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COMPACT-Magazin 05-2016

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COMPACT Titelthema Kairo, August 2013: Brennende Kirche, Bergung von Opfern. In jenem Sommer wurden über 50 Gotteshäuser von Flammen zerstört. Fotos: Archiv Flüchtlingsheime sind für Christen zu Angstzonen verkommen. Bild rechts: Erschlagen, erstochen, verbrannt: Islamistischer Überfall auf die Kirche Our Salvation Lady in Bagdad/Irak im Jahr 2010. Foto: raymondibrahim.com Besonders dramatisch ist die Lage im Orient. Dort geht gerade die 2.000-jährige Geschichte der Christen in den Stürmen der Gewalt unter, die der sogenannte Arabische Frühling entfesselt hat. «Bewahrt die Christen im Nahen Osten vor der Auslöschung», fordert der Koordinator der Flüchtlingshilfe in Jordanien, Pfarrer Khalil Jaar. Von den insgesamt 35 Millionen Christen, deren Muttersprache Arabisch ist, leben 20 Millionen im Exil und nur noch 15 Millionen in ihren Herkunftsländern. In Syrien, wo im Jahr 1920 noch jeder dritte Bürger unter dem Kreuz betete, war es 2010 nur noch jeder zehnte, insgesamt zwei Millionen. Davon sind jetzt, nach fünf Jahren Dschihad-Aggression, gerade noch 770.000 im Land geblieben, oft als Binnenvertriebene. Auch im benachbarten Irak hat der Vormarsch der Kopf-ab-Milizen zur Entstehung «christenfreier Zonen» geführt, wie der CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder zu Jahresanfang beklagte. Bezeichnend ist das Verhalten der US-Regierung, die den IS und die verbündete al-Nusra-Front lange gefördert hat. Während Washington immer dann, wenn Muslime sich bedroht fühlten, schnell von Genozid sprach – etwa in Bosnien, im Kosovo und in Tschetschenien –, weigern sich die USA bis heute, diesen Begriff für unsere von Mord und Vertreibung geplagten Glaubensbrüder in der Levante und im Zweistromland zu verwenden. Im Unterschied dazu hat das Europaparlament in einer Resolution vom Februar 2016 die Christenverfolgung durch den IS als «Völkermord» gebrandmarkt – aber nur jene im Irak, nicht jene in Syrien. Die Unterscheidung ist, was das Vorgehen der Terroristen angeht, völlig unsinnig. Ihr einziger Zweck besteht darin, dass die wackeren Menschenrechtsstreiter nicht ins selbe Horn stoßen wollen wie der syrische Präsident Baschar al-Assad. Diesen hassen die Eurokraten nämlich noch mehr als den IS – obwohl in seinem Herrschaftsbereich die Angehörigen der religiösen Minderheiten immer gleichberechtigte Bürger waren – und es noch sind. Vorstoß nach Europa Dass Christen um Leib und Leben fürchten müssen, ist aber längst nicht mehr nur ein Horrorszenario aus dem Nahen Osten. Im Zuge der Migrationsflut kamen auch zigtausende Dschihadisten zu uns, die hier ihren Arabischen Frühling fortsetzen wollen, nachdem sie in Syrien dank des russischen Eingreifens vorläufig an ihre Grenzen gestoßen sind. Ihre ersten Opfer sind in der Regel diejenigen, die vor ihnen gerade geflohen waren: Unsere Flüchtlingsheime sind für Christen zu Angstzonen verkommen. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die «Verweigerung des Gebrauchs der Toilette mit dem Hinweis auf die angebliche Unreinheit des christlichen Benutzers» oder «Androhung und Austeilen von Prügel», wie Volker Kauder im März in der Welt am Sonntag kritisierte. Im Februar 2016 meldete ein Bewohner der Massenunterkunft in Berlin-Tempelhof sogar einen Mordplan. Demnach unterhielten sich Moslems darüber, wie christliche Iraner am besten umgebracht werden könnten. Detailliert planten sie, die Kuffar (Ungläubige) zu verbrennen. Auch Pfarrer Gottfried Martens von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Berlin kennt Fälle ungehemmter Gewaltorgien. Opfer waren zum Beispiel zwei Perser, die in einem Heim im Stadtteil Dahlem beim Bibellesen erwischt wurden. «Die Wachleute [sic!] stürmten ins Zimmer, riefen: ”Die Bibel ist haram [islamischer Ausdruck für unrein]”, drückten die beiden an die Wand, schlugen und traten auf sie ein.» Mittlerweile herrsche in vielen Einrichtungen ein regelrechtes «Scharia-Klima». Wo Christen am stärksten verfolgt werden Mauretanien Kasachstan Aserbaidschan Usbekistan Türkei Turkmenistan Tadschikistan China Tunesien Syrien Afghanistan Irak Iran Algerien Jordanien Pakistan Bhutan Libyen Kuweit Ägypten Bangla- Saudi- Katar Arabien Indien desch Laos VAE Myanmar Mali Sudan Eritrea Jemen Oman Vietnam Nigeria Dschibuti Zentralafrika Somalia Äthiopien Sri Lanka Kenia Malaysia Malediven Nordkorea Mexico Kolumbien Tansania Komoren Ausmaß der Verfolgung: Absolut > 85 Punkte Extrem > 70 Punkte Schwer > 45 Punkte Mittel > 40 Punkte 100 = totale Verfolgung Indonesien Quelle: Weltverfolgungsindex Open Doors, 2015 12

