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COMPACT-Magazin 03-2017

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Schulz wird Merkel

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COMPACT Politik 30 Bild links: Wie war das mit dem herrschaftsfreien Diskurs? Antifanten attackieren André Poggenburg im Januar an der Uni Magdeburg. Foto: Screenshot Youtube Bild rechts: Das ist der falsche Arm, liebe Kurier-Kollegen. Foto: Berliner Kurier Bild Seite 31: Die Tagesschau macht Stimmung. Foto: Screenshot ARD Ein Hauch von Heinrich Himmler huschte über den Bildschirm. So titelte das «Wochenmagazin für die junge Elite» im April 2016. Foto: FAZ Woche Die Zwangsarbeit-Lüge Die Entrüstung der Katharina Nocun sprang aus jedem Buchstaben. «#HartzIV war gestern: Die #AfD BaWü fordert jetzt Zwangsarbeit unter Mindestlohn für Langzeitarbeitslose», twitterte die einstige Piratenpolitikerin, die bereits für den Lobbyistenverein Campact gearbeitet hat, Ende Januar 2016. Anlass für ihren sozialpolitischen Aufschrei fand die 29-Jährige eigenen Angaben zufolge im Wahlprogramm der Südwest-Alternative. «Und wehe dem, der arbeitslos wird», zeigte sich der Stern daraufhin alarmiert. Der Onlinepranger Netz gegen Nazis – seines Zeichens Medienpartner der Zeit – orakelte über die Pläne: «Möglicherweise das undurchsichtigste Projekt.» Doch was hatte die AfD wirklich gefordert? Tatsächlich beschrieb das Wahlprogramm ein Pilotprojekt «Bürgerarbeit statt Hartz IV». Darunter ist «die Ausübung gemeinnütziger Arbeit durch Langzeitarbeitslose zu verstehen, die nicht unmittelbar in Konkurrenz zum Arbeitsmarkt steht. Bürgerarbeit soll ca. 30 Wochenstunden umfassen und mit ca. 1.000 EUR monatlich sozialversicherungspflichtig entlohnt werden» – und damit deutlich über dem Arbeitslosengeld II. Der Rest ist einfache Mathematik: Die Richtwerte der AfD entsprachen dem damaligen Mindestlohn von 8,50 Euro – jeder Ein-Euro- Jobber träumt von dieser Vergütung… Die Boateng-Lüge Die Fußball-Europameisterschaft 2016 war noch nicht angepfiffen, da überschattete bereits ein angeblicher Skandal das Turnier. «Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben», zitierte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) im Mai den brandenburgischen AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland aus einem längeren Pressegespräch. Boateng raus gleich Neger raus? In jedem Fall habe der damals 75-Jährige den Münchner Innenverteidiger «beleidigt» (Welt) und damit «Empörung ausgelöst» (Zeit). «Gauland und AfD sind nicht in Deutschland angekommen», dozierte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Karin Göring-Eckardt. Für Linken-Chef Bernd Riexinger war Gauland «ein ganz übler Rassist». «Ich habe nur deutlich gemacht, dass es viele gibt, die Fremde in ihrer Nachbarschaft nicht für ideal halten», stellte Gauland klar. Dass der Name Boateng überhaupt erst von der FAS ins Gespräch eingebracht wurde, räumte schließlich deren Redakteur Eckart Lohse im Deutschlandfunk ein. «Der Satz ist genau genommen ja gar keine Beleidigung Boatengs, sondern nur eine Aussage über Alltags-Rassismus, wie er in Deutschland durchaus vorkommen mag», urteilte sogar das Fachportal Meedia. Die Holocaust-Phantasie-Lüge Geisterstunde in der ARD: Das Gespenst Heinrich Himmlers huschte über den Bildschirm. Am 4. November 2015 – auf dem Höhepunkt des Asyleinmarsches in Deutschland – veranstaltete die AfD im nordrhein-westfälischen Euskirchen eine Diskussionsrunde zum Thema «Sicherheit in Europa». Ein Videomitschnitt wurde offenbar dem WDR zugespielt – oder mit versteckter Kamera von den honorigen Kollegen selbst angefertigt. Als besonderen Höhepunkt ihrer Entlarvung boten die Kölner TV- Aufklärer in der Sendung Westpol einen Teilnehmer auf, dessen angebliche Aussage die Gebührenfunker jedoch nicht im Originalton wiedergaben, sondern synchronisierten: «Man muss sich nur an den Zweiten Weltkrieg erinnern, an unsere eigene Geschichte. Was haben wir denn mit den Juden gemacht? Da gab es ja auch Möglichkeiten. Man muss

