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COMPACT-Magazin 10-2016

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COMPACT Titelthema Eurasisch-negroid Ein früher Advokat der Völkervermischung war der österreichische Adelige und Freimaurer Richard Nikolaus Coudenhove- Kalergi. In seinem 1925 erschienenen Buch Praktischer Idealismus entwickelte er folgende Utopie: «Der Mensch der fernen Zukunft wird Mischling sein. Die heutigen Rassen und Kasten werden der zunehmenden Überwindung von Raum, Zeit und Vorurteil zum Opfer fallen. Die eurasisch-negroide Zukunftsrasse, äußerlich der altägyptischen ähnlich, wird die Vielfalt der Völker durch eine Vielfalt der Persönlichkeiten ersetzen.» Der Graf inspirierte Winston Churchill mit seiner Idee der «Vereinigten Staaten von Europa» und wurde unter anderem mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die von ihm 1922 gegründete Paneuropa-Union existiert als Elitennetzwerk bis heute, deutscher Präsident ist der CSU-Europaabgeordnete Bernd Posselt. Bürgerwehren sind in Nordnigeria oft der einzige Schutz vor Boko Haram. Foto: picture alliance / AP Photo sogar 4,2 Milliarden sein – und damit mehr als vier Mal so viel wie heute. Im weltweiten Durchschnitt bringt jede Frau heutzutage 2,5 Kinder zur Welt – nur noch halb so viele wie Anfang der 1950er Jahre. Die große Ausnahme ist Afrika. Dort gebiert jede Frau durchschnittlich 4,7 Kinder. Diese nackten demografischen Zahlen sind die Grundlage für Heinsohns Analyse, die er 2003 in seinem Buch Söhne und Weltmacht. Terror im Aufstieg und Fall der Nationen niedergelegt hat. Er verwies nüchtern darauf, dass es in Deutschland etwa sechs Millionen Menschen zwischen 55 und 59 Jahren gibt. Wenn diese in Rente gehen, werden ihre Jobs frei für die 15- bis 19-Jährigen. Da deren Zahl nur etwa vier Millionen beträgt, hat die Jugend gute Aufstiegschancen. Ganz anders ist die Lage in den Ländern südlich der Sahara: «Um hundert Positionen, die Ältere (21 Millionen) frei machen, konkurrieren 500 Junge (102 Millionen), die in den Lebenskampf eintreten.» Die Mehrheit dieser Überflüssigen kann im eigenen Land nicht aufsteigen, sondern nur in der Fremde Karriere machen. Söhne und Weltmacht Diese «youth bulge» – zu Deutsch etwa: Jugendbeule – führt laut Heinsohn zwingend zur oft blutigen Kolonisierung von anderen Ländern und Kontinenten. Als Beispiel nennt er unter anderem die Inbesitznahme von Amerika durch europäische Siedler in der frühen Neuzeit – damals hatte unser Kontinent etwa dieselbe Geburtenrate pro Frau wie Afrika heute. Die absoluten Zahlen differieren aber beträchtlich: «Bei der Eroberung der Neuen Welt zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert verließen rund zehn Millionen Europäer ihre Heimat, um vorrangig in Amerika zu siedeln. Heute wollen allein 540 Millionen aus Afrika und dem arabischen Raum auswandern.» Auch die Weltreiche der Portugiesen, Spanier, Holländer und das Britische Empire sind für Heinsohn nur mit dem youth bulge-Phänomen erklärbar. In diesen Völkern mussten «die zornigen, aggressiven Zweit- bis Fünftbrüder» ihre Spitzenpositionen außerhalb des eigenen Landes suchen, da nur der Erstgeborene durch das Erbrecht abgesichert war. In allen Fällen arbeitet Heinsohn auch den religiösen Überbau heraus, der den Eroberern als Vorwand diente – eine Rolle, die heute der Islam spielt. Heinsohn hält nicht die schiere Masse an Nachwachsenden für gefährlich, sondern das Verhältnis von Alten und Jungen. Explosiv wird die Lage, wenn in einem Land mehr als 25 Prozent der Menschen unter 15 Jahren sind. Das ist in ganz Afrika der Fall. In Nigeria, einem «Hauptexporteur» von jungen Männern, liegt der Wert aktuell zum Beispiel bei 44 Prozent – ganze drei Prozent sind über 65. In China, dem bevölkerungsreichsten Land, droht dagegen kein youth bulge: Kinder und Heranwachsende machen dort nur noch 17 Prozent aus. Heute wollen 540 Millionen aus Afrika und dem arabischen Raum auswandern. Mit Nachdruck weist Heinsohn die verbreitete linke These zurück, dass Armut und Hunger der Grund für den afrikanischen Exodus seien. «Die zukünftigen youth bulges werden von den Strategen gerade deshalb als internationale Bedrohung gefürchtet, weil die große Mehrheit von ihnen nicht ums nackte Überleben kämpfen muss, sondern Kraft, Zeit und Freiheit (…) für mehr hat.» Tatsächlich sehen die schwarzen Asylbewerber in unseren Städten mit ihren Smartphones und Sneakers nicht gerade aus, als kämen sie aus der immer noch darbenden Sahelzone. Die Elenden dort hätten auch gar nicht das Geld, um die Schleuser zu bezahlen. 16 Zurück zum historischen Vergleich: Wenn in der Frühen Neuzeit zehn Millionen europäische Kolonisten genügten, um die riesigen Indianergebiete zwischen Atlantik und Pazifik zu unterwerfen – wozu werden dann die 500 Millionen Afrikaner fähig sein, die laut einer Gallup-Umfrage von 2009 nach Europa wollen? Bis 2050, so hat Heinsohn errechnet, werden es übrigens 950 Millionen sein.

