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COMPACT-Magazin 11-2016

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COMPACT Kolumne des Monats Goldener Oktober _ von Peter Bartels Ein subjektiver Monatsrückblick – von der Isar an die Spree bis zur Donau nebst ein bisserl Nachhilfe in Mathematik und Demokratie. O‘zapft is! Peter Bartels. Foto: Kopp-Verlag _ Peter Bartels ist seit 50 Jahren Journalist und war 17 Jahre bei «Bild». 1974 wurde er Unterhaltungschef in der Hamburger Zentralredaktion. Von 1989 bis 1991 war er zusammen mit Hans-Hermann Tiedje Chefredakteur von «Bild» – als das Blatt noch fünf Millionen Auflage hatte. Im Frühjahr ist sein Buch «Bild – Ex-Chefredakteur enthüllt die Wahrheit über den Niedergang einer einst großen Zeitung» erschienen. Bis zu 300 Maßkrüge müssen die Oktoberfest-Kellnerinnen pro Tag schleppen. Foto: njoftime.io Das bayrische Fest der Feste, eingezäunt, wie einst die Festung Landsberg, als ER daselbst seinen KAMPF auf braunes Papier brüllte. Aber zum Glück hat Petrus dann tagelang den weißblauen Himmel verregnet. Und so pilgerten heuer ein paar Hunderttausend Dirndl und Krachlederne weniger zur Bavaria als sonst. Und die befürchteten «Schutzsuchenden» mit ihren Sprengstoff-Rucksäcken à la Ansbach blieben gleich ganz weg. Nur ein paar Dutzend Grapsch- Attacken mehr als sonst. Ja mei, liabe Laid – bei so viel zur Schau getragenem Holz vor der Hütt’n – wo sollen Allahs stramme Söhnchen denn da sonst hingrapschen? Und: Sogar die nicht königlichen, nicht bayerischen Amtsgerichte nördlich des Weißwurst-Äquators urteilen doch längst auch alle in dubio pro… (andere) Sitten. Das Wort mit den blanken T. verkneif ich mir jetzt mal… Hallelujah, was für ein Oktober! Die brutalen Wahl-Watsch’n in MeckPomm und Berlin waren noch nicht verglüht, da jubelte Bild, das so gemein von fünf auf 1,8 Millionen Leser geschrumpfte frühere Massenblatt’l, von unser aller Migranten-Muttchen (größter Wahlverlierer der CDU-Geschichte) mir nichts, Dir nichts: «Merkel- Kurve schießt nach oben!» Um neun Punkte. Von 45 auf 54 Prozent. Laut ARD-Deutschlandtrend jedenfalls. Eine «Beliebtheitsumfrage» also. Leider nur noch Platz 3, wo sie doch jahrelang unangefochten auf Platz 1 gethront hatte. Aber da hockt nun mit 75 Prozent SPD-Außenminister Steinmeier – den «die» Deutschen einst als Kanzler nicht mal geschenkt haben wollten. Für die Mainstream-Journaille jetzt offenbar genau der richtige, neue Bundespräsident. Klar, einer wie Steini, der nie was sagt, wenn er redet, ist allemal besser als einer, der dauernd per Bobbycar durchs Schloss Bellevue knattert. Oder einer, der mit seiner Lebensabschnittsgefährtin in Indien rumpredigt, dass in Germoney auch Armutsmigranten automatisch bis zu 17 Mal mehr «verdienen» als beispielsweise in ihrer Heimat. Ohne zu arbeiten! Kindergeld natürlich extra, und zwar 30 Mal mehr als in der Türkei. Hartz-IV, Mutter-Angelas-Tarif der offenen Arme eben. Natürlich hat der Ex- Pfarrer aus MeckPomm das alles sooo nicht in den Armutsvierteln von Boom-Land Indien gesagt. Das Pack daheim hat es nur sooo empfunden… Hallelujah, was für ein Oktober! Volksabstimmung in Ungarn! Pflichtquote für Flüchtlinge? 50 Prozent hätten ja oder nein sagen müssen. Nur knapp 44 Prozent der Magyaren quälten sich, wählten. War doch eh alles klar, oder? Krachend klar, wie das Votum von 98 Prozent derer, die abstimmten, dann nur sein konnte: «Keine Flüchtlinge!» Aber der Mainstream von Berlin bis Brüssel, von der Alpen-Pravda bis zum früheren Blatt für kluge Köpfe – der schnappatmende Tsunami-Jubel schwappte über die Zugspitze: «Böse Klatsche für Orbán!» Dass (noch mal) 98 (!) Prozent sich gegen jedwede Migration aussprachen? Schwurbel bis Murmel. In den Talkshow-Untersuchungsausschüssen durften stattdessen «Fachleute» wie das grüne Zottelhaar Hofreiter die Wahrheit linientreu verdrehen: Dass sich nämlich 56 Prozent der Ungarn für die Migration ausgesprochen hätten! Also alle, die nicht zur Wahl gegangen waren, wollten Migranten! «Wahlforscher» Hofreiter? Wenigstens «Marktforscher»? Biologe! Doktorarbeit über Inkalilien! Tja. Seine EU-Kollegin Rebecca Harms, Grünen-Chefin in Straßburg, ist übrigens gelernte Baumschulgärtnerin, was sie als «Expertin» für Atomkraft und Endlager prädestinierte. Die grüne Plumpbacke Claudia Roth behauptet ja auch, von Beruf Schauspielerin zu sein… 10 Hallelujah, was für ein Oktober!

