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COMPACT-Magazin 05-2016

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COMPACT Titelthema Auf Einladung der Kanzlerin _ von Jürgen Elsässer Die Terroranschläge in Brüssel wären ohne Angela Merkels Politik der Offenen Grenzen nicht möglich gewesen. Der Drahtzieher nutzte den von ihr angeordneten Verzicht auf Polizeikontrollen, um die Mörder an den Tatort zu bringen. Die Verharmlosung geht weiter. «Die Terroristen sind keine Flüchtlinge», erklärte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) am 24. März mit Blick auf das Blutbad, das Killer des Islamischen Staates (IS) zwei Tage zuvor in der belgischen Hauptstadt angerichtet hatten. Genauso blind hatte sich Innenminister Thomas de Maizière (CDU) schon wenige Stunden nach den Anschlägen geäußert: Er sehe «keinerlei Hinweise auf einen Deutschland-Bezug» der Täter. Der Terroristen-Chauffeur und mutmaßliche Drahtzieher in Paris und Brüssel Salah Abdeslam. Foto: picture alliance/dpa Die Bombenleger vom Brüsseler Flughafen: Der «Mann mit Hut» überlebte, ist mittlerweile gefasst und hat gestanden. Die beiden anderen sind tot: Ibrahim el- Bakroui (Mitte, Bruder des im Artikel erwähnten Khalid) und der ebenfalls im Text erwähnte Sofiane Ayari (links, richtiger Name vermutlich Najim Laachraoui). Foto: Belgian Federal Police Ähnliche Beschwörungsformeln waren schon nach der Schreckensnacht am 13. November in Paris aus der Bundesregierung zu hören gewesen: Maas verkündete auch damals, es gebe «keine Verbindung zwischen Terror und Flüchtlingen». Doch bereits nach wenigen Tagen wurde klar, dass zumindest einer der acht Attentäter als Flüchtling über die griechische Insel Leros eingereist war, bald darauf erhöhte sich die Zahl auf drei. Von Leros nach Ulm Wie schon im November haben sich Maas und Co. auch im März mit ihrer Weißwäscherei gründlich blamiert – aber sich bis heute nicht für diese gemeingefährliche Irreführung der Öffentlichkeit entschuldigt. Betrachten wir die Fakten. «Zumindest drei der Attentäter von Brüssel sind als Flüchtlinge getarnt über die Balkanroute in die EU eingereist», berichtete die österreichische Kronen-Zeitung am 31. März mit Verweis auf griechische Polizeikreise. Bei den dreien handelte es sich um Naim al-Hamed und Sofiane Ayari, die ebenfalls in Leros den Boden des gelobten Schengen- Landes betreten hatten, und um Khalid el Bakraoui, der sich dann in der Metro in die Luft sprengte. Dessen Reiseroute ist besonders bemerkenswert: Er kam eigens im Juli 2015 von Italien nach Leros – ein riesiger Umweg auf dem Weg nach Brüssel. Das häufige Auftauchen dieser Insel als Einreisepunkt sowohl für die Pariser wie für die Brüsseler Attentäter weist darauf hin, dass sie hier auf die Komplizenschaft, zumindest aber auf die Schlamperei griechischer Grenzbeamter hoffen konnten. Mittlerweile scheint klar, dass nicht nur drei der Täter als Asylbewerber kamen. «Die IS-Terroristen, so glauben die französischen Ermittler inzwischen, reisten mehrheitlich [sic!] als syrische Flüchtlinge getarnt auf der sogenannten Balkanroute in die Europäische Union», referierte die Welt am 6. April den Ermittlungsstand zum Brüsseler Anschlag. 20 Als Organisator fungierte dabei – wie schon zuvor in Paris – Salah Abdeslam, der Bruder eines Selbstmordbombers vom 13. November. Seine Festnahme im berüchtigten Molenbeek am 18. März soll die Attentäter zum Zuschlagen vier Tage später provoziert haben. Abdeslam sitzt mittlerweile im Hochsicherheitstrakt in Brügge und schweigt. Trotzdem konnten die Ermittler anhand der Navigationsgeräte seiner Mietwagen rekonstruieren, wie er vorgegangen war.

