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COMPACT-Magazin 04-2017

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Kalifat BRD Feindliche Übernahme durch Erdogan und Co.

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COMPACT Titelthema Kalifat BRD _ von Jürgen Elsässer Recep Tayyip Erdogan hat die Führungsrolle bei der Islamisierung Deutschlands übernommen und wird immer aggressiver. Die Bundeskanzlerin und die SPD wetteifern darum, wer ihm besser zu Diensten ist – vorauseilender Gehorsam gilt als Schadensbegrenzung. Außenminister Cavusoglu hat Europa mit dem Heiligen Krieg gedroht. Das Rabia-Zeichen hat Erdogan als sein neues Markenzeichen auserkoren. Die Handbewegung war ein Symbol der ägyptischen Muslimbrüder während des Militärputsches 2013. Foto: picture alliance / AP Images Soll keiner sagen, wir seien nicht gewarnt worden. Es gibt die Bücher des viel zu früh verstorbenen Udo Ulfkotte. Es gibt einen Michel Houellebecq, der in seinem Roman Unterwerfung vorhersagt, wie ein Moslembruder 2022 zum französischen Präsidenten gewählt wird und eine Art Scharia light einführt. Und es gibt den aus Algerien stammenden Boualem Sansal, der diese Prognose für eine Verharmlosung hält und seinerseits mit 2084 den Triumph des finstersten Kopfab-Dschihadismus in Europa an die Wand malt. Sansal hält Deutschland für besonders gefährdet – und zwar unter anderem wegen des neuen türkischen Führers. «Erdogan benimmt sich wie ein Kalif, die Türken verhalten sich wie Untertanen, und einen Palast hat er sich auch schon gebaut. Das Osmanische Reich war zweifellos das gewalttätigste Kalifat der islamischen Welt. Derzeit erleben wir eine Rückkehr dieser Gewalt. Erdogan will das Kalifat wieder aufbauen, aber er weiß, dass die Araber dies niemals akzeptieren würden. Vielleicht stellt er sich vor, sein Reich nach Europa auszudehnen. Aus diesem Grund ist Deutschland am meisten bedroht.» Der Reporter der Welt am Sonntag fragt ungläubig nach: «Wenn man das zu Ende denkt, hieße das ja: Wir würden unter Erdogans Kalifat in Deutschland leben. Das klingt vollkommen absurd. Ist Europa dermaßen am Ende?» Und Sansal antwortet: «Ja. Es hat keinerlei Zukunft mehr. (…) Die Islamisten kämpfen sehr mutig für das, woran sie glauben. Allein das muss man ihnen zugutehalten. Was uns betrifft, muss ich leider sagen: Es gibt nichts, was uns antreibt. Für das Wort Freiheit wären wir früher ans andere Ende der Welt gegangen. Heute ist es hohl.» Das Schweigen der Lämmer Mochte man Sansals rabenschwarzen Pessimismus bei seiner Veröffentlichung im Mai 2016 noch für übertrieben gehalten haben, so muss man ein knappes Jahr später zugeben: Der Mann hat recht. 10 Die Aggressivität, mit der Erdogan seinen Machtanspruch in Deutschland durchsetzt, wird nur noch übertroffen von der Feigheit und Demut, mit der ihm unsere Eliten den roten Teppich ausrollen. Seit Ende Februar überziehen er und seine Minister Deutschland, Österreich und die Niederlande mit Nazi-Vorwürfen – aber im Unterschied zu den beiden anderen Ländern lehnt die Bundesregierung ein Auftrittsverbot für die Pöbler ab. Erdogan dagegen eskaliert immer weiter. Am 5. März stellte er Deutschland auf einer Großkundgebung ein Ultimatum: «Wenn Ihr mich nicht reden lasst, dann werde ich die Welt aufstehen lassen.» Am 16. März legte sein Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit der Drohung nach, in Europa werde es einen «Heiligen Krieg» geben – eine Ungeheuerlichkeit, die man bisher nur vom Islamischen Staat gehört hatte. Berlin müsse aufhören,