COMPACT Politik in Dresden. Dort hatte der Thüringer am 17. Januar 2017 unter anderem eine Kehrtwende in der deutschen Erinnerungspolitik gefordert. «Die Deutschen sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat», sagte er mit Blick auf das Berliner Holocaust-Mahnmal. Nach rechts gezielt – und links getroffen gar nicht übertreiben, aber etwas anderes wird bald gar nicht mehr möglich sein.» Als Zugabe präsentierte Westpol den längst von der AfD geschiedenen Hans-Olaf Henkel, der die AfD politkorrekt als «richtiges Monster» einordnete. Die AfD dementierte die ihr zumindest indirekt unterstellten Holocaust-Phantasien umgehend. «Die gezeigte Person im grauen Kapuzenpullover ist nicht Mitglied der AfD. Alles spricht dafür, dass dieses Video nach Abschluss der Veranstaltung mit der Absicht produziert wurde, die AfD politisch zu beschädigen», hieß es in einer Stellungnahme des Bundesvorstandes. Erkennbar unwirsch räumte der WDR schließlich ein, dass «es sich um verdeckte Filmaufnahmen handelte», die aus rechtlichen Gründen nicht mit Originalton gezeigt werden dürften. Zudem habe der Beitrag angeblich «nie behauptet oder suggeriert, dass es sich bei der Person um ein AfD-Mitglied» handele. Aufzufinden ist das Video beim WDR übrigens nicht mehr. Warum die größte GEZ-Anstalt ihre Enthüllung löschte? «Dies kann mehrere Ursachen haben», heißt es beim Sender. Die Schandmal-Lüge Björn Höcke hatte seine Rede kaum beendet, da glühten im Internet die virtuellen Drähte. «Das ist ein Nazi. Und er ist dort nicht der einzige», twitterte der CDU-Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz. Der Thüringer Fraktionsvorsitzende trete «das Andenken an die sechs Millionen ermordeten Juden mit Füßen», echauffierte sich der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Offenbar willkommener Stein des Anstoßes war ein Auftritt Höckes bei der Jungen Alternative Den Weg in die Redaktionsstuben der Mainstreammedien fand die Rede zunächst durch die Deutsche Presse-Agentur. Die Meldungsmacher dichteten Höckes Aussage jedoch schlicht in ihr Gegenteil um: «AfD-Politiker Höcke nennt Holocaust- Gedenken eine ”Schande”». Doch genau so hatte es der Gescholtene nicht gemeint, wie er tags darauf in einer Presseerklärung klarstellte. «Ich habe gesagt, dass wir Deutsche diesem auch heute noch unfassbaren Verbrechen, also dieser Schuld und der damit verbundenen Schande, mitten in Berlin ein Denkmal gesetzt haben.» Die Lüge von der friedlichen Antifa Für den MDR war es eine hörbare Genugtuung. «Bei einer geplanten Veranstaltung der AfD an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg am Donnerstagabend hat es im Hörsaal lautstarke Proteste gegeben», meldete der Gebührensender im Januar 2017. Verbale Kritik also? Tatsächlich hatten Antifa- Trupps eine Rede des sachsen-anhaltinischen Fraktionsvorsitzenden André Poggenburg mit Gewalt verhindert, wie selbst die Magdeburger Volksstimme einräumen musste. Demnach habe «ein junger Mann einen Böller auf AfD-Landeschef Poggenburg geworfen», daraufhin sei die Situation eskaliert. «Mindestens ein AfD-Anhänger wurde von offensichtlich linksgerichteten Studenten am Auge verletzt.» Der Focus verniedlichte das Ganze zu «Rangeleien zwischen Veranstaltern und Zuhörern». «Unsere Studierenden zeigen Flagge und Haltung. Darauf bin ich stolz», fabulierte der Dekan der Fakultät Humanwissenschaften Michael Dick. Am 6. Februar 2015 präsentierte die Heute Show im ZDF aufgeregt eine rothaarige Frau, die sich scheinbar offen zur Wandelung ihrer Wählerpräferenz bekannte. «Ich möchte nicht mehr die NPD wählen, weil die mir zu rechtsextrem ist, und deswegen wähle ich jetzt die AfD. Ich sag immer, das ist die NPD in freundlich», diktierte die Dame in die Kamera. Nun war die Interviewte durchaus kein Fake, sondern Marlena Schiewer – ihres Zeichens jugendpolitische Sprecherin der Linkspartei in Görlitz. Aus ihrer Aussage hatte die Heute Show einen entscheidenden Vorsatz herausgeschnitten: «Hier auf dem Dorf gibt es ziemlich viele Leute, die rechter Meinung sind und die einfach sagen…» Schiewer zeigte sich über ihren unfreiwilligen Auftritt wenig erbaut: «Das ist eine Frechheit und widerspricht meinem bisherigen politischen Engagement für Flüchtlinge und gegen Rassismus.» Marlena Schiewer. Foto: Screenshot ARD 12 COMPACT Ausgaben eines Jahrgangs auf DVD! Das komplette COMPACT-Jahr als PDF So kommen Sie doch noch an COMPACT- Ausgaben, die im Shop längst vergriffen sind. Erhältlich sind die Jahres-DVDs ab dem Jahrgang 2010/2011. 29,95 €, zzgl. Versand COMPACT-Abonnenten zahlen günstige 12,95 €, zzgl. Versand Bestellungen unter compact-shop.de oder per FAX an +49-(0)3327-5698617 Anzeige Jetzt neu: Jahrgang 2016

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