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COMPACT-Magazin 09-2016

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COMPACT Leben Harzheims Klassiker_ Caligula 66 «Caligula» (1979): Caligula (Malcolm McDowell) und die verstorbene Drusila (Therese-Ann Savoy): Der Tod sprengt die letzte Bastion des Rationalen. Foto: Filmverleih Filmplakat. Foto: Filmverleih _ Harald Harzheim ist der Filmklassiker von COMPACT-Magazin. «Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, und nähme an seiner Seele Schaden?» (Markus 8,36) Mit diesem Bibelzitat startet einer der maßlosesten Filme aller Zeiten. In zweieinhalb Stunden erzählt er, wie ein Mensch seine Seele verliert: Der römische Prinz Caligula, sensibel, naiv göttergläubig und in seine Schwester Julia Drusilla verliebt, erklimmt nach der Ermordung seines Onkels, Kaiser Tiberius, im Jahre 37 nach Christus den Thron. In einer Umgebung voller Intrige, Hass, Machtgier und leerer Wollust mutiert er zum Monster. Seit Camus’ gleichnamigem Drama ist Caligula ein Held des Absurden. Caligula steht im Zenit der Macht, da stirbt seine geliebte Drusilla an Fieber. Der Hinterbliebene trauert, heult, rast, zertrümmert den Altar der Göttin Isis, weil sie nicht geholfen hatte. Quälende fünf Filmminuten lang. Er ist allein im riesigen Palast. Allein im Universum. Dann sein fürchterlicher Schrei (Foto). Die Kamera saust via Reißzoom von der Totale auf sein verzerrtes Gesicht. Das Umfeld verschwimmt, nur noch die irren Augen und der aufgerissene Mund sind zu sehen. Caligula schreit sich die Seele aus dem Leib. Danach wird er keine mehr haben. Jetzt steigert der seelenlose Tyrann die Absurdität von Politik und Existenz ins Äußerste, parodiert das Staatswesen, ersetzt Regelung durch zynische Willkür, demütigt den Senat – bis der ihn ermorden lässt. Seit Camus’ gleichnamigem Drama ist Caligula ein Held des Absurden. Der Film basiert auf einem Drehbuch des US-Starintellektuellen Gore Vidal. Eine finstere, blutige Prominentenshow: Malcolm McDowel (Caligula), Peter O’Toole (Tiberius), John Gielgud (Nerva), Helen Mirren (Caesonia) – das Who is Who britischer Schauspielkunst. Auch bei Ausstattung und Kamera: überall erste Garde. Dann aber ließ Produzent Bob Guccione nachträglich Porno-Szenen einfügen. Folge: Fast alle Beteiligten distanzierten sich vom Endresultat. Die Presse tobte vor Wut. US-Starkritiker Roger Ebert zählte Caligula zu seinen meistgehassten Filmen. Heute, 37 Jahre später, lässt sich sagen, dass die visuellen Grenzüberschreitungen nicht mehr stören, sondern die Atmosphäre des Irrsinns noch verstärken. Noch brutaler als der Film sind übrigens die Schnitt- Massaker der Jugendschützer und Filmprüftstellen. So entstanden unzählige Fassungen mit jeweils unterschiedlichster Laufzeit.

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