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COMPACT-Magazin 08-2016

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COMPACT Leben Harzheims Klassiker_ Patriotismus Leutnant Takeyama (Yukio Mishima): Seppuku lässt einen manchmal siegen. Foto: Filmverleih Leutnant Takeyama gehört zu einer geheimen Gruppierung, die im Februar 1936 gegen Japans korruptes Kabinett revoltiert. Der Aufstand wird niedergeschlagen. Takeyama, Beamter der Palastwache, muss jetzt seine verurteilten Kameraden erschießen. Aber ein solcher Verrat ist ihm unmöglich. In der Nacht vor der angesetzten Exekution schläft Takeyama ein letztes Mal mit seiner Frau Reiko. Anschließend begeht er Seppuku (oft fälschlich als Harakiri bezeichnet). Reiko assistiert ihm und verübt ebenfalls Selbstmord. scher Barockmöbel. Er zelebrierte einen erbarmungslosen Schönheits- und Körperkult, war homosexuell und Familienvater, Ästhet der Leidenschaft und Traditionalist zugleich. In wenigen Jahren schrieb Mishima eine blutige Schneise durch Japans Literatur, griff bei der Themenwahl auch in den Giftschrank europäischer Geschichte – so in dem Dramen Madame de Sade (1965) und Mein Freund Hitler (1968), das über die «Nacht der langen Messer», Hitlers Auftragsmassaker an der SA-Führung 1934, erzählt. 66 Der Film galt als verschollen, bis 2005 die originalen Negative wiederentdeckt wurden. Foto: Filmverleih _ Harald Harzheim ist der Filmklassiker von COMPACT. Mit Yukoku (Patriotismus, 1966) verfilmte Mishima seine eigene gleichnamige Kurzgeschichte über das Drama. Es sollte die einzige Regiearbeit des Dichters bleiben. Vor allem aber verfilmte er damit seine eigene Zukunft. Denn 1970 plante Mishima ebenfalls den Sturz der japanischen Regierung. Ziel war die Wiederherstellung einer tatsächlichen Kaiserherrschaft, die Wiederbelebung des Samurai-Kodex. Für diese Revolte hatte der reiche Dichter eine eigene Armee aufgestellt. Die Revolte misslang, und Mishima beging Seppuku. Zwei Jahre zuvor hatte er die Auffassung von Selbstmord als Niederlage bereits zurückgewiesen und hielt dagegen, dass der rituelle Suizid «einen manchmal siegen lässt». Und so geschah es: Nach seinem Freitod erlangte sein Werk weltweiten Kultstatus. Er hatte dessen Authentizität mit seinem Blut bezeugt. Vielleicht hat Mishimas Tod auch die Zerrissenheit geheilt, die sein Leben prägte: Wie ein Sonnenkönig wohnte der narzisstische Dichter inmitten europäi- 1970 plante Mishima den Sturz der japanischen Regierung. In Patriotismus steht der traditionelle Selbstmord im Zentrum der Handlung. Das Foto zeigt Leutnant Takeyama beim Ertasten einer möglichen Einstichstelle. Zur Durchführung muss jede Emotion ausgeblendet sein. Obwohl der Frau Tränen über die Wangen laufen, hilft sie dem geschwächten Ehemann bei der Vollendung seiner Tat. Ein un- und übermenschlicher Ritus, inszeniert im strengen Stil des Nô-Theaters. Yukio Mishima hatte als Darsteller in Samurai- Filmen bereits mehrere Seppuku-Szenen gespielt: Als habe er sich dieser Suizidtechnik im Rahmen seiner Kunst langsam genähert – bis er im Alter von 45 Jahren bereit war, sie zu realisieren: Film als Einübung des Sterbens…

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