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COMPACT-Magazin 04-2017

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Kalifat BRD Feindliche Übernahme durch Erdogan und Co.

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COMPACT Politik «Unsere Zeit kommt» Auszug aus der Aschermittwochsrede von Martin Hohmann, 1. März 2017: Glaubt etwa jemand ernsthaft, wenn Björn Höcke rausgeflogen ist, dann haben wir Friede, Freude, Eierkuchen? Dann wachsen die AfD-Prozente von allein in den Himmel? Weit gefehlt. Björn Höcke spürt, glaube ich, mehr als andere das grundlegende Dilemma der AfD. Die AfD steht vor einer Alternative. Entweder sie begreift sich als «Systempartei», die nur kosmetische Änderungen vornehmen will. Dann kann sie sogar mit einem gewissen Wohlwollen der System-Medien und der Altparteien rechnen. Oder sie steht auf dem Standpunkt: Durch die ideologische Dominanz von Grün- Rot, durch die Parteipolitisierung fast aller Lebensbereiche und durch katastrophale Migrationspolitik der letzten Jahre ist die Bedrohung so groß, dass Deutschland so etwas wie einen Neustart braucht. Dann aber ist die Machtfrage gestellt. Das lassen sich die heutigen Machthaber nicht gefallen. Dann wird mit allen Mitteln gekämpft. Wir alle bekommen das zu spüren. Wir werden diffamiert, wir werden eingeschüchtert, die sogenannte antifaschistische, vom Staat finanzierte SA wird auf uns losgelassen. Fahrzeuge werden zerstört, Häuser beschmiert, Bedrohungen werden ausgesprochen («Wir wissen, wo du wohnst. Wir wissen, wo deine Kinder zur Schule gehen.»). Aber ich sage unseren Gegnern: «Ihr könnt noch so fiese Mittel anwenden, unsere Entschlossenheit könnt Ihr nicht brechen. Eure Zeit läuft ab, unsere Zeit kommt.» 36 Björn Höcke. Foto: afdberichte.de Bild oben rechts: Schon beim Wahlkampf 2002 konnte sich Hohmann (r.) mit Mutti Merkel offenbar nicht richtig anfreunden. Foto: picturealliance / dpa/dpaweb Antisemitismuskeule, Ausschlussantrag – irgendwie erinnert mich Ihr Schicksal 2004 an das aktuelle Presse-Halali gegen Björn Höcke 2017. Was würden Sie Ihrer neuen Partei AfD vor Ihrem Erfahrungshintergrund raten? Die AfD muss zusammenstehen. Wenn wir über jedes Hölzchen springen, das die Medien uns hinhalten, und uns dann von den eigenen Leuten distanzieren, werden wir Getriebene. Vom Umgang mit der NS-Vergangenheit Die Causa Hohmann und die Causa Höcke – sprechen nicht beide dafür, dass sich kluge Konservative auf gegenwärtige Themen beschränken und die Vergangenheit ruhen lassen sollten? Ich habe schon als CDU-Bundestagsabgeordneter gegen das Holocaust-Mahnmal, vor allem in dieser Dimension, Bedenken geäußert. Aber: Man kann mit diesen Geschichtsthemen viel Porzellan zerschlagen und Wähler verschrecken. Wenn wir gewählt sind, dann muss Manches deutlich angesprochen werden. Es kann nicht sein, dass unsere politischen Gegner die deutsche Vergangenheit nur auf ihre negativen Seiten reduzieren, das ist total destruktiv. Nehmen Sie die Nazi-Zeit: Warum nicht an die mutigen Deutschen erinnern, die Juden geholfen haben? In meiner Heimatgemeinde lebte von 1898 bis zu ihrem Tod 1988 die Jüdin Jettchen Simon, verheiratet mit einem Deutschen. Während des Dritten Reiches geschah ihr – nichts, weil die Dorfbewohner zusammenhielten und sie nicht an den Gauleiter weitermeldeten, das wäre ihr Ende gewesen… Was ich damit sagen will: Wir können aus dem Holocaust, dem Tiefpunkt deutscher Geschichte, keine ewige Volkspädagogik machen. Denn was sollen wir denn daraus lernen? Dass man seine Nachbarn nicht totschlägt? Versteht sich doch von selbst! Stattdessen sollten wir viel mehr an Zivilcourage und an Widerstand in jener Zeit erinnern. Konrad Löw hat übrigens in akribischen Studien nachgewiesen, dass sehr viele Deutsche in der NS-Zeit, ja sogar die Mehrheit, sich gegenüber ihren jüdischen Mitbürgern anständig verhalten haben. Nicht nur das, einige haben für Juden tödliche Risiken auf sich genommen. Das sind Vorbilder. Wir können aus dem Holocaust keine ewige Volkspädagogik machen. Der gute Deutsche kommt in der herrschenden Geschichtspolitik nicht vor. Stattdessen sehe ich nur noch den Hass auf das Eigene. Vor Kurzem kam im Fernsehen ein Rückblick auf die Mainzer Fastnacht 1956. Ernst Neger sang sein Lied «Heile, heile Gänschen, es wird schon wieder gut» – auch mit Bezug auf seine im Krieg schwer zerstörte Stadt. Da saßen die Narren in der Versammlung, denen liefen die Tränen herunter – in Trauer und Liebe zu ihrer Heimatstadt, zu ihrem Deutschland. Und heute? Da kommt der Oberbürgermeister von Dresden, das noch schlimmer als Mainz zerbombt wurde, und sagt herzlos: «Dresden war keine unschuldige Stadt.» Den Eliten ist die Empathie für das eigene Volk völlig abhanden gekommen. Die CDU in Ihrer Zeit war eine stramm transatlantische Partei. Ist dieser Transatlantismus heute noch zeitgemäß? Im Kalten Krieg waren wir überzeugt, dass wir nur an der Seite der USA bestehen können. Als dann die

