Aufrufe
vor 6 Monaten

COMPACT-Magazin 09-2016

  • Text
  • Compact
  • Deutschland
  • Alliance
  • Politik
  • Google
  • Juli
  • Tarzan
  • Zeit
  • Kurz
  • Polizei

COMPACT

COMPACT Themen Titelthema Terrorists welcome – Merkel gibt Mördern Asyl Politik Berlin kaputt – Moscheen und Migranten Dossier Identitäre – Die neue Protestjugend Leben Pokemon – Monster fressen Nerds 05 Editorial 06 Zitate des Monats 07 Foto des Monats 08 Leserbriefe 09 COMPACT Intern 10 Köpfe des Monats Titelthema 11 Terrorists welcome von Jürgen Elsässer 16 Sie kommen als Türkei-Touristen von Karel Meissner 17 Requiem für Jolanta von Martin Müller-Mertens 20 Alles Amok – oder was? von Marc Dassen Politik 23 Moscheen und Migranten von Martin Müller-Mertens 26 Feuer und Steine von Martin Müller-Mertens 29 «Kaischi hat das Lebenswerk von Axel Springer verjuckelt» Interview mit Peter Bartels 32 Der amerikanische Putsch von Marc Dassen 35 Ritterschlag für den Prinzen von Philipp Huemer 39 «Kurz ist isoliert» Interview mit Harald Vilimsky/Johannes Hübner 40 ab-in-den-tod.de Interview mit Reinhard Rade Dossier 44 «Wir stehen in der Tradition der Rebellion» Interview mit Martin Sellner 47 Ein Ziel, viele Strömungen von Martin Sellner 50 Die Glut in der Asche von Alina Wychera Leben 53 Monster fressen Nerds von Alexander Markovics 55 Edle Wilde von Harald Harzheim 58 Jagd auf Phantome von Bernd Schumacher 61 «Bedingt abwehrbereit» von Helmut Roewer 65 BRD-Sprech _ Einzelfall von Manfred Kleine-Hartlage 66 Harzheims Klassiker _ Caligula von Harald Harzheim COMPACT Impressum Herausgeber & Verlag COMPACT-Magazin GmbH Geschäftsführer Kai Homilius Am Zernsee 9, 14542 Werder (Havel) E-Mail verlag@compact-magazin.com Website www.compact-online.de Vertrieb, Bestellungen, Abo-Betreuung Fon 03327-5698611 Fax 03327-5698617 E-Mail vertrieb@compact-magazin.com Bankverbindung COMPACT-Magazin GmbH Mittelbrandenburgische Sparkasse BIC: WELADED1PMB IBAN: DE74 1605 0000 1000 9090 49 Redaktion E-Mail redaktion@compact-magazin.com Chefredakteur Jürgen Elsässer (V.i.S.d.P.) Chef vom Dienst Martin Müller-Mertens Cover Iris Fischer Fotoquellen Cover picture alliance/abaca Tithi Luadhtong/shutterstock Layout/Bild Steffen Jordan COMPACT-Online Arne Fischer E-Mail fischer@compact-magazin.com Anzeigenakquise E-Mail anzeigen@compact-magazin.com Gedruckt in Deutschland Erscheinungsdatum der nächsten Ausgabe Samstag, den 1. Oktober 2016 Redaktionsschluss 14. August 2016 4