Oft verbündet sich der Christenhass der neu Zugereisten mit dem der schon länger hier lebenden Migranten. Das hat Ajdin (Name geändert) am eigenen Leib zu spüren bekommen. Unter den giftigen Blicken eines breitschultrigen moslemischen Sicherheitsmannes betrat der iranische Christ an einem Novemberabend 2015 den Speisesaal seines Flüchtlingsheimes im hessischen Hochtaunuskreis. Plötzlich hagelte es Schläge durch einen weiteren Securitymitarbeiter. «Ein anderer schubste mich zum Pfortenbereich, wo zwei weitere Wachleute auf mich warteten. Der warf mir vor, ich hätte ”scheiß Islam” gesagt. Dann prügelten mich alle Vier, durch die Faustschläge ging ich zu Boden; dann traten sie mich ins Gesicht». Dass der 31-jährige Ajdin die Attacke überlebte, war ein Wunder: «Schädelprellung, Monokelhämatom rechts, Stumpfes Thoraxtrauma, stumpfes Bauchtrauma», beschreibt der Befund der Notaufnahme mit medizinischen Fachwörtern den Leidensweg des Christen. Hätten deutsche Sicherheitsmänner einen Migranten derart malträtiert, der Aufschrei wäre in der gesamten Republik vernehmbar gewesen. Doch in diesem Fall beschwichtigten die Behörden. «Ein etwaiger religiös motivierter Hintergrund dieser Auseinandersetzung ist uns nicht bekannt», erklärte die Kreisverwaltung. Justiz erlaubt «Scheiß Christen» Wegschauen und verharmlosen ist die Devise deutscher Staatsorgane, wenn es um muslimische Aggressivität geht. Dass Mohammedaner Andersgläubige wie selbstverständlich als «Scheiß Christen» bezeichnen dürfen, ist längst amtlich abgesegnet. Die Staatsanwaltschaft Koblenz stellte 2010 ein entsprechendes Verfahren gegen die Moslems Süleyman S. und Burak U. ein, da sie keine Beleidigung erkennen konnte. «Scheiß Moslem» würde dagegen – zu Recht – zu einer Verurteilung führen. Dass an einem Berliner Gymnasium – und nicht nur dort – «Verhaltenskontrollen selbsternannter Sittenwächter gang und gäbe gewesen» seien, räumte sogar die Frankfurter Allgemeine ein. «Die Wirklichkeit verändert sich seit zehn Jahren hin zu immer mehr fundamentalistischer Religiosität», sagt die langjährige Leiterin eines Mädchentreffs im Berliner Bezirk Neukölln, Gabriele Heinemann. Sie planten, die Ungläubigen zu verbrennen. Lange ging es Vorbetern und sittenstrengen Familienoberhäuptern in deutschen Parallelkulturen jedoch weniger um gesellschaftlichen Einfluss als um die Immunisierung der eigenen Gemeinschaft gegen die Verlockungen der deutschen Kuffar. Bereits 1993 thematisierte das Lehrbuch Du und der Islam einer Münchner Koranschule etwaige Wünsche moslemischer Kinder, an Geburtstagsfeiern ihrer deutschen Freunde teilzunehmen. «Gehe besser nicht dorthin, mein liebes Töchterchen, denn Elke und ihre Eltern und ihre Freundinnen sind keine Muslime», ließ das Schundwerk einen fiktiven Vater dozieren. Inzwischen sind die so belehrten Töchterchen, vor allem jedoch ihre indoktrinierten Brüder erwachsen geworden. Fordernd pochen sie heute auf ihre dominante Sichtbarkeit im öffentlichen Raum. Beim deutschen Appeasement-Staat haben sie damit leichtes Spiel. So sieht der geplante Islamvertrag zwischen dem Land Niedersachsen und den Verbänden DITIB und Schura das Recht auf Gebetsräume in allen öffentlichen Schulen vor. «Jesus ist der Sklave von Allah» (Plakat rechts). – «Der Islam wird Rom erobern» (Plakat links): Der Sitz des Papstes wird auch in Strategiepapieren des IS als Ziel genannt. Foto: thecommentator.com Vom Islamischen Staat öffentlich gekreuzigter Christ. Foto: jems.mr-sued.de Das Kreuz steht als Verursacher im Vordergrund: «Spiegel»-Cover nach den Terroranschlägen in Brüssel am 22.3.2016. Foto: Spiegel Online 13

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