«neue Nazi-Armeen aus faschistischen Terrororganisationen» bilden zu wollen, warnte das AKP-Blatt Sabah. «Sonst wird es einen größeren Preis vor der Menschheit zahlen, als die Nazis es getan haben.» Auch daraufhin gab es keine offizielle Verurteilung durch die Bundeskanzlerin, keine Einbestellung des türkischen Botschafters. Angela Merkel und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wiesen die vereinzelt aus der CSU zu hörende Forderung, die deutschen Soldaten vom türkischen Stützpunkt Incirlik abzuziehen – ein logischer Schritt, wenn einem der Gastgeber mit Krieg droht – kategorisch zurück. Als direkte Belohnung musste Ankara schließlich die Ankündigung aus Berlin verstehen, die Türkei dürfe bei ihrer Volksabstimmung am 16. April auch in Deutschland Wahllokale einrichten. Türkenpartei SPD Besonders die Sozialdemokraten üben sich in Liebedienerei vor dem türkischen Potentaten. Kein Wunder: Im Mai stehen in ihrem Stammland Nordrhein-Westfalen (NRW) Landtagswahlen an – da braucht die SPD die Stimmen der dortigen Türken. Rund eine Million NRW-Bürger haben ihre Wurzeln zwischen Bosporus und Anatolien, etwa die Hälfte davon auch einen deutschen Pass. Mitte März machten beinahe täglich Gewalttaten an Rhein und Ruhr Schlagzeilen: Am 11. März hackte ein Albaner im Düsseldorfer Hauptbahnhof mit einer Axt um sich und verletzte neun Menschen, am gleichen Tag gab es Bombendrohungen in Essen und Bielefeld, am 13. März folgten Gelsenkirchen und Solingen und am 15. März Duisburg und Bocholt. Auffällig: Die kriminelle Serie begann genau an dem Tag, als Erdogans Familienministerin Fatma Betül Sayan Kaya in Düsseldorf war und von dort aus nach Rotterdam weiterreiste, wo sie dann nicht sprechen durfte. Noch in der Nacht demonstrierten 250 Türken in der Düsseldorfer Innenstadt, während der Hauptbahnhof wegen des Axtschwingers abgeriegelt war. Sie riefen «Allahu akbar», «Holland Nazi» und immer wieder den Namen ihres geliebten Führers… Natürlich soll nicht vorschnell behauptet werden, dass zwischen der AKP-Politikerin und den geballten Terrordrohungen ein Zusammenhang besteht. Aber dass die Medien, die im Falle bio-deutscher Verbrecher jedes Detail ausleuchten und sich auch bei Spekulationen nicht zurückhalten, einen möglichen Zusammenhang nicht thematisierten, bei dem Albaner zunächst seine Religionszugehörigkeit verschwiegen und sich dann mit der offiziellen Erklärung, er sei geistig verwirrt, zufrieden gaben, ist typisch für die Situation im Land. Das Tüpfelchen aufs i in diesen tollen Tagen war eine Debatte im Düsseldorfer Landtag. Am 15. März wollten SPD, Grüne und Piraten eine Verfassungsänderung erzwingen, um auch Ausländern von außerhalb der EU das Wahlrecht zu geben. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sagte zur Begründung, Cavusoglu in Hamburg. Foto: picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa Der Gruß der sogenannten Idealistenvereine, besser bekannt als Graue Wölfe. Diese Bewegung will ein Großreich aller Turkvölker von Sofia bis zum sibirischen Eismeer errichten. In Deutschland vereint sie bis zu 20.000 Mitglieder. Foto: picture alliance / dpa Mit der Entdeutschung hat Merkel die Staatsministerin für Integration beauftragt, die Türkin Aydan Özoguz. 11

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