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COMPACT-Magazin 01-2017

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Merkels letzter Kampf

Pizza, Pornos und

Pizza, Pornos und Podesta _ von Marc Dassen 40 Ist Hillary Clintons Wahlkampfmanager in einen Kindersex-Ring verwickelt? Die Mainstream-Medien blocken ab – alles «Fake News», Falschmeldungen. Doch bestimmte Begriffe, die immer wieder in E-Mails auftauchen, sind als Code-Wörter der pädokriminellen Szene bekannt. Auf dem Buffet lag eine Frau in einer blutähnlichen Flüssigkeit. «Im Internet kursiert eine Verschwörungstheorie», lästert der Spiegel am 5. Dezember auf seiner Webseite. Danach ist die unscheinbare Washingtoner Pizzeria Comet Ping Pong «in Wahrheit die Schaltzentrale eines Kinderpornorings». Doch es geht noch weiter: «Die Köpfe» dieses Rings von Menschenhändlern seien «Hillary Clinton (…) und ihr Kampagnenchef John Podesta». Für den Spiegel ist das alles Humbug, und der Leser muss das glauben, denn das Blatt liefert keine Hintergrundinformationen. Dass zum Beispiel FBI-Agent Joseph S. Campbell als Leiter eines Ermittlerteams im BBC-Interview am 28. Juli 2015 von mittlerweile «epidemischen» Ausmaßen des Kindesmissbrauchs in den USA sprach, in die auch höchste Kreise verwickelt seien, erfährt der Leser nicht. Ebenso wenig, dass Ende 2014 mit Terrence P. Bean ein Mann wegen mehrfachen Kindesmissbrauchs und Sodomie angeklagt wurde, der 2012 einer der größten Spender des Obama-Wahlkampfes war. Das Gericht sprach ihn frei, weil das Opfer die Aussage verweigerte. Die Associated Press berichtete damals, es habe einen Deal gegeben, der Bean angeblich 200.000 Dollar gekostet hat. All das erfährt der Spiegel-Leser nicht. Die ganze Geschichte firmiert für das einst investigative Magazin nur unter der Rubrik «Gerücht»: Die Polizei habe längst mitgeteilt, dass Pizzagate «jeder Grundlage entbehrt». Die Inhalte der derzeitigen Berichterstattung geben US-Zeitungen wie Washington Post oder New York Times vor, die an der Untersuchung der Vorwürfe nicht interessiert sind, dafür aber eindringlich vor den Folgen falscher Meldungen, sogenannter Fake News, warnen. Deutsche Massenmedien übernehmen das kritiklos. Die Süddeutsche beklagt die «Wucht der Lüge» und erfindet den Superlativ der «erfundenen Gerüchte». In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 6. Dezember wird Pizzagate unter der Überschrift «Gefühlte Wahrheiten» abgehandelt. Tausende Podesta-Mails seien von Wikileaks-Gründer Julian Assange «im Auftrag des Kreml» als Teil einer Diffamierungskampagne gegen Clinton abgeschöpft worden, heißt es.

COMPACT Politik Podestas Karriere als politischer Strippenzieher begann 1978 als Parlamentsmitarbeiter. Derzeit ist er Vorsitzender der Denkfabrik Center for American Progress. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com Im Lolita-Express Der Pizzagate-Skandal kam ins Rollen, als eine Mail von Marina Abramovic – einer hochdekorierten «Performance-Künstlerin» – in John Podestas Posteingang entdeckt wurde. Abramovic hatte ihn und seinen Bruder am 28. Juni 2015 in ihr Privathaus zu einem sogenannten Spirit-Cooking eingeladen, das man als okkult-satanisches Ritual bezeichnen könnte. Ihre künstlerischen Darbietungen setzen auf literweise Kunstblut, obszöne Botschaften, Gedärme und Knochen, die dekorativ drapiert werden. Auf dem Buffet lag – den öffentlich gewordenen Bildern nach zu urteilen – eine Frau in einem mit blutfarbener Flüssigkeit gefüllten Behälter, während die Gäste – darunter nicht nur Politiker, sondern auch Prominente wie Lady Gaga – die rot-bräunliche Pampe begierig von ihrem nackten Körper löffelten. Epstein unternommen haben. Auf dessen privater «Orgien-Insel» (New York Post) in der Karibik hatte sich der Jetset zu Partys mit Minderjährigen einfliegen lassen – Prinz Andrew musste deswegen angeblich sogar bei der Queen vorsprechen, bestreitet aber weiterhin die Vorwürfe. Epstein wurde 2008 zu einer Haftstrafe verurteilt, die mit 18 Monaten nur deswegen vergleichsweise milde ausfiel, weil ihm nur ein Fall nachgewiesen werden konnte. «Ich bin kein Sex-Raubtier. Ich bin ein Sex-Sünder. Das ist der Unterschied zwischen einem Mörder und einer Person, die ein Brötchen stiehlt», brachte er laut US- Medien zu seiner Verteidigung vor. Nach seinem Wahlsieg 2008 ernannte Obama Podesta zum Leiter seines Übergangsteams und 2013 zum Berater des Weißen Hauses, bevor dieser 2015 als Chefstratege für Hillarys Wahlkampf gebraucht wurde. Heute leitet er gemeinsam mit seinem Bruder Anthony («Tony») den Lobbyisten- Verband Podesta Group und ist Vorsitzender der US-Denkfabrik Center for American Progress (CAP). Der Sender Bloomberg bezeichnete Tony einmal als «Washingtons Super-Lobbyisten». Das Pädo-Pizza-Puzzle Neben Auslassungen über innen- und außenpolitische Befindlichkeiten, Spam und Belanglosem tauchen in John Podestas Korrespondenz immer wieder merkwürdige und zum Teil unverständliche Botschaften auf, die sich meist um verschiedene Speisen drehen. Ähnlich wie bei dem sogenannten «Hanky- Code» (Taschentuch-Code), der sexuelle Vorlieben in der Schwulenszene mit Farben signalisiert, handelt es sich hier um verschlüsselte Botschaften, wie sie laut dem Gay Slang Dictionary oder dem Polari- Handbuch von Szenekenner Paul Baker im Schwulen- und Sadomaso-Milieu gebräuchlich sind (siehe Infobox Seite 42). Laut urbandictionary.com steht Alles über die dunkle Vergangenheit der Grünen steht in COMPACT 7/2015. Foto: COMPACT «Ich bin kein Sex- Raubtier. Ich bin ein Sex-Sünder.» Jeffrey Epstein In der Comet-Ping-Pong-Pizzeria soll nicht nur belegter Hefeteig nach italienischer Art auf der Karte stehen. Foto: picture alliance / AP Photo Podesta war von 1998 bis 2001 Stabschef des Weißen Hauses unter Bill Clinton. Randnotiz: Der Ex-Präsident, so schreibt sogar der Mainstream, soll zwischen 2001 und 2003 insgesamt 26 mal Spritztouren im Privatjet – genannt Lolita Express – des verurteilten Pädokriminellen und Milliardärs Jeffrey 41

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