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COMPACT-Magazin 07-2016

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COMPACT Politik Bad Godesberg Angaben ohne Asylbewerber und arabische Medizintouristen Einwohner 71.365 BONN BAD GODESBERG Ausländer/Migranten davon wahlberechtigt für den Integrationsrat Deutsche 21,6 Quelle: COMPACT-Recherche Grafik: COMPACT % 71,3 28,7 Bild unten links: Auch am 20. Mai, fast zwei Wochen nach dem Verbrechen, trauerte Bonn am Schauplatz der Tat. Foto: picture alliance/dpa Bild rechts: Niqab und Burka gehören zum Straßenbild im bunten Bad Godesberg. Foto: Verena B., pi-news.net Die Verwahrlosung begann schon vor Jahrzehnten, wurde aber zunächst kaum registriert. Immerhin bezeugte der Vorsitzende der Bonner Polizeigewerkschaft im Gespräch mit der Presse bereits 1990, dass «Bürger zunehmend über Kriminalität eingewanderter Volksgruppen» klagen. Im Zuge der forcierten Masseneinwanderung nach der Jahrtausendwende hat sich die punktuelle Gewalt zum Flächenbrand entwickelt. «Vandalismus, PKW-Aufbrüche, Diebstähle, Einbruchserien in Wohnungen und Geschäfte, Tankstellen- und Banküberfälle gehörten (…) zum Alltag», beschreibt der ehemalige Polizist Stefan Schubert die jahrelange «Schreckensherrschaft» der Migrantenbande Black Jackets in seinem Buch Gangland Deutschland. Nach einer Razzia im Jahr 2013 appellierten die Behörden an die terrorisierte Bad Godesberger Bevölkerung: «Personen, die Opfer einer Straftat dieser Gruppe geworden sind, aber aus Angst bislang keine Strafanzeige erstattet haben, sollten sich bei der Polizei melden.» Bad Godesberg erinnert heute eher an den Gazastreifen. Doch an die Polizei glaubt hier schon lange niemand mehr. «Jetzt stehen vor der Schule mindestens drei Polizeiautos, aber vorher ist man durch Godesberg gelaufen, nachts wie tagsüber, und da war nie ein Polizist», schildert Paulina die Lage. 2013 engagierte der Verein Stadtmarketing im Schulterschluss mit mehreren Einzelhändlern einen privaten Sicherheitsdienst, um die Innenstadt zu kontrollieren. «Wir zahlen für Schutz Geld, und wenn man das Wortspiel umdreht, dann ist das halt Schutzgeld», fasste ein Ladeninhaber die Situation im Lokalfernsehen zusammen. «Die Rechte der Bürger hier werden nicht gewahrt», schimpft eine ältere Dame im Kurpark, die Kerzen zum Gedenken an Niklas verteilt. Sie möchte «einfach, dass alle Gruppen – Ausländer, Inländer – hier anständig und ohne Stress leben können». Niklas habe auch türkische und marokkanische Freunde gehabt – diese Feststellung ist ihr wichtig. Deutsche Jugend im Visier «Es ist einfach traurig, dass sich jetzt alle über die Sache mit Niklas aufregen – und vorher gab’s tausend Fälle, die nicht so schlimm waren, wo keiner zu Tode gekommen ist, und da wurde geschwiegen», klagt Joanna. Vor allem deutsche Jugendliche bewegen sich hier seit Jahren in einem ständigen Angstraum. Die Zäsur war vermutlich im August 2007, als eine in Kleinbussen angekarrte Migrantengruppe mehrere feiernde Schüler eines Privatgymnasiums im Kurpark mit Baseballschlägern attackierte. Der Fall veranlasste das Theater Bonn zu einer Recherche, die 2009 als Buch erschien. Zwei Welten belegt, dass unsere zivilisierten Regeln vielen Jugendlichen aus dem Migrantenmilieu nichts bedeuten. «Ich sag nicht, Deutsche sind schwach, aber die trauen sich nicht wie Ausländer draufzuschlagen», wird ein 19-jähriger syrischer Kurde zitiert. «Sie lassen sich auch viel gefallen. Die wehren sich nicht. Die tun nur zu ihren Eltern gehen und sagen, der hat mich geschlagen.» «Der Reflex, nicht zuzutreten, wenn jemand am Boden liegt, ist kulturell einstudiert, nicht vererbt. Wo also lernen das junge Menschen?», fragt sich Pfarrer und Dechant Dr. Wolfgang Picken. Als Seelsorger erfährt er fast täglich von der Gewalt. «Bei muslimischen Jugendlichen würden wir uns als Bürgerstiftung nicht verschließen, bei der Finanzierung eines arabischen Streetworkers zu helfen», sagte Picken 24

