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COMPACT-Magazin 09-2016

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COMPACT Leben «Bedingt abwehrbereit» _ von Helmut Roewer Für «Spiegel»-Herausgeber Rudolf Augstein erwies sich die Verhaftung als echtes Karriere-Sprungbrett. Foto: picture alliance / Harry Flesch Geheimdienstgeschichte der BRD (III): Die «Spiegel»-Affäre 1962 – ein Abgrund an Landesverrat und ein schwerer Schlag gegen die Pressefreiheit? Der mutige Journalist Rudolf Augstein gegen den bösen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß? Die entscheidende Rolle spielte wohl ein BND-Agent… Am 10. Oktober 1962 veröffentlichte der Spiegel unter der Überschrift «Bedingt abwehrbereit» eine Geschichte über die mangelnde Fähigkeit der Bundeswehr, einem Angriff aus dem Osten zu trotzen. Ganz unabhängig von der Frage, ob ein solcher in dieser Zeit drohte, war der Inhalt der Geschichte zutreffend, denn er war aus einer kompetenten Quelle abgeschrieben: dem deutschen geheimen Abschlussbericht der soeben zu Ende gegangenen NATO-Stabsrahmenübung Fallex ’62 (Fallex = Fall Exercise = Herbstübung). Es waren damals aufgeregte Zeiten: Die Kuba- und die Berlinkrise, gerade überstanden, hatten Ost und West an den Rand eines Dritten Weltkrieges geführt. Der Zustand der noch jungen eigenen Streitkräfte galt vielen als existenziell wichtig, das Ausplaudern von deren Schwäche als ein schlimmer Fall von Landesverrat. So nahm denn die Spiegel-Affäre ihren Lauf. Mainstream-Geschichtsdeuter wollen uns bis zum heutigen Tage glauben machen, es sei hierbei um Sein oder Nichtsein der Republik gegangen. Doch seien wir etwas bescheidener: Es ging um die Existenz einer Illustrierten und die Frage, wo sie ihre Informationen her hatte und was sie mit deren Veröffentlichung bezweckte. Der KGB im Zwielicht Wer also waren die Geheimnis-Ausplauderer hinter den Geheimnis-Ausposaunern? Darüber sind recht unterschiedliche Geschichten im Umlauf. Die Spiegel- Version eins sah so aus: Man habe nur offenes Material verwendet und daraus die richtigen Schlüsse gezogen. Das klang nicht besonders heldenhaft für ein Enthüllungsmagazin und wurde schnell vergessen, nachdem die Gefahr einer Strafverfolgung vorüber war. Spiegel-Version zwei war dementsprechend spiegeliger: Man habe die Informanten geschützt, und wenn sie nicht gestorben sind, dann schützt man sie noch heute. Dem widersprach Spiegel-Version drei: Der Informant sei der Oberst im Generalstab Alfred Martin gewesen. Das jedenfalls plauderte der Ex-Spiegel-Spitzenmann Leo Brawand in seiner Augstein-Biografie aus. Schließlich die kolportierte Version vier – sie war der Diese Ausgabe war für Franz Josef Strauß zu viel. Foto: spiegel-online.de «Wir benutzten das Magazin für einen Artikel, der Strauß bloßstellte.» KGB-Überläufer 61

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