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COMPACT-Magazin 12-2016

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COMPACT Titelthema 12 Selbsterkenntnis «Im Umgang mit dem Rechtspopulismus haben sich weite Teile der Scheinheiligen in eine manichäische Weltanschauung geflüchtet, eine moralische Zweiklassengesellschaft, in der es die progressiven Anständigen gibt und die zurückgebliebenen Bösewichte. Trump, der Lügner und Asoziale, hat in dieser Weltanschauung seinen Platz gefunden. Aus dieser Frontstellung gibt es kein Entweichen. Mit dem ”more of the same” werden die Gräben tiefer. (…) Die deutsche Politik wie die Publizistik stehen vor den Scherben ihrer Weltanschauung, ihnen ist der Bezug zur Realität verloren gegangen. Der Schlag ist härter als noch beim Brexit. Er erscheint vielen noch verrückter.» (Ulf Poschardt, Die deutschen Eliten brauchten diesen Trump-Schock, Welt Online, 10.11.2016) Angie und Hill: Eine von beiden ist schon in Rente (oder bald «in Jail»). Foto: picture alliance / dpa Vorwärts immer, rückwärts nimmer: Auch Erich Honecker wähnte seine Politik als alternativlos. Foto: picture alliance / ZB Doch die Wende war nicht aufzuhalten, weil den deutschen Kommunisten bei der Repression der langsam stärker werdenden Bürgerbewegung die Rückendeckung durch die Sowjets fehlte. Warum sollte man in Ostberlin und Leipzig nicht sagen dürfen, was in Moskau und Leningrad längst Mainstream war? Mehr noch: Der KGB begann, aktiv gegen Honecker zu arbeiten. Mit der Operation Lutsch (Lichtstrahl) infiltrierten Moskauer V-Leute die DDR- Opposition – mit dem Ziel, den halbwegs populären Spionagechef Mischa Wolf oder den bürgernahen Hans Modrow als «deutschen Gorbatschow» zu inthronisieren. Dies schlug zwar fehl, weil das Politbüro sich allen Neuerungen verschloss – aber gerade diese Betonmentalität führte schließlich dazu, dass die Veränderung noch radikaler ausfiel. Statt einer Reform des Systems fand eine Revolution statt – und diese blieb friedlich, weil Gorbatschow jeden Beistand bei ihrer Niederschlagung verweigerte. Alles ist möglich Die historische Parallele zeigt, dass es nicht darauf ankommt, ob ein Hoffnungsträger sich durchsetzt oder nicht. Gorbatschow ist mit seinem ehrgeizigen Vorhaben eines Umbaus von Staat und Gesellschaft (Perestroika) auf ganzer Linie gescheitert – an bösartigen Feinden ebenso wie an selbstsüchtigen Freunden und vor allem an seiner eigenen Naivität. Dasselbe kann heute auch Trump passieren. Aber für uns Deutsche (und andere Völker) war damals und ist heute nicht entscheidend, ob der neue Mann in seinem eigenen Land Erfolg hat – sondern dass die Unterstützung der Supermacht für ihre Vasallenregime wegfällt. Wenn Trump seine Operation Lutsch in Gang setzt, wenn er sein eigenes Presseimperium aufbaut und den Irrsinn der offenen Grenzen und der Islamisierung attackieren lässt, hätten die Patrioten in Europa und anderswo einen Rückenwind wie nie zuvor unter der Pax americana. Demoskopen für Hillary Umfragen vor der Präsidentschaftswahl (Stand 8.11.2016 in Prozent) RealClear Politics 45,5 42,2 FiveThirtyEight 48,5 44,9 LA Times 43,6 46,8 Hillary Clinton Quelle: Welt Online Donald Trump Grafik: COMPACT Erleichtert wird unsere Offensive durch die Verkalkung der politischen Klasse, die immer mehr der SED-Nomenklatura gleicht. Auch nach dem Trump- Erdbeben fällt den Altparteien nichts anderes ein als ein entschlossenes «Weiter so». Die Kettenhunde des Systems wie Jakob Augstein wollen, wie weiland Kurt Hager, die Unterdrückung der Opposition sogar verschärfen. «Wir erleben die Wiedergeburt des Faschismus», verkündete er nach Trumps Sieg. Seine Empfehlung: «Der Begriff Rechtspopulismus taugt nichts. Lasst uns auf dieses Wort verzichten. Er verharmlost die Wirklichkeit.» Das ist entweder Antifa-Kläfferei, die den Absturz der Lügenpresse noch beschleunigen wird – oder ein Aufruf zum Verbot der «faschistischen» AfD. Mit Trump haben die Patrioten in Europa Rückenwind wie nie zuvor. Wenigstens in der Springer-Presse regt sich eine gewisse Nachdenklichkeit. «Ein bisschen mehr Selbstkritik und ein bisschen weniger abrufbare Empörungsbereitschaft» empfiehlt Reinhard Mohr als Konsequenz des Trump-Schocks in der B.Z. Was das heißen soll, weiß der gute Mann freilich auch nicht. Springer-Chef Mathias Döpfner bringt das Dilemma auf den Punkt. «Wo sind die Populisten der Mitte?», fragt er verzweifelt. Doch solche Populisten müssten ja dem Volk aufs Maul schauen, wie Trump das tut. Die letzten aus den Altparteien, die das versucht haben, sind aber kaltgestellt worden: Thilo Sarrazin, Wolfgang Bosbach, Oskar Lafontaine. Döpfner skizziert zwei Szenarien: «Alles ist möglich. Eine dramatische Erneuerung der politischen Führung der Mitte. Oder, zum Beispiel in Deutschland, in fünf Jahren eine absolute Mehrheit der AfD.» Da ersteres schwer vorstellbar ist, könnte letzteres schneller eintreten. 2017 wird ein spannendes Jahr.