COMPACT Politik Sowjetunion zusammenbrach, änderte sich die Lage. Mir selbst kamen erste Zweifel 2003, im Irakkrieg. Das war wie ein Schock, als sich Außenminister Colin Powell vor die UNO stellte und Saddam Husseins angebliche Massenvernichtungswaffen als Grund der bevorstehenden Invasion hinstellte – und hinterher wurde keine einzige gefunden. Von da an habe ich mir alle Kriege der Amerikaner genauer und kritischer angeschaut. Etwa den Eintritt in den Ersten Weltkrieg: Woodrow Wilson war mit dem Versprechen ins Präsidentenamt gewählt worden, dass die USA sich aus dem Gemetzel heraushalten. Getan hat er dann das Gegenteil. Durch den Kriegseintritt der Amerikaner konnte Deutschland zu dem schrecklichen Friedensvertrag von Versailles gezwungen werden – ein Vertrag, der uns alle Schuld aufbürdete und die anderen Staaten von allem freisprach. Das war so schreiend ungerecht, dass hier ein wesentlicher Grundstein für den Aufstieg von Hitler gelegt wurde. Vor diesem Hintergrund sollten wir Deutschen uns gut überlegen, ob wir uns bedingungslos dem atlantischen Westen zuschlagen lassen wollen, oder ob wir mit unserer Mittellage nicht als Brücke zwischen West und Ost besser fahren. Auch mit manchen westlichen Werten und Freiheiten habe ich meine Probleme. Zum Beispiel? Zu diesen «Freiheiten» gehört es, dass bei uns jedes Jahr zigtausende Babys im Mutterleib getötet werden. Ich will nicht die einzelne Frau dafür anklagen, die aus Not und Verzweiflung abtreibt – mir geht es um das Massenphänomen. Oder nehmen Sie das Hochjubeln der Homosexualität. Das geht weit über eine vernünftige Toleranz hinaus – hier wird Propaganda gemacht, ein sexuelles Vorbild für unsere Jugend durchgedrückt. Beide Beispiele zeigen, wie sehr die christlichen Fundamente unserer Kultur durch den westlichen Liberalismus zerstört werden. Sind im Kampf gegen diese verderblichen Freiheiten die Muslime nicht unsere Bündnispartner? Bei den französischen Massendemonstrationen gegen die Homo-Ehe waren sie dabei! Unser drängendstes Problem ist die Islamisierung. Geht diese weiter, wird es bald kein deutsches Volk mehr geben. Beim Kampf dagegen sind mir auch Schwule und Feministinnen willkommen, wenn sie uns nicht ihre Positionen aufzwingen. Ist die Islamisierung erst mal gestoppt, wird sich die Gesellschaft darüber im Klaren werden müssen, welchen Stellenwert Feminismus und Homosexualität haben sollen. Ich bin sicher, dass wir einen Weg finden, der die Interessen der Mehrheit schützt und gegenüber Minderheiten trotzdem tolerant ist. Schulz ist Merkel Sie sind ein gläubiger Katholik. Was sagen Sie, wenn Ihnen ein Vertreter der Amtskirche mit dem Argument kommt, christliche Nächstenliebe erfordere offene Grenzen für Flüchtlinge? Völlig falsch. Die Bergpredigt richtet sich an den Einzelnen, nicht an den Staat. Es gibt für die AfD kein kleineres Übel zu tolerieren. Sie werden wohl dem nächsten Bundestag angehören. Sollen die AfD-Abgeordneten notfalls Merkel zur Kanzlerin mitwählen und eine CDU-Regierung tolerieren, um einen Kanzler Martin Schulz zu verhindern? Keinesfalls. Ob Rot-Rot-Grün oder Schwarz-Gelb- Grün regiert, ist kein Unterschied, da gibt es für die AfD kein kleineres Übel zu tolerieren. Merkel ist Schulz, Schulz ist Merkel, zusammen sind sie «Schurkel»… Wir können nur in die Regierung gehen, wenn wir stärkste Partei sind, den Kanzler stellen und die Politik bestimmen. Ich hoffe auf 2021 – das ist die letzte Chance, die wir Deutschen haben. 100 Jahre Roter Oktober AHRIMAN Neuerscheinung 224 S., € 9,80 / mit Personenregister ISBN 978-3-89484-830-9 _ Martin Hohmann (* 1948) trat 1980 der CDU bei, war von 1984 bis 1998 Bürgermeister der Gemeinde Neuhof bei Fulda, von 1998 bis 2005 Bundestagsabgeordneter (2002 mit 54 Prozent direkt gewählt). Nach vermeintlich antisemitischen Äußerungen wurde er 2003 aus der CDU/CSU- Bundestagsfraktion und 2004 aus der Partei ausgeschlossen. 2016 wurde er Mitglied der AfD und ist jetzt aussichtsreicher Kandidat für die Bundestagswahl im September 2017. Anzeige Kronstadt – das Dauermantra der Revolutionshasser Herausgegeben und eingeleitet von Peter Priskil www.ahriman.com 37

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