COMPACT Politik dem Bonner General-Anzeiger. «Aber da müssen als Erstes die aktiv werden, die etwas von dieser Gruppe verstehen, etwa die Moscheegemeinden. Ich kenne diese Jugendlichen zu wenig.» «Was mir passiert ist, passiert auch anderen», berichtete der 18-jährige Tim P., der nach einer Prügelattacke auf der Rheinaue rund einen Monat vor Niklas‘ Tod mit Schädel-Hirn-Trauma und einer Blutung im Kopfinnern auf die Intensivstation kam. «Gewalttätige Auseinandersetzungen gab es immer, und es wird sie immer geben», zitiert der General-Anzeiger Tims Vater. Der Wille, jemanden zu zerstören, ihm aus Frust massive Gewalt anzutun, sei jedoch neu. In Bad Godesberg, wo sogar die linke Taz Multikulti für «gescheitert» erklärt hat, kommt jede Form von Sozialarbeit zu spät. «Was sich hier seit Jahren abspielt, ist nicht mehr akzeptabel.», sagt Klaus K. «Wenn die eigenen Kinder gefährdet werden, ist es Zeit zu gehen.» Zwei 15-jährige Bandenmitglieder nordafrikanischer Herkunft hatten am 4. Juni seinen zwölfjährigen Sohn in ihre elterliche Wohnung verschleppt. 50 Euro sollte er besorgen, befahlen ihm seine mit Schlagstock und Klappmesser bewaffneten Peiniger. Falls er die Polizei rufe, werde man ihm «in einer Badewanne sämtliche Knochen brechen». Der mutige Junge verständigte seinen Vater, der daraufhin Anzeige erstattete. Es folgten Drohanrufe: «Ich werde Dich jagen und verfolgen», so habe es geheißen. «Ich weiß von einigen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben», sagt Klaus K., «sich aber nicht trauen, zur Polizei zu gehen». Hier beginnt der Orient Die Islamisierung ist in Bad Godesberg noch stärker als in vergleichbaren Kommunen, weil sie vom Phänomen des Medizintourismus beschleunigt wird: Wohlhabende Scheichs pilgern schon seit Jahren in den Bonner Stadtteil, weil die dortigen Kliniken in ihrer Heimat einen ausgezeichneten Ruf genießen. Monatelang mieten sie sich mit mehreren Frauen und großem Familienanhang in besten Wohnlagen ein. Als Immobilienhaie treten schon länger hier lebende Orientale auf, die mit gut gefüllter Kriegskasse Appartements und Häuser aufkaufen und diese den Prinzen aus dem Morgenland zu horrenden Mieten überlassen. Das hat Bad Godesberg praktisch in einen arabischen Stadtteil verwandelt. Mit der saudisch finanzierten König-Fahd-Akademie existiert seit Mitte der 1990er Jahre eine islamische Indoktrinationszentrale. Im Park sieht man abseits Zumba tanzender Frauen eine Gruppe in Burkas gekleideter Muslimas, in der Fußgängerzone sind die schwarzen Verhüllungen die vorherrschende Frauenbekleidung. Die Bonner Straße besteht fast ausschließlich aus Call-Shops, Wettbüros, orientalischen Bars und Cafés. Eine Ausnahme bildet das mittelalterliche Fachwerkhaus, von dessen Fassade trotzig die Godesberger Fahne weht. In einem Glaskasten klebt ein Zeitungsbericht, der vom letzten lokalen Gewaltvorfall berichtet. Hier lebt Filmemacher Juppi Schaefer, der mit Freunden vor einigen Jahren den Verein Die Godesberger gründete, aus dem 2013 eine Partei wurde, die sich für die Anliegen der Einheimischen einsetzt. «Die Burka ist herabwürdigend für alle Frauen, eine Provokation.» Juppi Schaefer «Jede freie Wohnung wird von Arabern gekauft und dann für 6.000 Euro bar auf die Hand an Medizintouristen vermietet», klagte Schaefer in der FAZ. Die anderen Eigentümer und Mieter hätten dann nichts mehr zu lachen. «Der Müll wird in den Flur geworfen. Regelmäßig tropft es durch die Decken, weil Araber das Badezimmer mit dem Schlauch ausspritzen, wenn vorher ihre Frauen drin waren.» Die Bürger fühlen sich von der Stadtverwaltung allein gelassen. Viel mehr als eine Beschwerdenummer gibt es nicht. Schaefers zweites Hauptanliegen ist das Verbot von Burkas: «Die Burka ist herabwürdigend für alle Frauen, eine Provokation. Es müsste ein Vermummungsverbot geben.» Knapp sechs Prozent der Stimmen bekamen Die Godesberger bei der Wahl der Bezirksvertretung vor zwei Jahren. Um «Bad Jodersbersch» noch zu retten, wie manch Einheimischer seine Heimatstadt hier liebevoll nennt, bräuchte es aber erheblich mehr. Alles nicht so schlimm? Beim Trauergottesdient für Niklas strömten die Bad Godesberger zu Hunderten in die St.-Marien Kirche. Einige Dutzend, die keinen Platz mehr bekamen, verfolgten die Predigt draußen über Lautsprecher. Zur Fronleichnamsprozession, die auch am Tatort vorbei führte, reichten die von Pfarrer Wolfgang Picken ausgeteilten tausend Hostien nicht aus. Picken verurteilte die ausbleibende Anteilnahme der Landesregierung: «Das ist eine vertane Chance, auch als Signal in die Öffentlichkeit. Denn die ist schon politikverdrossen genug.» NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) beruft sich derweil auf die Statistik: Mit 5.918 Delikten im Vorjahr sei der Stadtteil so sicher wie seit 2006 nicht mehr. Er wisse aber auch, erklärte Jäger am 2. Juni schnippisch, dass «man in Bad Godesberg mit Statistiken nie überzeugen» könne. Bild oben: Öffentliche Selbstgeißelung am Aschura-Tag, dem höchsten Fest der Schiiten in Bad Godesberg. Foto: Verena B., pi-news.net Bild oben: Die Sprache der Minderheit steht an zweiter Stelle. Foto: COMPACT Bild darunter: Aschura-Prozession in Godesberg. Foto: Verena B., pinews.net _ Tino Perlick ist Korrespondent bei COMPACT. In COMPACT 06/2016 schrieb er über die schleichende Verelendungspolitik innerhalb der Europäischen Union. 25

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