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COMPACT-Magazin 02-2017

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Jung, wild, patriotisch

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COMPACT Politik Der schwäbische Sisyphos _ von Bastienne Erdmann Politisches Wunderkind, Supertalent, Rathausrebell, Enfant terrible und Rechtsaußen – Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat sich über die Stadtgrenzen hinaus viele Namen gemacht. Was will der eigentlich bei den Grünen? Ist dieser Mann tatsächlich in derselben Partei wie Claudia Roth? Als Boris Palmer auf dem Höhepunkt der Asylanten-Invasion das Wort «Obergrenze» in den Mund nahm, forderten die Nachwuchsgrünen den Parteiausschluss, und selbst der schwäbische Ministerpräsident Winfried Kretschmann maßregelte seinen langjährigen Kronprinzen. Für die grüne Basis und viele Spitzenfunktionäre sei Palmer «die Inkarnation des Bösen, eine Art ”Donald Trump”, der den grünen Geist verrät», behauptete das Debattenmagazin The European im November. Im grünen Waziristan Palmer, der am 28. Mai seinen 45. Geburtstag feiert, wurde Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen, als er vor zehn Jahren überraschend die SPD-Konkurrenz gleich im ersten Wahlgang hinter sich ließ. Die 50,4 Prozent von 2007 baute er 2014 auf 61,7 Prozent aus. Die Mehrheit der 90.000 Einwohner der Neckaridylle honorierten das Wirtschaftswachstum, den schuldenfreien Haushalt, den Ausbau der Kinderbetreuung und sein elektrisches Dienstfahrrad als Pluspunkte des Rathauschefs. «Alles, was wir Grünen wollen, kann man in Tübingen besichtigen», sagte Palmer einmal der Süddeutschen Zeitung. «Und dann wird man von seiner eigenen Partei wie ein Waldschrat aus der Provinz behandelt.» Das Interview ist vom April 2014. Damals eckte er wegen deutlicher Worte nach dem desaströsen grünen Bundestagswahlergebnis 2013 an. «Die Niederlage ist selbstverschuldet», hatte der Einserabiturient und studierte Mathematiker im September 2013 im Spiegel analysiert. In erster Linie sei die Steuerdebatte für das Acht-Prozent- Debakel verantwortlich, außerdem der Pädophilie- Skandal und die Veggie-Day-Schnapsidee. Der grüne Linkskurs habe «Mittelstand und Mittelschicht verstört», erklärte Palmer an anderer Stelle. Solche Äußerungen nahm man ihm übel – vor allem der linke Flügel, der ihn schon 2012 aus dem Parteirat gekickt hatte. Dass Ex-Bundesumweltminister Jürgen Trittin Baden-Württemberg «Waziristan der Grünen» nannte, zeichnete die Süddeutsche im Oktober 2014 auf. «Das Ländle, eine ferne Bergregion, Heimstatt der Taliban? Bestimmt hatte Trittin nicht zuletzt Palmer im Sinn.» Vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister von Tübingen war Palmer Landtagsabgeordneter in Baden- Württemberg und OB-Kandidat in Stuttgart. Foto: picture alliance / Pressefoto Ulmer/Markus Ulmer «…eine Art Donald Trump, der den grünen Geist verrät». The European _ Bastienne Erdmann ist Redakteurin der Zeitschrift «Umwelt & Aktiv». 29

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