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COMPACT-Magazin 01-2017

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Merkels letzter Kampf

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COMPACT Politik Die Codes der Kinderschänder Hotdog | Junge Pizza | Mädchen Käse | kleines Mädchen Nudeln | kleiner Junge Eiscreme | männlicher Prostituierter Walnuss | Farbiger Karte | Samenflüssigkeit Sauce | Orgie Die Codes werden unter anderem entschlüsselt in: Urbandictionary, Onlineslangdictionary, Gay Slang Dictionary, Paul Baker, Fantabulosa – A dictionary of Polari and Gay Slang (2004). Pizzabäcker für die Elite: James Alefantis. Foto: Screenshot GQ Zwei Genussmenschen? Jeffrey Epstein und Bill Clinton. Fotos: Reuters, Evan Guest, CC BY 2.0, flickr. com zum Beispiel «Käsepizza» in einschlägigen Kreisen für Kinderpornographie. Der Film Chicken Hawk von 1994 – eine Produktion von NAMBLA (North American Man/Boy Love Association) – zeigt den Gebrauch solcher Codeworte ebenfalls sehr eindeutig. Erste Spuren dieser Chiffrierung finden sich bereits in Nachrichten des Stratfor-Strategen Fred Burton, der im Mai 2009 an seinen Präsidenten Don Kuykendall schrieb: «Ich denke, Obama hat vor Kurzem ungefähr 65.000 Dollar aus Steuergeldern ausgegeben, um sich Pizzen und Hot-Dogs einfliegen zu lassen für Privatpartys im Weißen Haus; ich gehe davon aus, wir nutzen dieselben Kanäle?» Dieser Satz macht nicht den geringsten Sinn – es sei denn, hier wäre von etwas anderem die Rede, das eingeflogen wurde, nämlich von Prostitutierten. Ein Kollege mit Namen Aaric Eisenstein konnte den «Chicago Hot Dog Friday» kaum erwarten und antwortete: «Wenn wir dieselben ”Kellnerinnen” kriegen, bin ich voll dabei.» Am 11. April 2015 erhält John Podesta eine Mail von Jim Steyer, seines Zeichens Kinderrechtsanwalt und Jugendschutz-Aktivist, in der er ihn spöttisch fragt, ob «Walnuss-Sauce zu Nudeln» wirklich die beste Wahl sei. Diese Zusammenstellung spricht entweder für den schlechten Geschmack der Amerikaner – oder verweist auf eine Orgie («Sauce») mit Farbigen («Walnuss»), bei der kleine Jungs («Nudeln») missbraucht werden. Codewörter wie Pizza, Käse und Nudeln tauchen immer wieder in den vielen Dutzend E-Mails auf, die Wikileaks veröffentlicht hat. Alles Zufälle? Entlarvend ist jedenfalls, dass Tony Podesta am 1. Juni 2015 dem japanischen Botschafter Masahiko Horie schrieb, er habe über 50 Jahre lang Kontakt gehalten mit «alten Freunden wie Dennis Hastert». Der Republikaner war bis 2007 Mitglied des Repräsentantenhauses und wurde Mitte 2015 der mehrfachen Vergewaltigung minderjähriger Jungen überführt. Ein Jahr später musste er für 15 Monate ins Gefängnis. Nicht für die Missbräuche, die waren längst verjährt, sondern wegen Verstößen gegen das Bankgesetz, die er im Zuge seiner Schweigegeldzahlung von 3,5 Millionen Dollar an ein Opfer begangen hatte. Wie weit sich die Interessensfelder der Podestas bereits herumgesprochen haben, zeigt die Mail des Goldman-Sachs-Angestellten und ehemaligen Regierungsberaters Jake Siewert, welche er kurz nach Hasterts Anklage Ende Mai 2015 verfasst hat. Er schrieb ohne Umschweife an John Podesta: «Könnte sein, dass es Zeit ist für Denny [Dennis Hastert], auf eine unbekannte japanische Insel zu verschwinden.» Die Fotogalerie des Pizzabäckers Dass die Podesta-Brüder des Öfteren in der nun im Fokus der Debatte stehenden Comet Ping Pong Pizzeria zu Gast waren und dort sogar Spendengalas veranstaltet haben, ist kein Geheimnis. Hillary Clinton schrieb sogar einen persönlichen Dankesbrief an den Wirt Alefantis, den «lieben James». Öffentlich zugängliche Fotos zeigen die Podesta-Brüder und Alefantis Arm in Arm. Selbst Barack Obama schwang bei ihm schon den Ping-Pong-Schläger. Das Bild zeigt ein kleines Kind, dessen Arme mit Klebeband an einen Tisch gefesselt sind. Der Pizzabäcker hat es weit gebracht. Das Männermagazin GQ bezeichnete ihn 2012 als «Bonvivant» (deutsch: Lebemann) und führte ihn auf Platz 49 der einflussreichsten Männer Washingtons. Auf dem Instagram-Account des Gastronomen «jimmycomet» finden sich allerhand zweideutige bis widerliche Fotos und pornografische Illustrationen. Darunter ist das Bild eines kleinen Kindes, dessen Arme mit Klebeband an einen Tisch gefesselt sind, was in dem anfangs erwähnten FAZ-Artikel in der Kategorie «heitere Schnappschüsse» abgehandelt wird... Auf einem anderen Foto stehen zwei leicht bekleideten Herren neben einem dritten, der ein T-Shirt mit der Aufschrift: «J’❤ l’enfant» (deutsch: «Ich liebe das Kind») trägt. Ein Bild, das eine Babypuppe und ein Preisschild mit der Aufschrift: «Deutsches Baby 1.200 $», zeigt, hat er mit der Bemerkung «total überteuert» versehen. 42 Noch bizarrer ist ein anderer Post, der offenbar einen leeren Kühlraum zeigt. «Killroom» (Tötungskammer) schreibt einer in der Kommentarspalte. Unser Pizzabäcker Alefantis antwortet im gleichen Geiste: «#murder».

COMPACT Dossier Dossier _ Seite 44-51 Freiburg ist überall Der Mord eines Asylanten an einer 19-Jährigen hat die einst lebenslustige Stadt in Südbaden tief getroffen. Die Politik übt sich, wie nach der Kölner Silvesternacht, in Verharmlosungen – obwohl die Angriffe von Migranten auf Frauen im ganzen Land ein erschreckendes Niveau erreicht haben. Foto: picture alliance / maxppp 43

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