COMPACT Titelthema Angriff auf die deutschen Sparer _ von Martin Müller-Mertens Vom Zinsklau zum Bargeldverbot: Seit Beginn der Finanzkrise greifen Bankster und Politik immer unverschämter auf unsere Rücklagen zu. Das dicke Ende kommt, wenn die Oma ihr klein‘ Häuschen versetzen muss, um die Pleitebanken des Euro-Raumes zu retten. «Scheitert der Euro, scheitert Europa» – mit diesem Basta-Verdikt öffnete Angela Merkel 2010 die Schleusentore. Seither laufen in der Europäischen Zentralbank (EZB) die Notenpressen auf Hochtouren. Ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Seit einem halben Jahr pumpt sie 80 Milliarden Euro pro Monat über den Kauf von Staatsanleihen in marode europäische Staaten und hält zugleich die Zinsen bei Null. schung hatten deutsche Haushalte 2013 im Durchschnitt 20.000 Euro weniger zur Verfügung als noch 2003. Einer der Gründe sei, dass Anlageformen wie Sparbücher und Bausparverträge «oftmals nicht einmal die Inflation ausgleichen», so Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaft. Rentendiebstahl 15,7 Prozent der Haushalte in Deutschland galten 2015 als arm. Auch wenn die Definition dieses Wertes – ein Haushaltseinkommen von unter 60 Prozent des Durchschnittes – umstritten ist, zeigt er doch den schleichenden Abstieg der Mittelschichten. Foto: perfectlab, Fotolia Zinsklau Erstes Opfer der Entwicklung ist der kleine Mann. Nach Berechnungen der Postbank vom April verloren deutsche Sparer seit 2011 insgesamt 88 Milliarden Euro an Zinsen. Besitzer von Lebensversicherungen und Pensionsfonds büßten weitere 37 Milliarden ein. Zusammengenommen ein Verlust von über 125 Milliarden. Das genossenschaftliche Zentralinstitut DZ Bank ging für die Zeit zwischen 2010 und 2015 sogar von einem Minus von 190 Milliarden aus. Ein Ende ist nicht abzusehen – mit fatalen Folgen für Arbeitnehmer, Rentner und Familien. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsfor- Jahrzehnte gearbeitet – und im Alter arm. Millionen zukünftiger Renter steht genau dieses Schicksal bevor. Wie eine Untersuchung des WDR unter Berufung auf das Statistische Bundesamt ergab, droht derzeit etwa 25 Millionen Deutschen eine Rente unterhalb der Armutsgrenze. Grund ist die Zunahme von Niedriglöhnen, Minijobs und Teilzeitbeschäftigung. Auch die – zumeist kapitalgedeckten – privaten Vorsorgesysteme und Lebensversicherungen bieten angesichts ausfallender Zinserträge kaum einen Ausweg. Lagen die Garantiezinsen bei Neuverträgen 1996 noch bei vier Prozent, sind es aktuell nur noch 1,25. Und auch diese Versprechen könnten nur auf dem Papier stehen. «Es ist zu befürchten, dass die Policen im Alter nicht mehr das abwerfen werden, «Die Niedrigzinspolitik entwickelt sich zur Schicksalsfrage für Generationen.» Alexander Erdland 11

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