COMPACT Editorial Erdogan, Putin und Merkel Wir leben in einer Bananenrepublik. Die Mutti an unserer Spitze leckt die Stiefel – oder Schlimmeres – fremder Despoten. In der Regel kommt das Herrchen von Frauchen aus Übersee, bisweilen ist es auch ein Kommissar aus Brüssel, zur Zeit vorwiegend der Sultan vom Bosporus. Erdogan kann sich in Deutschland alles erlauben: Nach eigenem Gusto schickt er uns Hunderttausende seiner Glaubensbrüder über die Balkanroute, lässt seine Landsleute in Armeestärke zum Demonstrieren aufmarschieren und andersdenkende Türken, aber auch deutsche Parlamentarier so wüst bedrohen, dass sie Polizeischutz brauchen. Seine fünfte Kolonne warnt er vor jeder Assimilation, sie sollen sich ja nicht den Deutschen angleichen – für ihn ist das nämlich «Völkermord». Majestät fühlt sich auch schnell gekränkt – dann gewährt ihm seine feiste Haremsdame das ius ultimae noctis: Er darf ein letztes Mal den Beleidigungsparagrafen in Anspruch nehmen, den sie eigentlich abschaffen will, und die deutsche Justiz gegen einen bescheuerten, aber insgesamt harmlosen Kabarettisten in Marsch setzen. Wären wir auch nur ein bisschen selbstbewusst, würden wir dem Bosporus-Gröfaz klare Kante zeigen: seine hierzulande agitierenden Imame heimschicken und dafür unsere Soldaten zurückholen; die Bundesmarine in die Ägäis entsenden und alles, was da über Schlauchboote herandümpelt, auf kleinen Inseln festsetzen (übrigens ein Vorschlag des österreichischen Außenministers); die EU-Beitrittsverhandlungen mit einem Veto aus Berlin stoppen; dem Familiennachzug anatolischer Kopftuch-Omas einen Riegel vorschieben; die hier lebenden Türken vor die Wahl stellen, entweder ihre Pässe mit dem Halbmond abzugeben oder künftig auf Hartz-IV und ähnliche Sozialleistungen zu verzichten. Die dann sicherlich randalierenden Ghetto-Rambos wären ein Fall für die Bundespolizei, die sich schon lange darauf freut, den Typen zu zeigen, wo der Hammer hängt. Wetten, dann wäre schnell Ruhe im Karton? Aber all das wird erst möglich sein, wenn wir die Türken-Mutti aus Berlin verjagt und einen guten Deutschen an die Macht gebracht haben. Ein solcher Eiserner Kanzler bräuchte gewisse Qualitäten des alten Bismarck – oder auch des aktuellen Erdogan. Damit sind wir bei der anderen Seite der Medaille. Denn so empörend es ist, wie sich der Osmane gegenüber Deutschland aufspielt – er kann das nur tun, weil unsere Politiker vor ihm katzbuckeln. Und wie er umgekehrt sein eigenes Land regiert, geht uns außerhalb des Feuilletons nichts an und nötigt mir sogar einen gewissen Respekt ab: Bei der Niederschlagung des von den USA zumindest begünstigten Putsches vom 15. August bewies er hohen persönlichen Mut. Dass sein Volk, quer über alle Parteigrenzen hinweg, seither mehr denn je hinter ihm steht, ist verständlich. Die Millionen-Kundgebung in Istanbul war ein eindrucksvoller Ausdruck nationaler Solidarität – bravo! Die 40.000 Erdogan-Anhänger in Köln jedoch demonstrierten imperiale Anmaßung – das geht gar nicht! Kehren wir endlich von der One-World-Ideologie zum Prinzip der nationalen Souveränität zurück: Andere dürfen sich nicht bei uns einmischen – und wir nicht bei ihnen. Wer das ganz gut kapiert hat, ist Wladimir Putin. Die Annäherung zwischen ihm und Erdogan nach dem Putsch erinnert ein bisschen an den Hitler- Stalin-Pakt: Obwohl sich beide – die von 1939 und die von 2016 – eigentlich hassten wie die Pest, schlossen sie, nachdem sie von den Westmächten enttäuscht und betrogen worden waren, zum beiderseitigen Vorteil ein Zweckbündnis. Die Chancen, dass das dieses Mal länger hält als vor 75 Jahren, sind nicht schlecht: Putin scheint Erdogan schon von der Unterstützung des IS abgebracht zu haben – und versüßt ihm den neuen Kurs mit der Aussicht auf ein großes Pipeline-Geschäft. Seine MiGs demonstrieren jeden Tag am Himmel über Syrien, dass die Türken keinen falschen Schritt machen dürfen. Diese Sprache ist die einzige, die der Sultan versteht – da er sie selbst spricht. Wollen wir Deutschen sie nicht endlich auch wieder lernen? Chefredakteur Jürgen Elsässer. Foto: Jörg Gründler 5

© COMPACT-Magazin GmbH 2016 Alle Rechte vorbehalten

   Mediadaten  /  Datenschutz  /  Impressum  /  Kommentarregeln  /  Nutzungsbedingungen  /  Widerruf