt, hat er viele Forderungen zu seinem Herzensanliegen gemacht, die bisher von linksaußen thematisiert wurden: den Stopp von Freihandelsabkommen wie TTP und TTIP; Strafmaßnahmen gegen Großkonzerne, die Arbeitsplätze in Billiglohnländer verlagern; den militärischen Rückzug aus unsinnigen Konflikten auf anderen Kontinenten. In der Kritik an der «obsoleten» NATO ist er so weit gegangen wie hierzulande nur Sahra Wagenknecht. Und wer ihn islamfeindlich und rassistisch nennt, dürfte durch vieles, was im Folgenden zu lesen ist, ins Grübeln kommen. 8 Ob diese völlig neue Art, Politik zu machen, Erfolg haben wird, ist schwer vorherzusehen – Trump hat viele mächtige Feinde und viele falsche Freunde, auch in seiner eigenen Partei. Aber da das Establishment von Barack Obama bis Angela Merkel so krachend gescheitert ist, sollte man ihm zumindest eine faire Chance geben. Dass Ihnen diese Chance ein traditionell US-kritisches Magazin wie COMPACT eröffnet und nicht der – in den Zeiten vor Trump – amerikanistische Medien-Mainstream, wirft ein Schlaglicht auf den Zustand der Meinungsfreiheit in unserem Land.

16. Juni 2015, New York City «Die USA sind zur Müllkippe für die Probleme anderer geworden» _ Ankündigung der Kandidatur am 16. Juni 2015 in New York City Es ist toll, im Trump Tower zu sein. Es ist toll, in einer wunderbaren Stadt zu sein, New York. Und es ist eine Ehre, alle hier zu haben. Das liegt jenseits aller Vorstellungskraft. So eine Menschenmenge hat’s noch nicht gegeben. (…) Unser Land ist in ernsten Schwierigkeiten. Wir erleben keine Triumphe mehr. Die hatten wir mal, aber das ist vorbei. Wann war das letzte Mal, dass wir jemanden, sagen wir China, im Handel geschlagen haben? Die machen uns fertig! Ich besiege China die ganze Zeit. Wann haben wir Japan in irgendwas geschlagen? Die schicken uns ihre Autos millionenfach ins Land, und was tun wir? Wann habt Ihr das letzte Mal einen Chevrolet in Tokio gesehen? Es gibt sie nicht, Leute. Wann behaupten wir uns gegen Mexiko an der Grenze? Die lachen über unsere Dummheit. Und jetzt schlagen sie uns noch wirtschaftlich. Das sind nicht unsere Freunde, glaubt mir. Wirtschaftlich machen die uns fertig. Die USA sind zur Müllkippe für die Probleme anderer geworden. Danke. Das stimmt. Das ist die Realität. Wenn Mexiko seine Leute rüberschickt, dann sind das nicht ihre Besten. Die schicken nicht Leute wie Euch. Die schicken Menschen, die viele Probleme haben, und die bringen sie mit zu uns. Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger. Ein paar von denen sind in Ordnung, nehme ich an. Aber wenn ich mit Grenzschutzbeamten rede, sagen die uns, wer rüberkommt. Und das sagt einem doch der gesunde Menschenverstand: Die schicken uns keine geeigneten Leute. Und das betrifft nicht nur Mexiko. Die kommen aus ganz Süd- und Lateinamerika und wahrscheinlich auch aus dem Nahen Osten. Aber wir wissen es nicht, weil wir keinen Schutz haben und keine Kompetenz. Wir wissen nicht, was passiert, und das muss aufhören, und zwar ganz schnell. Der islamische Terrorismus frisst große Teile des Nahen Ostens. Die werden reich. Ich stehe mit denen in Konkurrenz. Die haben gerade ein Hotel in Syrien gebaut, könnt Ihr Euch das vorstellen? Die haben ein Hotel gebaut. Wenn ich ein Hotel baue, dann muss ich Zinsen zahlen. Aber die müssen das nicht, weil sie sich das Öl geschnappt haben. Als wir den Irak verlassen haben, hab’ ich gesagt, dass wir uns das holen sollten. Also jetzt hat der IS [Islamischer Staat] das Öl. Und was die nicht haben, hat der Iran. Und ich sage Euch, vor vielen Jahren hab’ ich gewarnt – und das, obwohl ich das Militär liebe, und ich möchte das stärkste Militär haben, das wir je hatten, denn wir brauchen es jetzt mehr als jemals zuvor –: «Greift nicht den Irak an!» Das wird den Nahen Osten komplett destabilisieren. Der Iran wird das Ruder übernehmen. Iran und andere werden das Öl kriegen. Und wie sich herausstellte, übernimmt der Iran jetzt den Irak. Denkt mal drüber nach. Der Iran übernimmt den Irak, und zwar in ganz großem Stil. 9

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