Aufrufe
vor 6 Monaten

COMPACT-Magazin 10-2016

  • Text
  • Compact
  • Millionen
  • Deutschland
  • Deutschen
  • Europa
  • Menschen
  • Frauen
  • Afrika
  • Deutsche
  • Frau

COMPACT

COMPACT Dossier Reschke und das Oktoberfest Mitte Oktober 2015 hatte Günter Jauch zur Asyl-Debatte geladen – unter anderem Anja Reschke und Björn Höcke. Hinterher war die Süddeutsche Zeitung ganz aus dem Häuschen: «Es war Jauchs verdammtes Glück, dass Anja Reschke in dieser Runde saß. Die Innenpolitik-Chefin des Norddeutschen Rundfunks war nach einem kritischen TV- Kommentar selbst Opfer massiver Beschimpfungen geworden. Als Höcke sich besorgt um die Sicherheit deutscher Frauen zeigte, war sie es, die nach der Statistik fragte und anmerkte, dass sie sich auf dem Oktoberfest, in einem Zelt mit Hunderten betrunkenen deutschen Männern, auch unwohl fühlt.» Diese Relativierung des sexuellen Aggressionspotentials von Flüchtlingen hat dem Ansehen der «Journalistin des Jahres» nicht geschadet – nicht einmal nach den hundertfachen Übergriffen in der Kölner Silvesternacht. Für die Rapefugees ist ein Lächeln bereits eine Einladung zur Vergewaltigung. Foto: Markburger83, CC BY-SA 3.0 , Wikimedia Commons sor hat geliefert, was von ihm erwartet wurde – und die Redaktion nimmt seine Formulierungen begeistert auf: «Ein Bild, das sich auch durch die Kulturgeschichte zieht. Filmisch wohl nirgendwo so plakativ dargestellt wie hier: der schwarze King Kong und die weiße Frau.» Ein Hollywood-Schinken aus dem Jahre 1933 als Beweis für das Denken deutscher Männer 2016? Was nicht passt, wird halt passend gemacht. Frau grillt Fisch Schon am 5. August 2015 hatte Reschke in einem Tagesthemen-Kommentar einen neuen «Aufstand der Anständigen» gegen rechts propagiert: «dagegen halten, Mund aufmachen. Haltung zeigen, öffentlich an den Pranger stellen.» Wer diesen Kommentar heute im Internet aufruft, gewinnt schnell den Eindruck, dass er mit heißer Nadel gestrickt ist. Mancher nennt die Art des Vortrags sogar hysterisch. Im Kölner Treff ließ Anja Reschke das Publikum wissen, warum sie seinerzeit unter Druck stand: «Meine Schwiegereltern waren zu Besuch. Ich hatte morgens auf dem Markt Fisch gekauft. Wir wollten abends grillen. Und dann läuft es ja mit dem Tagesthemen-Kommentar so: Man meldet sich dafür, dann wird das entschieden, wer den sprechen darf. Und dann ging der an mich. Und ich dachte: Mist, du wolltest ja Fisch machen. Das schaffst du ja alles überhaupt nicht mehr. Wie wird das denn jetzt? Und dann dachte ich, na gut, dann beeil dich. (…) Und dann habe ich den zack runter geschrieben. Der war in mir fertig, einmal eingesprochen, zack, fertig, nach Hause und Fisch gegrillt.» Fisch hin – Fisch her: von der Jury der Branchenzeitschrift Medium Magazin wird Reschke kurz darauf zur «Journalistin des Jahres» gekürt. In der Begründung heißt es, sie habe «mit Profil und klarer Haltung» überzeugt. Nun ist es aber mit dem frisch geernteten Ruhm oftmals so, dass er schneller verwelkt, als einem lieb ist. Vor allem, wenn man ausgerechnet von einem Kollegen demaskiert wird, von dem man das nun wirklich nicht erwartet hätte. Schon allein deshalb nicht, weil er aus dem gleichen öffentlich-rechtlichen Stall kommt. Im Fall Reschke ist das Frank Plasberg. Reschke wurde zur «Journalistin des Jahres» gekürt. In seinem Format Hart aber fair geht es um die Macht der Bilder. Plasberg konfrontiert Reschke im Januar 2016 mit einer Panorama-Sendung, in der die Flüchtlingsmassen des letzten Jahres Thema sind. Die Reschke-Redaktion zeigt darin fast ausschließlich Familien und kleine Kinder, «gerne mit großen Kulleraugen», wie Plasberg süffisant bemerkt. Dann präsentiert der WDR-Mann auf einer Tafel die nackten Fakten: «2015 waren 68 Prozent der Asylantragsteller männlich. Die größte Gruppe unter ihnen junge Männer zwischen 16 und 35 Jahren.» Warum Panorama angesichts dieser Tatsache vor allem Kinder und Familien zeigte, soll Reschke nun der Runde erklären. Vier Millionen Zuschauer werden Zeugen, wie die «Journalistin des Jahres» nach Luft schnappt. Der Versuch einer Rechtfertigung der so Ertappten: «Also, das kann ich Ihnen insofern nicht beantworten, weil ich diesen Beitrag nicht als Autor gemacht habe. Ich nehme an, es waren die Bilder, die aus der Woche waren. Ich nehme an, es waren die Bilder aus der Tagesschau.» Die Leiterin einer Redaktion weiß nicht, wie ein Bilder-Teppich in ihrer Sendung zustande kommt? So viel Ahnungslosigkeit dürfte einmalig sein im deutschen Fernsehgeschäft! Am 5. September strömten 9.000 Asylforderer nach Deutschland. Die meisten, wie hier, über den Wiener Westbahnhof Foto: Bwag, CC-BY- SA-4.0, Wikimedia Commons 42 _ Hans-Hermann Gockel hat als TV- Journalist viele Jahre für RTL, SAT. 1 und N24 gearbeitet. Heute ist er freier Journalist und Produzent.