Patrioten aus Afrika _ von Martin Müller-Mertens Migranten sind links und kriminell – diese Gleichung geht nicht auf. Im Kampf gegen die Refugee-welcome-Religion stehen auch Schwarze an der Seite von uns Deutschen. Wir stellen die Bekanntesten vor. Achille Demagbo ist «stolz auf Deutschland». Vor zwölf Jahren kam er aus dem westafrikanischen Benin nach Schleswig-Holstein – und fand eine neue Heimat. Schon in Afrika faszinierten ihn deutsche Philosophen. Immanuel Kant, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Friedrich Nietzsche las er in der Schule. Werte wie Familiensinn und Fleiß vermittelten ihm die Eltern – und Lehrer. Sein Studium in Deutschland finanzierte er sich als Tellerwäscher, und er ist dankbar für seine Chance. «Wenn man arbeitet, gibt man dem Land das zurück, was man bekommen hat.» Demagbo ist wertkonservativ – wie viele Einwanderer. Mit seiner Frau und vier Kindern lebt er in Kiel. Seit Sommer 2015 ist der 35-Jährige im Vorstand der schleswig-holsteinischen AfD. «Ich würde mir sogar Herrn Gauland als Opa für meine Kinder wünschen», sagte er im Frühsommer. Fast vom ersten Tag an war Demagbo bei der AfD mit dabei. Er sei «70 Prozent Lucke und 30 Prozent Petry», sagte er kurz vor dem Führungsstreit in der AfD im Sommer 2015 – blieb jedoch auch nach dem Ausscheiden des Gründungsvorsitzenden dabei. Dort kümmert er sich um Zuwanderungs- und Integrationspolitik. Seitdem steht der Schwarze im Fadenkreuz der Refugee-welcome-Sturmtruppen, denn Demagbo mimt nicht den Onkel Tom der selbsternannten Vielfaltlobby. Dass sich ausgerechnet Linke und Grüne zu Sprachrohren der Migranten aufschwingen, hält er für eine Anmaßung. Vielleicht hassen sie ihn dafür am meisten. Drohung statt Diskussion Den Gesinnungsterror der Gutmenschen erlebte Demagbo am eigenen Leib. Die Schüler des Kopernikus-Gymnasiums in Bargteheide – einer Kleinstadt zwischen Hamburg und Lübeck – hatten ihn eingeladen. Gemeinsam mit Politikern von CDU und SPD sollte er über die «Zukunft der Flüchtlingspolitik» diskutieren. «Das war der ausdrückliche Wunsch des Vorbereitungsteams», sagt Schulleiterin Brigitte Menell, «damit die Diskussion lebendig und kontrovers verläuft.» Einen Fragenkatalog hatten die Schüler der Oberstufe bereits verfasst. Doch dann hagelte der Hass auf die Schule nieder. Insbesondere der Grüne Patrick Rohde, ein ehemaliger Schüler des Kopernikus-Gymnasiums, verlangte öffentlich und in ultimativem Ton die Ausladung Demagbos. Das lokale Stormarner Tageblatt berichtete sogar von «massenhaften E-Mails», einschließlich Drohungen mit «Boykott und Störungen der Veranstaltung». Rohde bestreitet, der Schule mit Achille Demagbo gehört seit 2013 der AfD in Schleswig-Holstein an. Vor einem Jahr wurde er in den Landesvorstand gewählt. Foto: Montage COMPACT, AfD Schleswig Holstein, supparsorn, Getty Images/ iStockphoto «Zur Demokratie gehört die Auseinandersetzung über unterschiedliche Meinungen.» Achille Demagbo 17

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