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COMPACT-Magazin 05-2016

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Ehrlicher Journalismus

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Böhmermann: Je suis Arschgeige Böhmermann hier, Böhmermann da. Morgens, mittags, abends. Ich kann den Typen mit seinem Hipster- Bärtchen nicht mehr sehen. Jammert fast so schlimm rum wie Erdogan: Huch, ich verstehe die Welt nicht mehr. Huch, ich komme nicht zur Grimme-Preis-Verleihung. Huch, ich brauche Polizeischutz. Was für ein Warmduscher! Der Engländer sagt: If you can‘t stand the heat, get out of the kitchen. Auf Deutsch: Wenn Du schon den Türken wegen seines angeblich kleinen Johannes anfurzt, dann musst Du beweisen, dass Du einen längeren hast. Hast Du aber nicht. Du hast einfach wie ein Besoffener rumgepinkelt, politischer Inhalt nahe null, und am Ende hast Du gemerkt, dass Du einen Dobermann angestrullert hast. Und jetzt rennst Du zu Mutti, damit sie Dir hilft. Das Problem: Die hat selber mehr Schiss als Vaterlandsliebe. COMPACT Editorial Am meisten ärgert mich ja, dass ich am Ende des Tages juristisch auch noch hinter dem Weichei stehen muss. Ja, muss, denn Satire darf alles, da hat Tucholsky recht! Und außerdem ist Lachen gesund, da darf‘s auch mal derbe zugehen. Von Akif Pirinçci habe ich mir außerdem sagen lassen, dass die Osmanen ohnedies viel schlimmer fluchen als wir – «Fick Deine Mutter» sei da noch das Harmloseste. Vor allem aber: Der Orient-Gröfaz soll die Klappe halten und sich nicht in unsere Innenpolitik einmischen. Mit einem Böhmermann werden wir schon selber fertig – wenn wir hoffentlich bald die GEZ-Medien per Zahlungsboykott auf eine Mindestversorgung zurechtstutzen. Anders gesagt: Die Kultur in Deutschland ist Sache der Deutschen, dazu brauchen wir keinen Mufti-Zensor. Hier Almanya, nicht Antalya– kapiert, Erdogan?! Aber nur einer Minderheit der Böhmermann-Unterstützer geht es um die Freiheit Deutschlands und die Verteidigung gegen ausländische Einmischung. Man muss sich nur die Truppe anschauen, die sich hinter seinem schmächtigen Rücken versammelt hat: Von Springer-Chef Mathias Döpfner über die Grünen bis zur Linkspartei twittern alle #freeboehmi, die uns bisher schon mit «Refugee welcome» genervt haben und unser Volk austauschen wollen. Man wird den Verdacht nicht los, dass diese Multikulti-Querfront nicht, wie unsereins, Erdogan zum Teufel wünscht, weil er zu viele Asylforderer zu uns durchlässt – sondern zu wenige. Für diese Bagage ist der starke Mann vom Bosporus nicht deswegen zum Hassobjekt geworden, weil er die Souveränität Deutschlands verhöhnt, sondern weil er die Souveränität der Türkei verteidigt. Bei allem, was man Schlechtes über ihn sagen muss, zeichnet ihn immerhin aus, was den deutschen Politikdarstellern fehlt: Er hat Eier, und er steht für sein Volk ein. Will man ihm klarmachen, dass er daraus keine Verachtung anderer Völker ableiten darf, muss man ihm zeigen, wo der Hammer hängt. Derzeit macht das nur Putin. Böhmermann und Charlie Hebdo: Obwohl ich deren Meinungsfreiheit verteidige, werde ich mich nicht mit ihnen gemein machen. Sie bleiben Arschgeigen, weil sie unsere Feinde, die am Schluss auch auf sie losgegangen sind, selbst stark gemacht haben. Die französischen Karikaturisten haben jahrelang Jesus verhöhnt – mehr als Mohammed! – und damit die Zerstörung des christlichen Glaubens, der einen Schutzschild gegen den totalitären Islam bilden könnte, mit vorangetrieben. Und der TV-Zappeljan teilte in der Vergangenheit in schöner Regelmäßigkeit gegen Pegida und Co. aus – die immer schon vor der Erdoganisierung gewarnt haben. Ich wünsche mir Harald Schmidt zurück! Bei Dirty Harry ging‘s ebenfalls deftig zu aber es gibt zwei Unterschiede zu Böhmermann: Erstens respektierte der praktizierende Katholik den Glauben, und zweitens verspottete er in erster Linie die politische Korrektheit – und nicht deren Kritiker. Unvergessen, wie oft er «Neger» sagen konnte und wie sein «Nazometer» bei bööösen Wörtern wie Autobahn anschlug! Ob er genau deswegen abgesägt wurde? Chefredakteur Jürgen Elsässer. Foto: Jörg Gründler 3

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