Aufrufe
vor 5 Monaten

COMPACT-Magazin 04-2017

  • Text
  • Gruene
  • Deutschland
  • Compact
  • Deutschen
  • Politik
  • Merkel
  • Erdogan
  • Welt
  • Deutsche
  • Schweden
  • Volk
Kalifat BRD Feindliche Übernahme durch Erdogan und Co.

Die Sieferle-Medizin _

Die Sieferle-Medizin _ von Angelika Gundlach 2013 machte die grüne Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth einem Asyl-Besetzercamp auf dem Berliner Oranienplatz ihre Aufwartung. Foto: picture alliance / dpa Ihnen schwirrt der Kopf von dem ganzen Flüchtlings-Gedöns? Der Schädel brummt, weil die Lügenmedien und die Gutmenschen in Ihrem Bekanntenkreis Sie mit moralischem Overkill traktieren und von der Notwendigkeit weiterer Massenzuwanderung überzeugen wollen? Hier bieten wir Ihnen ein Mega-Aspirin, das Ihre Beschwerden in kürzester Zeit lindert. schen den Regionen der Welt seit 1990 abgenommen hat, bedeutet dies, dass immer mehr Menschen in die Lage versetzt werden, sich zu informieren und eine Entscheidung für die Migration zu treffen, deren Kosten tragbar werden. Es ist also die Zunahme des relativen Wohlstands, die in den letzten Jahren eine Massenmigration eingeleitet hat.» 26 Alle Dax-Konzerne zusammen haben bis Mitte 2016 gerade einmal 54 Asylanten eingestellt. _ Angelika Gundlach ist freie Publizistin und lebt in Sachsen. – Rolf Peter Sieferles Buch Das Migrationsproblem. Über die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung ist 2017 im Verlag Manuscriptum erschienen (136 Seiten, 16 Euro). Sie haben immer schon intuitiv gewusst, dass der mühsam erkämpfte Sozialstaat die Flutung des Landes durch kulturfremde Massen nicht überleben kann, aber es hat Ihnen an schlagenden Argumenten gefehlt? Wenn Sie Rolf Peter Sieferle lesen, können Sie diesen Mangel jetzt beheben. Der Historiker und Sozialwissenschaftler hat es fertiggebracht, mit seinem Buch Das Migrationsproblem auf knappem Raum eine ebenso klare wie umfassende Studie zum Thema vorzulegen. Die fünf wichtigsten Lügen der Einwanderungslobby sind schnell widerlegt. Lüge eins: Migration entsteht durch Armut Stimmt nicht. Globale Einkommensunterschiede zwischen entwickelten und weniger entwickelten Ländern sind in den letzten Jahrzehnten enorm zurückgegangen. Sieferle: «Der wirkliche Grund für die Migration ist also nicht etwa die Armut in den Herkunftsgebieten, sondern es verhält sich genau umgekehrt. Da die Differenz im Lebensstandard zwi- Lüge zwei: Einwanderer beheben den Fachkräftemangel Das Gegenteil ist richtig. Sieferle: «Alle Dax- Konzerne zusammen haben bis Mitte 2016 gerade einmal 54 Asylanten eingestellt. 70 Prozent derer, die eine Ausbildung begonnen haben, haben sie nach ein paar Monaten wieder abgebrochen. (…) Die Bundesarbeitsministerin geht schon davon aus, dass lediglich rund 10 Prozent der Immigranten vermittelbar sind. Die restlichen 90 Prozent müssen also von den Steuerzahlern finanziert werden (…).» Dieser Zufluss ungebildeter und kaum qualifizierbarer Arbeitskräfte schrecke zudem gut ausgebildete Zuwanderer ab, für die «Deutschland zwei Nachteile hat, die mit der ungezügelten Immigration in die Sozialsysteme zu tun haben: Die Abgaben für den Staat sind unverhältnismäßig hoch und die Stimmung in der Bevölkerung gegenüber Fremden ist [als Konsequenz hoher Kosten, kultureller Überfremdung und steigender Kriminalität] eher negativ.»