Insgesamt vier Fahrten sind nachgewiesen: Anfang August 2015 reiste er von Italien ins griechische Patras und wieder zurück. Der Zweck der Fahrt ist unklar, eventuell diente sie der Vorbereitung des Folgenden. Am 8. und 9. September fuhr er gezielt von Brüssel nach Budapest und parkte dort unweit des Ostbahnhofes, wo sich zu diesem Zeitpunkt Tausende von Syrern und anderen angeblichen Flüchtlingen in Erwartung der Weiterreise nach Mitteleuropa gesammelt hatten. Das Datum steht in unmittelbarer Verbindung mit dem Wegfall der deutschen Grenzkontrollen, die Merkel in der Nacht vom 4. auf den 5. September verkündet hatte. Abdeslam erkannte offensichtlich, dass diese Situation günstig war, um mordwillige Dschihadisten zu schleusen. Erwiesen ist jedenfalls, dass er auf dem Rückweg Mohammed Belkaid und Nadschim Lachraoui im Auto hatte: den angeblichen Logistiker der Pariser Anschläge und einen der Selbstmordbomber vom Brüsseler Flughafen. Die gleiche Tour machte Abdeslam nochmal am 17. September, wobei ungeklärt ist, wen er an diesem Tag abgeholt hat. aus der Flüchtlingsunterkunft verschwunden.» (Welt, 6.4.2016) Im Ibis checkten in jener Nacht drei Personen unter falschem Namen ein. Das Bundeskriminalamt identifizierte eine von ihnen anhand der Fingerabdrücke als Monir Ahmed Alaj – der Mann, der Mitte März zusammen mit Abdeslam verhaftet werden sollte. Er und der eingangs bereits erwähnte Sofiane Ayari hatten sich am 1. Oktober brav im bayrischen Feldkirchen als Asylbewerber registrieren lassen. Blut an den Händen Das Verblüffende: Die genannten Personen wiesen sich beim Betreten von Schengen-Europa allesamt mit gefälschten Pässen als Syrer aus. Auf diese Idee hatte sie Merkel höchstpersönlich gebracht: Sie hatte in den letzten Augusttagen 2015 angewiesen, dass Bürger des Bürgerkriegslandes auf jeden Fall in Deutschland einreisen könnten und nicht in den Staat, wo sie zuerst in die EU eingereist waren, zurückgeschoben werden dürften – ein klarer Bruch des Dublin-Abkommens. Der Schock, das Grauen, die Verzweiflung: Überlebende auf dem Brüsseler Flughafen, 22. März 2016. Foto: picture alliance / AP Photo Zu spät: Armeeaufmarsch nach dem Inferno. Foto: picture alliance / dpa Besonders interessant ist der Ausflug, den der Terror-Chauffeur am 2. und 3. Oktober unternahm. Dieses Mal fuhr er nicht nach Ungarn, das seine Grenzen mittlerweile geschlossen hatte, sondern nach Ulm, wo einige hundert Balkandurchzügler gelandet waren. «Sein Ziel war das Ibis-Hotel am Bahnhof. Wenige Tage zuvor war in der Nähe eine Notunterkunft für Flüchtlinge in den Ulmer Messehallen eingerichtet worden. (…) Unter sie hatten sich vermutlich auch die IS-Terroristen gemischt, die Abdeslam in dieser Nacht einsammelte. Nach seiner Reise waren jedenfalls drei Männer, die sich in Ulm als Syrer ausgegeben hatten, Aber die Schuld der Bundeskanzlerin ist noch größer. Es stimmt nämlich nicht, wie die Leitmedien behaupten, dass man die gefälschten Personaldokumente nicht hätte entdecken können, weil es sich dabei gar nicht um Fälschungen handele, sondern um originale Blankopässe, von denen der IS und die verbündete al- Nusra-Front schon 2015 insgesamt 3.800 gestohlen hatten. Dabei wird geflissentlich übergangen, dass man die Neuinhaber dieser Papiere sehr wohl hätte identifizieren können, denn: «Die Nummern der gestohlenen Pässe sind den Behörden bekannt und zur Fahndung ausgeschrieben. Die Informationen gab Griechen- Merkel selbst hatte die Terroristen auf die Idee mit den syrischen Pässen gebracht. 21

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