COMPACT Dossier Wenn Journalistinnen baden gehen _ von Federico Bischoff High sein, frei sein, Burkini muss dabei sein! Nach diesem Motto schickten im August große Zeitungsredaktionen Mitarbeiterinnen ins kühle Nass – zu einem Selbstversuch ohne Sinn und Verstand, aber mit viel Verständnis für die orientalischen Sitten. Alles Burkini – oder was? Diese Badebekleidung scheint wie maßgeschneidert für die Islamisierung der westlichen Gesellschaften. In ihren Herkunftsländern gehen die strenggläubigen Frauen nämlich gar nicht ins Wasser – oder aber in voller Bekleidung. Um auch zwischen Sylt und Saint Tropez Reklame für Allah laufen zu können, brauchte man eine praktischere Verkleidung. Je mehr mit Burkini herumlaufen, desto mehr erscheinen die übrigen Bikini-Trägerinnen als Schlampen – und das sind sie ja laut Scharia auch. Als im Sommer 2016 einige Stadt- und Regionalregierungen in Frankreich die böse Absicht erkannten und Burkinis an ihren Stränden verboten, verspürte man in der deutschen Mainstreampresse den barmherzigen Impuls, den armen Kopftuch-Schwimmerinnen zur Seite zu springen. Fast alle großen Zeitungen machten den Schwachsinn mit und schickten eine Mitarbeiterin ins örtliche Freibad zum Burkini-Selbstversuch. Besonders begeistert war Julia Friese in der Welt: «Zum allerersten Mal in meinem Leben haftet dem Schwimmengehen nichts Persönliches, nichts peinlich Privates, einfach gar keine Intimität an. Ich muss mich für Euch nicht rasieren. Ich muss mein Bauch blähendes Mittagessen vor Euch nicht einatmen. Ich muss mich noch nicht einmal eincremen.» Auch Judith Hoppermann vom Stern schätzt den praktischen Wert der islamischen Verhüllung für weniger attraktive Frauen: «Wir setzen uns auf unsere Handtücher in den Sand. Bei einer Frau einige Meter weiter ist das Bikini-Oberteil verrutscht. Hektisch zieht sie es zurecht. Ich finde es toll, dass ich mir darüber keine Gedanken machen muss. Ich muss auch nicht überlegen, wie mein Bauch im Sitzen aussieht, sondern kann einfach nur Spaß haben.» Spaß haben dank Allah – darauf wäre vor zwei Jahren noch keine gekommen. Invasion im Grugabad Die Zeit hat eine gewisse Viktoria Morasch ins Rennen geschickt – sie kommt frisch von der Journalistenschule und lässt offensichtlich jeden Blödsinn mit sich machen. Ohne politische Skrupel versteht sie sich vorzugsweise als Produkttesterin: «Mein Burkini ist high quality, das merkt man sofort. (…) Ich gehe ins Wasser und merke nicht, wie kalt es überhaupt ist. Verdammt, das Ding ist genial.» In jetzt, der Jugendverblödungsbeilage der