COMPACT Politik Lüge drei: Migration bringt Innovation Vergleichbar verhält es sich mit der Behauptung, Einwanderung schütze die Deutschen vor «Inzucht» (Wolfgang Schäuble). Beides stimmt nicht. Sieferle weist darauf hin, dass die große Zeit europäischer Innovation, nämlich das 19. und 20. Jahrhundert, eine Zeit der Nationalstaaten war. Diese waren keineswegs bunt bereichert, sondern durch hohe kulturelle und (nimmt man die österreichische Monarchie aus, die dann auch an inneren Spannungen zerbrach) überwiegend auch ethnische Homogenität gekennzeichnet. Voraussetzungen für den welthistorischen Erfolg Europas waren ferner die christliche Prägung sowie die Tatsache, dass über kulturelle Unterschiede zwischen den Staaten hinweg ein gemeinsamer Kommunikationsraum entstehen konnte. «Es spricht schon für eine gewaltige Portion historischer Unbildung, wenn jemand behauptet, der Islam gehöre zu Europa. In der Zeit der europäischen Pionierleistungen war Europa vom Christentum und von der Aufklärung geprägt. Und noch heute sind wirklich multikulturelle Gesellschaften, etwa in Südamerika oder auf dem indischen Subkontinent, nicht für ihre Innovationskraft bekannt.» Lüge vier: Der Westen verdankt seinen Reichtum der Dritten Welt Stimmt nicht – genauso wenig wie die Schlussfolgerung, wegen der Ausbeutung anderer Kontinente sei Europa verpflichtet, Zuwanderer ohne Obergrenze aufzunehmen. Sieferle: «Schon aus formalen Gründen musste sie [die Behauptung] falsch sein, da der Austausch zwischen den Industrieländern und den Entwicklungsländern immer nur einen Bruchteil des Austauschs zwischen den Industrieländern betragen hat. Auf keinen Fall konnte also unser Reichtum Ergebnis eines ungleichen Tauschs mit den Entwicklungsländern sein, zumal deren Armut (vor allem in Afrika) in der Regel älter war als der Kontakt mit den Industrieländern.» 55 Prozent ohne Abschluss* Die schulische Vorbildung bei Asylanten 2,9 Fachhochschulreife 8,3 mittlere Reife 9,8 Hauptschulabschluss *Angabe in Prozent, Stand: Dezember 2016 Quelle: Bundesagentur für Arbeit 23,2 Abitur 21,3 ohne Angabe zum Schulabschluss 34,4 kein Hauptschulabschluss Grafik: COMPACT Stimmt nicht. Die einheimischen Europäer sind die Opfer der wildgewordenen Globalisierung. Die Migranten haben dagegen, sobald sie bei uns sind, ihre materielle Lage verbessert. (Da sie sich in der gesellschaftlichen Rangordnung auf einer tieferen Stufe als in ihren Herkunftsländern finden, reagieren viele dennoch mit Aggression und Radikalisierung.) Sieferle über die Migrationskritiker: «Ihr ”populistischer” Protest gegen Freihandel, Globalisierung und Immigration ist daher ökonomisch rational und keineswegs nur Ausdruck dumpfer Vorurteile.» Freilich betrifft dies nur die geringer Qualifizierten und die Mittelschicht, während für eine hochqualifizierte Minderheit der Arbeitsmarkt international wird. «Es sind also die Globalisierungsgewinner, die im Eigeninteresse für eine multikulturelle Gesellschaft plädieren» − ein interessanter Aspekt der von bürgerlichen Gutmenschen so stolz beanspruchten uneigennützigen Humanität. Langfristig wird diese Situation zwangsläufig zum Ende des Sozialstaats führen. «Der Wohlfahrtsstaat beruht in seinem Kern auf Solidarität und Vertrauen innerhalb eines politisch begrenzten, genau definierten Raums, nämlich des Nationalstaats. Der Sozialstaat ist eine Genossenschaft, kein freies Gut! (…) Ein globaler Sozialstaat ist eine Utopie.» Dieser «Club mit definierter Mitgliedschaft» erhält «durch die Massenmigration unqualifizierter Menschen den eigentlichen Todesstoß», denn diese bringt eine hoffnungslose Überforderung der Sozialsysteme mit sich. «Es wird irgendwann deutlich, dass eine Welt von no borders, no nations zugleich auch eine Welt von no welfare sein muss» – eine Welt ohne Wohlfahrt. Das hält kein Sozialstaat aus! Welt-Online berichtete am 10. März 2017: «Die Kosten für Aufnahme, Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern werden aller Voraussicht nach deutlich höher ausfallen, als von Bund und Ländern ursprünglich erwartet. Das legen Zahlen des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages nahe, die der Welt vorliegen. (…) Bereits Ende vergangenen Jahres hatten die Länder ihre ursprüngliche Kalkulation revidiert. Wurden zuvor rund 17 Milliarden Euro veranschlagt, so rechneten sie nun mit einer Summe um die 20 Milliarden.» Das Blatt zitiert Bundestags-Vizepräsident Johannes Singhammer (CSU): «Die Zahlen des Wissenschaftlichen Dienstes aus vier unterschiedlichen Bundesländern zeigen: Wenn man die Kosten auf alle Bundesländer hochrechnet, werden 2016 wohl rund 23 Milliarden Euro für Migranten und Flüchtlinge aufgewendet worden sein.» Das Land Sachsen bezahlte im November und Dezember 2015 insgesamt 51.000 Euro für Taxifahrten sogenannter Flüchtlinge. Foto: Gil C, shutterstock.com Lüge fünf: Einwanderungskritiker sind Rassisten Rolf Peter Sieferle (1949–2016) stammte aus Stuttgart und studierte Geschichte, Soziologie und Sozialwissenschaften. Der Schüler von Ernst Nolte beschäftigte sich seit den 1990er Jahren unter anderem mit der Konservativen Revolution. Seit 2005 war er Professor für Allgemeine Geschichte in St. Gallen. Die Grenzöffnung im September 2015 kritisierte Sieferle als einen Akt der «gezielten Selbstzerstörung der deutschen (...) Kultur». Sieferle wählte im September 2016 den Freitod. Posthum erschien sein Essayband Finis Germania im Verlag Antaios (104 Seiten, 8,50 Euro). Foto: Ammann und Siebrecht 27

© COMPACT-Magazin GmbH 2016 Alle Rechte vorbehalten

   Mediadaten  /  Datenschutz  /  Impressum  /  Kommentarregeln  /  Nutzungsbedingungen  /  Widerruf