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COMPACT-Magazin 05-2016

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COMPACT Köpfe des Monats Foto: Video N24, Screenshot Foto: picture alliance/dpa Foto: frei-wild.net Aufsteiger des Monats _ Sieglinde Baumert Absteiger des Monats _ David Cameron Was macht eigentlich _ Frei.Wild 10 Nach 61 Tagen öffneten sich im April die Gefängnistore für Sieglinde Baumert. «Zwei Wärterinnen standen auf einmal bei mir an der Zellentüre und sagten: ”Sie sind jetzt entlassen.”», berichtete die 46-Jährige gegenüber N24. Im Februar hatte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) Baumert einkerkern lassen, da sie seit 2013 die Zahlung der zum sogenannten Rundfunkbeitrag verniedlichten GEZ- Zwangsgebühr verweigert. Rund 190 Euro verlangte die ARD-Anstalt zuletzt von der Thüringerin, beantragte schließlich Erzwingungshaft. Anfang Februar holte die Polizei Baumert im Stile stalinistischer Säuberungsaktionen an ihrem Arbeitsplatz ab. Die ganze Zeit über blieb diese eine stille Heldin. Über ihr Privatleben ist praktisch nichts bekannt. Sie arbeitete ursprünglich als Erzieherin in einer Kita, war zuletzt in einem Metallbaubetrieb tätig – verlor die Stelle jedoch nach ihrer rabiaten Inhaftierung. Erst nach einem Bericht der Welt am Sonntag wurde der Fall mit fast zwei Monaten Verspätung öffentlich gemacht. Gegenüber dem Blatt zeigte sich Baumert als ungebrochene politische Gefangene. «Mit meiner Unterschrift [unter die geforderte Finanzauskunft] würde ich die Rechtmäßigkeit der Zwangsgebühren bestätigen.» Die Veröffentlichung hatte ungeahnte Folgen: Unzählige Medien griffen den Fall auf, im Internet formierte sich breite Unterstützung für die Unbeugsame. Angesichts des drohenden Imagedebakels zog der MDR den Haftantrag zurück – vorerst zumindest. Denn Sieglinde Baumert will nicht klein beigeben und auch künftig nicht bezahlen. (mmm) Gerne inszeniert er sich als «modernen, mitfühlenden Konservativen». Doch nun tauchte der Name des britischen Premierministers neben denen anderer Spitzenpolitiker in den sogenannten Panama Papers auf. Hatte er sein Privatvermögen durch Briefkastenfirmen geschleust? Schon 1997 investierte der heute 49-Jährige in einen dubiosen Fond, 2010 – unmittelbar vor seiner Wahl zum Ministerpräsidenten – verkaufte er seine Anteile mit 100 Prozent Gewinn. «Die sonst nur von zynischen, alten Linken behauptete Verfolgung korrupter Klasseninteressen wird plötzlich zum unwiderlegbaren Fakt», kommentierte der linksliberale Guardian. Dass Cameron sein skandalträchtiges Investment erst nach drei Tagen eingestand, heizte den Skandal noch zusätzlich an. Nun könnte es eng werden für den Premier, denn am 23. Juni stimmen die Briten über ihre weitere Mitgliedschaft in der EU ab. Das Referendum war von Cameron ursprünglich nur als Druckmittel gedacht, um in Brüssel ein paar Sonderrechte für das Vereinigte Königreich herauszuholen und sich dann als Verteidiger der britischen Souveränität feiern zu lassen; die Briten würden dann schon für den Verbleib in der Union votieren. Doch mittlerweile hat sich Brexit-Stimmung im Lande breitgemacht. Gesellen sich zum überzeugten Austrittslager nun noch jene, die ihm als einem Symbol des habgierigen Establishments einen Denkzettel verpassen wollen, stünde Cameron im Juni als Verlierer da. Dann würde auch sein Stuhl wackeln. (km) Ihren süßen Triumph kosteten die Musiker noch auf der Bühne aus: Der Preis stehe «als Symbol für Standhaftigkeit, Durchhaltevermögen und Widerstand gegen Engstirnigkeit und Ausgrenzung», freute sich Frei. Wild-Sänger Philipp Burger bei der Echo-Verleihung Anfang April. Dort hatten die patriotischen Deutschrocker aus Südtirol die begehrte Musiktrophäe in der Kategorie Rock-Alternative in Empfang genommen. Die von Fans ertrotzte Preisverleihung, vor allem aber der fast angewidert-formale Applaus der Staatsmusikanten im Saal beweisen: Auch das selbstgefällige und mittlerweile stark auf politische Korrektheit bedachte Unterhaltungsestablishment stößt irgendwann an die Grenzen seines Einflusses. 2013 kuschte die Echo-Jury noch vor linken Bands wie MIA und den Ärzten, zog die Nominierung von Frei.Wild trotz ihrer Verkaufserfolge zurück. Die Ausgrenzung war Resultat einer linksradikalen Hexenjagd auf die Musiker, die mit Texten wie «Sprache, Brauchtum und Glaube sind Werte der Heimat, ohne sie gehen wir unter, stirbt unser kleines Volk» ganze Hallen füllen. Dieses Mal kam alles anders. Während die Pop-Schickeria Frei.Wild schnitt, feierten die Fans ihre Rockstars erst recht ab. Das 2015 erschienene Album Opposition hat in Deutschland mittlerweile Goldstatus – über 100.000 Tonträger gingen über die Ladentheke. Zwei Shows im Dezember 2015 in Berlin und Köln waren die größten Einzelkonzerte der Bandgeschichte. Das konnte auch die Echo-Jury nicht mehr ignorieren. (ht)

