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COMPACT-Geschichte

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Beschreibung der Deutschen Geschichte

COMPACTGeschichte Das Regnum Teutonicum entsteht _ 1. Kapitel Das Erbe Karls des Großen wird großzügig verteilt, man erprobt neue Sprachen. Deutschlands erste Einheit kommt 955 auf dem Schlachtfeld zustande – ewiges Verdienst des großen Kaisers Otto I. Deutschlands Geschichte mit Hermann dem Cherusker und der Schlacht im Teutoburger Wald einzuleiten, besitzt durchaus Reiz. Es wäre aber genauso unsinnig, wie Italiens Historie mit den Zwillingen Romulus und Remus zu beginnen. Zwischen Germanen und Deutschen sowie Römern und Italienern gibt es ein ungefähres territoriales Bindeglied, eine rudimentäre sprachliche Verwandtschaft, aber mehr nicht. Auch wissen wir wenig Genaues über unsere angeblich so trinkfesten und streitlustigen Vorfahren. Was etwa der römische Historiker Cornelius Tacitus in seiner Germania vor 2000 Jahren niederschrieb, beruhte großenteils auf Hörensagen. Ebenso diffus bleiben Autoren wie der Reiseschriftsteller Strabon, der zu eben jener Zeit notierte, die Germanen würden sich «durch den höheren Grad an Wildheit, Körpergröße und Blondheit» von anderen Völkerstämmen unterscheiden! Konrad I. (um 881–918), hier dargestellt von Karl Ballenberger 1836, war ab 906 Herzog von Franken und von 911 bis 918 König des Ostfrankenreichs. Bild: picture alliance / akg-images Der Name «Germani» wird erstmals in den Fasti capitolini, einem römischen Beamtenregister aus dem Jahre 222 v. Chr. erwähnt. Er stammt aus der keltischen Sprache und kann am wahrscheinlichsten als «Bewohner eines Waldlandes» gedeutet werden. So nannten die Gallier ihre Nachbarn rechts des Rheins, weil diese nicht in Städten, sondern in waldumstandenen Einzelgehöften wohnten. Die Vandalen stehen fälschlich für Vandalismus. 6 In der Schlacht auf dem Lechfeld am 10. August 955 vertrieb Otto der Große die eingefallenen Ungarn. Hier dargestellt von Michael Echter 1860. Bild: picture-alliance / akg-images Von den Germanen haben sich bis heute nur einige charakteristische Bezeichnungen im kollektiven Gedächtnis gehalten. So blieb vom Treiben der Ost- und Westgoten immerhin ein Kunststil namens «Gotik» erhalten, ein Terminus, der Anfang des 18. Jahrhunderts geprägt wurde. Und von dem germanischen Volk der Vandalen stammen Begriffe wie «Vandalismus» oder «Vandalentum» als Synonym für rohe, sinnlose Zerstörungen. Nun haben zwar die Vandalen im Jahre 455 n. Chr. Rom geplündert, benahmen sich dabei aber weder grausamer noch gewalttätiger als vor ihnen die Gallier und

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