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COMPACT-Magazin 05-2016

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COMPACT

COMPACT Titelthema Spott über die Fahnder Wie fahrlässig die Sicherheitsdienste die Dschihadisten gewähren lassen, zeigt besonders das Beispiel des mutmaßlichen Drahtziehers der Pariser Anschläge, Abdelhamid Abaaoud (übrigens ein Bekannter des im Artikel genannten deutschen Dschihadisten Nils D.). Er gab dem IS-Magazin Dabiq bereits im Februar 2015 ein Interview, in dem er aus seinen Terrorplänen keinen Hehl machte. Obwohl er darin seine Fahnder verspottete, wurde er in der Folge nicht mit Hochdruck gesucht. Auszüge: «Die Nachrichtendienste kannten mich, weil ich vorher von ihnen geschnappt worden war. Nach der Erstürmung konnten sie mich direkt mit den geplanten Anschlägen in Verbindung bringen. (…) All das beweist, dass Muslime nicht das aufgeblasene Image der Überwachung der Kreuzfahrer fürchten müssen. Mein Name und mein Bild waren überall in den Nachrichten, trotzdem konnte ich in ihren Ländern bleiben, Operationen gegen sie planen und das Land sicher verlassen, wenn es notwendig wurde.» Abdelhamid Abaaoud mit IS-Fahne. Foto: Dabiq land bereits im Juni in das Schengeninformationssystem (SIS) ein.» (Berliner Zeitung, 24.9.2015) Hätte die Bundeskanzlerin also Anfang September die Grenzkontrollen nicht ausgesetzt und jedes einzelne Ausweisdokument der Einreisenden überprüfen lassen, hätten durch SIS-Abgleich alle verdächtigen Personen sofort festgenommen und eingesperrt werden können. Nur weil das nicht geschah, konnten die Terroristen durchschlüpfen und auf ihre Stunde warten. Ein alter Bekannter Mittlerweile versuchen die deutschen Sicherheitsbehörden in aller Hektik, die von der Kanzlerin zu verantwortende Gefährdungslage in den Griff zu bekommen. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen gab Mitte April zu, dass man die Situation «zunächst falsch eingeschätzt» habe: Man habe es «für unwahrscheinlich gehalten, dass der IS den Flüchtlingsstrom nutzen» werde. Maaßen weiter: «Wir dachten, das Risiko sei schlichtweg viel zu hoch. Mittlerweile wissen wir: Was den IS angeht, müssen wir eben auch dazulernen.» Das «islamistisch-terroristische Potential» in der Bundesrepublik beziffert er auf 1.100 Personen, hinzu kämen 8.650 Salafisten. Maaßen warnt nach jüngsten Videodrohungen der Kopf-ab-Miliz auch bei uns vor Anschlägen: «Deutsche Städte werden in einem Zusammenhang mit anderen Metropolen wie Paris, London oder Brüssel genannt.» Dass die Furcht nicht unbegründet ist, zeigt das Beispiel Nils D.. Der Konvertit aus Dinslaken steht seit Januar vor Gericht. Ermittler haben Fotos von ihm BELGIEN Brüssel 4 DEUTSCHLAND Würzburg 2 Ulm ITALIEN 1 3 Polizeikontrolle Aisterheim UNGARN gefunden, die ihn beim IS in Syrien zeigen. «Auf einem trägt D. einen Sprengstoffgürtel. Auf einem anderen hält er einem gefesselten Gefangenen eine Pistole an den Hinterkopf» (Süddeutsche Zeitung, 14.1.2016). Von besonderer Brisanz: D. gibt an, deutsche IS-Kämpfer hätten mit einigen der Paris-Attentäter in der Kleinstadt Kafr Hamra zusammengelebt. Etliche von ihnen haben laut D. in belgisch geführten Einheiten gekämpft. «Damit wäre die Verbindung zwischen Belgiern und Deutschen deutlich enger als bisher bekannt», resümiert die SZ. Laut D. ist ein gewisser Reda Seyam der wichtigste deutschsprachige Mann des IS. Die Bild-Zeitung will erfahren haben, dass der Deutsch-Ägypter für die Terrormiliz eine Liste mit «über 100 Männern» erstellt hat, die bereit seien, Aufgaben für den IS «in der Türkei oder in Europa» zu übernehmen, und auch vor Selbstmordattentaten nicht zurückschrecken. Während das Verfahren gegen D. als Ergebnis der Wachsamkeit unserer Behörden erscheinen mag, deuten die Aussagen über Seyam auf ihr Scheitern oder Schlimmeres hin: Obwohl er seit 20 Jahren bei allen dschihadistischen Mordbrennereien als vermeintlicher Kameramann auftaucht – Bosnienkrieg 1995, Bali-Attentate 2002, Latakia/Syrien 2013 –, konnte er die ganze Zeit in Ulm, später in Berlin offen leben und Hartz-IV beziehen. Im Jahr 2012 unterstützte er mit seinen Videofilmen die kostenlose Koran-Verteilung der Salafisten. Auch bei deren gewalttätigen Kundgebungen in Bonn im selben Jahr war er anwesend. Will man mit seiner Verhaftung warten, bis seine IS-Rekruten ein deutsches 9/11 ins Werk gesetzt haben? (Mehr zu Seyam in COMPACT 9/2014) Die Wege der Brüsseler Terroristen Budapest 5 1 2 3 4 5 1.8.2015: Organisator Salah Abdeslam reist nach Piräus zu Vorbereitungen. 8./9.9.2015: Abdeslam holt einige der späteren Täter in Budapest ab. 17.9.2015: Abdeslam erneut in Budapest. 2./3.10.2015: Abdeslam holt weitere Terroristen in Ulm ab. Einreise von mindestens drei Terroristen über die griechische Insel Leros. Bari GRIECHENLAND 22 COMPACT Spezial Nr. 5 – «Dschihad in Europa». Foto: COMPACT Quelle: statista Grafik: COMPACT Leros