COMPACT Titelthema Die neue Christenverfolgung _ von Martin Müller-Mertens/Federico Bischoff Der Islamofaschismus marschiert: Weltweit sind Christen die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft, im Nahen Osten sind sie sogar von der Auslöschung bedroht. Auch in Deutschland geraten sie zunehmend unter Druck eines immer aggressiver auftretenden Islams. Koptische Christen bei einer Messe in Kairo. In Ägypten stellen sie etwa 20 Prozent der 80 Millionen Bürger. Nach dem Sturz von Präsident Mubarak durch die Muslimbrüder 2011 gab es zahlreiche Pogrome. Foto: nationalreview.com An Ostern gedenken Christen in aller Welt des auferstandenen Gottessohnes – ein Freudenfest. Doch in diesem Jahr wurde die Heilige Woche für sie zur Hölle. Am Dienstag davor schlugen islamische Terroristen in Brüssel zu – 32 Tote. Am Karfreitag nagelten muslimische Mordgesellen in der jemenitischen Hauptstadt Aden einen katholischen Pfarrer ans Kreuz, wie der Wiener Kardinal Christoph Schönborn beklagte. Der Geistliche war bereits Anfang März entführt worden, als ein Dschihad-Kommando ein Altersheim überfallen und sechzehn Mitarbeiter, darunter vier Nonnen, bestialisch ermordet hatte. Am Ostersonntag riss ein Bombenanschlag in Pakistan 70 Menschen in den Tod. «Wir haben das Attentat von Lahore begangen, weil Christen unser Ziel sind», verkündete ein Sprecher der Terrormiliz Ehsanullah Ehsan. 2.000 Jahre Geschichte ausgelöscht Während in den westlichen Ländern Politik und Leitmedien vor allem vor Islamfeindschaft («Islamophobie») warnen, ignorieren sie die Bedrohung jener Religion, die das Abendland seit bald 2.000 Jahren prägt. «Gegenwärtig ist die größte Christenverfolgung aller Zeiten im Gang», warnte die Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) auf einer Konferenz im November 2015. Nach wie vor gibt es weltweit mehr Anhänger von Jesus als von Mohammed (aktuell 2,26 versus 1,57 Milliarden). Doch jeder zehnte Anhänger des christlichen Glaubens, rund 250 Millionen Menschen, lebt in Angst vor Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung, wie Johann Marte, Präsident der Organisation Pro Oriente, bei der IGFM-Tagung offenlegte. «Christen machen Experten zufolge rund 80 Prozent all jener Menschen aus, die wegen ihres Glaubens bedroht, misshandelt, eingesperrt oder getötet werden.» Die Organisation Open Doors nennt 50 Länder, in denen ein beträchtlicher Teil der dort lebenden rund 625 Millionen Christen direkt von Verfolgung betroffen ist. In 35 der 50 Länder sei der islamische Extremismus hauptverantwortlich. Die 2010 veröffentlichte Studie The Price of Freedom Denied geht von 130.000 bis 170.000 Märtyrern pro Jahr aus – Zahlen, die kein Gehör in der Öffentlichkeit finden. Urs Gehriger machte 2012 in der Schweizer Weltwoche eine regelrechte «Verschwörung des Schweigens» aus, als deren Grund er auch die weitverbreitete Angst vor dem politisch korrekten Vorwurf der Islamophobie nannte. Die Mutter Gottes konnte das Grauen nicht verhindern. Foto: Screenshot YouTube «Bewahrt die Christen im Nahen Osten vor der Auslöschung!» Pfarrer Jaar 11

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