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COMPACT-Geschichte

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Beschreibung der Deutschen Geschichte

COMPACTGeschichte Die neuen Herren des Abendlandes _ 3. Kapitel Italien war Sehnsuchtsort und Schicksalsland der Staufer-Kaiser. Doch die Nachfolger von Friedrich «Barbarossa» verspielten ihre deutsche Mission und führten das Reich in die territoriale Zersplitterung. Friedrich II. beim Empfang einer arabischen Delegation in Palermo 1230 auf einem Gemälde von Arthur von Ramberg (1819–1875). Insgesamt 28 seiner 38 Regierungsjahre verbrachte der Kaiser in Italien. Bild: picture-alliance / akg-images Das Reich bekam seinen Mittelpunkt in Goslar. Der Weihnachtstag des Jahres 1046 gehört zu den Höhepunkten deutscher Geschichte. Papst Clemens II., ehemals Suidger von Bamberg, krönte in der Petersbasilika Heinrich III. zum Römischen Kaiser. Kurz zuvor hatte es in Rom noch drei einander bekämpfende Päpste gegeben, die sich von ihren jeweiligen Residenzen (Sankt Peter, Lateran und Santa Maria Maggiore) aus gegenseitig mit dem Bannfluch belegten. Dieser der Christenheit zur Schande gereichenden Tatsache hatte der 29-jährige Kaiser ein Ende gesetzt und damit auch die gefährlichste Kirchenspaltung des Abendlandes verhindert. Er war mit großer Heeresmacht in das Sündenbabel Rom eingerückt, wo das öffentliche Leben so entscheidend von den Mätressen der Päpste beherrscht wurde, dass man von «Pornokratie» (Hurenherrschaft) sprach. Auf der Synode zu Sutri ließ Heinrich die drei keifenden Päpste absetzen. An ihre Stelle trat der Deutsche Suidger, den in seiner Keuschheit das römische Treiben so entsetzte, dass Heinrich ihn fast gewaltsam auf den Stuhl Petri nötigen musste. «Wie unser Heiland hat er die Tische der Krämer umgestürzt und sie zum Tempel hinausgejagt, um den geweihten Platz für einen echten Nachfolger freizumachen», freute sich schon der zeitgenössische Abt Petrus Damiani. 22 Heinrich III. und seine Gemahlin Agnes vor der thronenden Maria und dem Dom zu Speyer. Bild: Public domain, Wikimedia Commons Das Kaisertum Ottos des Großen steigerte Heinrich III. zur höchsten Blüte und hielt es unerschütterlich fest. Er war der letzte Kaiser, dessen Autorität alle einheimischen Fürsten uneingeschränkt respektierten. Von großem Weitsinn zeugt sein Versuch, dem Reich einen politischen Mittelpunkt, eine Art Hauptstadt, zu geben. Er ließ die Stadt Goslar im Harz mit einer großartigen Pfalzburg ausstatten und leitete von hier aus die Geschicke Europas. Seine Wahl war auf Goslar gefallen, weil in der Nähe im Rammelsberg die größten Silbervorkommen des Landes geschürft wurden, was Heinrichs Zahlungsfähigkeit sicherte. Erst nach seinem frühen Tod (er starb 1056 mit 39 Jahren an der Gicht) begann allmählich die Krise des römisch-deutschen Reiches. Die beherrschende Idee mittelalterlicher Jahrhunderte waren nicht Volkstum oder nationaler Staat, sondern christlicher Universalismus, und die-

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