COMPACT Titelthema Der Schöngeist und die Umvolkung _ von Akif Pirinçci Navid Kermani lehnt das Kreuz der Christen rundheraus ab und gerät bei islamischen Turnübungen in Ekstase. Trotzdem – nein: deswegen! – ist der deutsch-iranische Schriftsteller zum Liebling des Feuilletons avanciert und wird von den Eliten mit Auszeichnungen überhäuft. Der Begriff «Umvolkung» stammt von den Nationalsozialisten und meint den Bevölkerungsaustausch und die Re-Germanisierung in den damals von der Wehrmacht eroberten Ostgebieten zugunsten von Volksdeutschen und parallel dazu die Umsiedlung unerwünschter Volksgruppen in die ihnen neu zugewiesenen Gebiete. Es geht um die Auswechslung einer Bevölkerung gegen eine andere. Das Hauptmerkmal der Umvolkung ist ihre absolute Künstlichkeit. Sie ist eine widernatürliche Kopfgeburt. Menschen, die durch eine klar definierte Geographie, eine gemeinsame Gruppen- und Ahnengeschichte, einen Kulturkreis, einen kollektiven Erinnerungsschatz und nicht zuletzt durch eine exakt zu lokalisierende Heimat miteinander verschmolzen sind, sollen par ordre du mufti in ein fremdes Gefilde verfrachtet werden. Ein Volk dagegen ist eine dem Lande über Generationen hinweg natürlich gewachsene Menschenmenge mit mehr oder weniger ins Auge springenden speziellen Umgangsformen, Bräuchen, Schrulligkeiten, Gepflogenheiten und Lebensweisen, vor allem jedoch mit einer alle verbindenden gemeinsamen Identität. Darunter kann selbstredend auch der neu Hinzugekommene fallen, der anerkennt, dass diese landestypische Manier ihm weit mehr behagt als seine alte und abgelegte. Er müsste es jedoch nicht nur anerkennen, sondern auch fühlen und beweisen. Das Nachplappern von aufgeschnappten Grundgesetzartikeln nützt gar nichts. Es ist bloß Show, um unter einem freiheitlichen Banner wie zum Beispiel der Religionsfreiheit seine zutiefst grundgesetzwidrigen Charakteristika mit Hilfe von pseudo-juristischen Spitzfindigkeiten zu verschleiern. Die Neudeutschen Einer dieser Deutschtuenden ist Navid Kermani, ein deutsch-iranischer Schriftsteller, den vermutlich nur ein Prozent der deutschen Buchinteressierten kennt und liest. Exakt jener ahnungslose deutsche Leser fiele jedoch wohl aus allen Wolken, wenn er erführe, dass gerade dieser unbekannteste Schriftsteller der Republik der absolute, wenn nicht sogar der Feuilletonliebling schlechthin unserer moslemarschkriechenden Presse ist und wie viele Literaturpreise er schon eingeheimst hat. Ich zähle sie kurz auf: Ernst-Bloch-Förderpreis, Jahrespreis der Helga-und-Edzard-Reuter-Stiftung, Schwarzkopf-Europa-Preis der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa, Stipendiat in der Villa Massimo, Hessischer Kulturpreis, Buber-Rosenzweig-Medaille, Hannah-Arendt-Preis, Ehrenpreis des Kölner Kulturpreises, Kleist-Preis, Cicero-Rednerpreis, Gerty-Spies- Literaturpreis, Joseph-Breitbach-Preis, Deutscher Dialogpreis des BDDI, Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste und schließlich und endlich der höchste aller in diesem Land zu vergebenden Literaturpreise, nämlich den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Ganz ehrlich, kennen Sie Navid Kermani? Nein? Dann möchte ich Sie über ihn aufklären. Kermani ist nicht irgendein Schriftsteller mit Migrationshintergrund und schon gar nicht ist er einer der üblichen Islamverharmloser, der, obwohl selber areligiös und westlich lebend, die verlogene Monstranz der Fremdenliebe vor sich herträgt, indem er jede Art von Barbarei dieses Gewalt-und-Jungfrauen-Kults relativiert und als «andere Kultur» schönredet. Im Gegenteil, Kermani ist ein ganz Harter und spuckt seinen christlichen Gastgebern sogar ins Gesicht: «Kreuzen gegen- Navid Kermani, hier mit Mineralwasser, gerät bei Sufi-Übungen in Verzückung. Foto: ravensbuch.de Das Hauptmerkmal der Umvolkung ist ihre absolute Künstlichkeit. 23

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