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COMPACT-Magazin 04-2017

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Kalifat BRD Feindliche Übernahme durch Erdogan und Co.

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COMPACT Politik Industrie 4.0 «Die Industrialisierung 4.0 wird die Welt komplett aus den Angeln heben und damit grundlegend verändern. Bis vor Kurzem haben wir dem Computer alles beigebracht. Dies ist äußerst mühsam und zeitintensiv. Wesentlich schneller geht es, wenn Computer selber lernen. Selbstlernende Systeme sind längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern Realität – und sie werden unsere Welt massiv verändern. Das IBM-Computersystem Watson – ein Computerprogramm aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz – versteht die menschliche Sprache, lernt durch Interaktion, analysiert die Daten und liefert Antworten für bessere Ergebnisse. (…) Heute lösen Algorithmen Computerprobleme, suchen und finden Tumore, sind im Investmentbanking nicht mehr wegzudenken. Sie lernen kontinuierlich mit unvorstellbarer Geschwindigkeit dazu. Kein Mensch kann da mehr mithalten.» (Matthias Weik und Marc Friedrich, heise.de, 12.3.2017) In Deutschland wird die Robotertechnik seit den 1970er Jahren eingesetzt. Foto: Screenshot, HBO keine Krankenversicherungsbeiträge von seinem Arbeitgeber und erhöht nicht die Personalkosten. Und er kann zwei ganz verschiedene Dinge unabhängig voneinander erledigen. Seine beiden Arme funktionieren absolut eigenständig.» Soziale Berufe wie Friseure, Köche, Gärtner, Zahnärzte und häusliche Krankenpfleger laufen dagegen nicht Gefahr, von Maschinen ersetzt zu werden – zumindest auf kurze Sicht. Aufgrund der steigenden Bewerberzahlen auf die wenigen Stellen unterlägen diese Jobs jedoch in Zukunft einem unglaublichen Lohndruck. Globalisierung 2.0 Die digitale Revolution verändert die Spielregeln der Globalisierung fundamental. «Nimmt man den Löwenanteil der Arbeitskosten aus der Gleichung heraus, indem man Roboter und andere Automaten einsetzt, verflüchtigt sich der Wettbewerbsvorteil niedriger Löhne», schildern Brynjolfsson und McAfee. Der unter anderem für Apple produzierende Fertigungsbetrieb Foxconn hat bereits hunderttausende chinesische Arbeiter durch Roboter ersetzt. Heute arbeiten 30 Millionen Chinesen weniger im produzierenden Gewerbe als 1996. Produktionsausgliederungen ins Billigausland seien daher «nur eine Etappe auf dem Weg zur Automatisierung» gewesen. Donald Trump, dessen Wahlversprechen es war, Arbeitsplätze aus Billiglohnländern in die USA zurückzubringen, will daher bei der Herstellung der Roboter kräftig mitmischen. «Das ist eine große Sache», sagte er der New York Times am 23. November 2016. «Wir werden die Roboter herstellen. Im Augenblick tun wir das nicht.» Während Microsoft-Gründer Bill Gates für Unternehmen, die keine Menschen beschäftigen, eine «Roboter-Steuer» verlangen, fordern andere die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens, um die sozialen Folgen der Maschinisierung abzufedern. «Fundamental sind die Voraussetzungen für einen Reichtum vorhanden, der alles übersteigt, was die Menschheit je gesehen hat», stellen Brynjolfsson und McAfee fest. Dass davon tatsächlich mehr als ein paar Brotkrumen in den Händen der Wegrationalisierten landen werden, darf bezweifelt werden. Schon das Auslagern der Produktion ins Ausland war jahrzehntelang kein Streitthema für die Politik. Die Sozialdemokraten sind diesmal immerhin ehrlich: «Ich hab’ nämlich keinen Plan, ich weiß nicht genau, wie es weitergeht (…)», stotterte sich Arbeitsministerin Andrea Nahles durch die Arte-Dokumentation Schichtwechsel: Die Roboter übernehmen. «Ich hab’ keinen Plan, wie es weitergeht.» Andrea Nahles Wer den Plan hat, weiß, dass ein neuer globaler Wettkampf forciert wird – nicht länger unter Arbeitern, sondern unter IT-Spezialisten. In der Praxis sieht das so aus: Im Oktober 2014 ersetzte die Unternehmensleitung von Disney World in Florida 250 Programmierer durch günstigere Migranten aus Indien. Wie die New York Times berichtete, waren die Entlassenen verpflichtet, ihre Nachfolger drei Monate lang einzuarbeiten. IT-Unternehmen wie Google gehören nicht grundlos zu den vehementesten Advokaten offener Grenzen. 42

COMPACT Dossier Dossier _ Seite 44–49 Schweden Wie das Multikultiparadies zur Hölle wurde – und warum Donald Trump recht hat und nicht Stieg Larsson. Foto: Kaspars Grinvalds, Fotolia 43

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