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COMPACT-Magazin 05-2016

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COMPACT Leben Gestorben auf Golgatha _ von Harald Harzheim Der Film «Superman vs. Batman» setzt einen Schlusspunkt unter die Saga der Weltenretter, die in den letzten Jahrzehnten die Massenkultur dominiert haben. Immerhin hat ihnen Hollywood ein Begräbnis erster Klasse spendiert. Duell der Giganten: Für den 151 Minuten langen Abgesang traten Henry Cavill (Superman) und Ben Affleck (Batman) gegeneinander an. Foto: Clay Enos, Warner Bros. Entertainment Inc. Zwei Figuren haben im Horror- oder Sci-fi-Genre Erfolg? Dann lässt man sie garantiert gegeneinander antreten. Dieses Erfolgsrezept kannte schon der deutsche Stummfilm: Der Golem (1915) zog die Massen ins Kino? Und Alraune (1918) ließ die Kassen klingeln? Also drehte man Alraune und der Golem (1919). Auch in Hollywood setzte sich diese Strategie schnell durch: Frankenstein (1931) und The Wolfman (1941) füllten Kinosäle? Wie sehr musste erst Frankenstein meets the Wolfman (1943) das Publikum anlocken! Wobei «meets» (deutsch: trifft) natürlich gegenseitiges Zerfetzen meinte. Auch in den letzten Jahren stürmte das Crossover- Konzept cineastische Hitparaden. Nach Etablierung der kultigen Serienkiller Freddy Krueger (Nightmare on Elm Street) und Jason Voorhees (Friday the 13th) ließ man sie in Freddy vs. Jason (2003) aufeinander los. Ebenso die beiden Mega-Monster Alien vs. Predator (2004). In solchen Filmen mussten die Guten nicht das Böse besiegen. Es reichte, wenn Hollywood einen Showdown arrangierte. Dann konnte man sich zurücklehnen und zusehen, wie die Bösen sich gegenseitig zermetzgerten. Wie aber passt das zu Batman vs. Superman: Dawn of Justice (Batman gegen Superman: Anbruch der Gerechtigkeit), der jüngst ins Kino kam? Da handelt es sich doch um zwei gute Charaktere. Warum sollten die sich bekriegen? Hat einer von denen die Seite gewechselt? Nein, besser: Der Unterschied zwischen Gut und Böse fällt einfach weg… Die Welt aus den Fugen Bereits Comic-Zeichner Frank Miller hatte die Figur Batman kräftig verdunkelt, ihr Brüche und Abgründe zugestanden. Eine Deutung, die Regisseur Christopher Nolan für seine Dark-Knight-Trilogie übernahm. Als ausführender Produzent von Batman vs. Superman treibt er den Fledermausmann diesmal noch tiefer in die Finsternis. Unheilbar von der Ermordung seiner Eltern traumatisiert, ist er jetzt beinahe zum Dämon mutiert: unrasiert, im schuppigen Eisenpanzer und mit glühenden Augen. Regisseur Zack Snyder, der mit 300 (2006) bereits einen Comic Millers verfilmte, verwandelt auch Superman in einen tragischen Helden: Wie einst Leonidas steht er zaudernd vor den heimatlichen Kornfeldern und entschließt sich schließlich zur Aufopferung – als letzte Chance für eine Welt, die völlig aus den Fugen geraten ist, die ihn nicht mehr versteht, ihn nicht länger anerkennt. Traumata determinieren die Handlungen der Charaktere. 2005 wurde Henry Cavill für «Batman Begins» gecastet – aber letztlich nicht genommen. Foto: Warner Bros. Pictures 53

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