Süddeutschen Zeitung, verbreitet man die vermeintlich schamvolle Moslem-Propaganda gleich ganz schamlos: «Der Burkini ist eher ein Zeichen von Integration.» Primavera vermeldet immerhin den Protest einer Eingeboren: «Also einen Burkini hab’ ich hier am See noch nie gesehen. Ehrlich gesagt, passt das für mich auch gar nicht hier her!» Aber die Propagandistin lässt das nicht gelten: «Wo sollen muslimische Frauen denn im Sommer hingehen, wenn sie, wie andere auch, einfach nur die Sonne genießen wollen?» In der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung wird referiert, wie weit die Islamisierung der Freibäder zumindest in Ballungszentren schon fortgeschritten ist. «An vollen Tagen kommen viele Muslima in Burkini zu uns», erzählt Jan Broscienski, Rettungsschwimmer im Grugabad, der Reporterin. «Das sei normal und er habe noch nie Probleme erlebt. Die gebe es nur dann, wenn Frauen sich in vollverschleierter Straßenkleidung ins Wasser begeben. ”Manche gehen in Mänteln ins Becken. Das ist gefährlich und unhygienisch.”» Überflüssig zu erwähnen: Auch für die WAZ ist diese Normalisierung des Unnormalen kein Aufreger, sondern ein exotischer Farbtupfer. Keine einzige Reportage war in den erwähnten Zeitungen über die Belästigungen zu finden, die deutsche Frauen in Schwimmbädern ertragen müssen. Manche Blätter referieren immerhin die schlimmsten Vorfälle aus dem Polizeibericht – aber Redakteurinnen vor Ort zu schicken, das war wohl zu viel verlangt. Der Burkini entstand aufgrund der Öffnung des australischen Rettungsschwimmwesens für Muslime. In Ägypten ist er unter dem Namen Scharia Swimsuit bekannt. Foto: Screenshot ZDF Rapefugees an Berliner Seen Eine Leserin schrieb an COM- PACT: «Ich gehe seit über 30 Jahren an verschiedene Berliner FKK-Badestellen und habe außer einigen Spannern nichts Negatives erlebt. Seit dem Sommer 2015 habe ich etliche Sexattacken gegen Frauen und Mädchen erlebt. Die Opfer werden angetatscht, festgehalten, unflätig sexuell angesprochen und so weiter. Den schlimmsten Übergriff erlitt eine 15-Jährige ganz in meiner Nähe. Eine Gruppe von drei jungen Flüchtlingen versuchte mit Fingern in die Körperöffnungen des Mädchens einzudringen. Die Seen, an denen es täglich Belästigungen und onanierende Flüchtlinge gibt, sind der Teufelssee mitten im Grunewald, der Halensee in Kudammnähe, die Krumme Lanke in Zehlendorf und der Müggelsee im Osten der Stadt.» 43

© COMPACT-Magazin GmbH 2016 Alle Rechte vorbehalten

   Mediadaten  /  Datenschutz  /  Impressum  /  Kommentarregeln  /  Nutzungsbedingungen  /  Widerruf