COMPACT Titelthema Die Verschwörung globaler Eliten _ von Donald Trump Das Netz, das Hillary Clinton an die Macht bringen wollte, reicht weit über die Demokratische Partei und über die politische Sphäre hinaus: Es geht um das internationale Finanzkapital und seine zerstörerische Weltordnung. Am 13. Oktober redete Donald Trump in einer Wahlkampfrede Klartext. Dies ist nicht einfach irgendeine Präsidentschaftswahl. Wir stehen am Scheideweg in der Geschichte unserer Zivilisation, wo entschieden wird, ob wir, das Volk, die Kontrolle über unsere Regierung zurückgewinnen. Das politische Establishment, das jetzt alles versucht, um uns aufzuhalten, besteht aus denselben Leuten, die verantwortlich sind für unsere katastrophalen Handelsabkommen, die erhebliche illegale Einwanderung sowie die Wirtschafts- und Außenpolitik, die dieses Land ausgeblutet haben. Das politische Establishment hat die Zerstörung unserer Fabriken und unserer Arbeitsplätze verursacht, indem sie nach Mexiko, China und in andere Länder auf der ganzen Welt ausgewichen sind. Die aktuell veröffentlichten Zahlen unserer Arbeitsplätze sind anämisch und unser Wirtschaftswachstum liegt [nur] knapp über einem Prozentpunkt. Die Arbeiter in den Vereinigten Staaten verdienen weniger als vor fast 20 Jahren – und das, obwohl sie härter arbeiten. und Antworten bereits im Vorfeld ihrer Debatten erhält. Clinton hat auch die Entscheidungsgewalt zur Autorisierung aller Zitate, die von ihr in der New York Times abgedruckt werden. Und die E-Mails zeigen, dass die Reporter direkt mit der Clinton-Kampagne zusammenarbeiten und konspirieren, um ihr zu helfen, die Wahl zu gewinnen. Bild links: Hillary Clintons politische Karriere dürfte beendet sein. Von 2001 bis 2009 war sie Senatorin von New York, anschließend bis 2013 Außenministerin. Foto: Reuters Bild rechts: COMPACT Spezial Nr. 6 Foto: COMPACT Eine globale Machtstruktur ist für die wirtschaftlichen Entscheidungen verantwortlich, die unsere Arbeiterklasse ausgeraubt haben, unserem Land seinen Reichtum genommen und dieses Geld in die Taschen einer Handvoll großer Konzerne und politischer Einrichtungen gesteckt haben. Sehen Sie sich nur an, was diese korrupte Klasse in unseren Großstädten wie Detroit und Flint im Staat Michigan angerichtet hat – sowie in den ländlichen Städten in Pennsylvania, Ohio, North Carolina und im ganzen Land. Sie haben diese Städte ausgeraubt, ihren Reichtum geplündert und ihnen die Arbeitsplätze genommen. Die Clinton-Maschinerie steht im Zentrum dieser Machtstrukturen. Wir haben das aus erster Hand in den WikiLeaks-Dokumente gesehen, in denen Hillary Clinton im Geheimen mit internationalen Banken zusammenkommt, um die Zerstörung der US- Souveränität zu planen, mit dem Ziel, diese globalen Finanzmächte zu bereichern. Die E-Mails zeigen außerdem, dass die Clinton- Maschinerie so eng und unwiderruflich mit Medienorganisationen verbunden ist, dass sie die Fragen Dass sie die Kontrolle über unsere Regierung und Billionen von Dollar aufs Spiel setzt, zeigt, dass die Clinton-Maschinerie entschlossen ist, unsere Kampagne, die jetzt eine Bewegung ist, wie sie unser Land noch nie zuvor gesehen hat, zu zerstören – doch das lassen wir nicht zu. Die stärkste Waffe, die von den Clintons eingesetzt wird, sind die Mainstreammedien. Wir sollten uns darüber im Klaren sein: Die Medienkonzerne in unserem Land haben nichts mehr mit Journalismus zu tun. Sie sind politische Interessenvertretungen und haben, wie jeder andere Lobbyist oder eine Finanzorganisation, eine Agenda. Und die ist, dass die Clintons um jeden Preis gewählt werden müssen, egal wie viele Leben sie damit zerstören. Für sie ist das Ganze ein Krieg – und sie kennen keinerlei Grenzen. Dies ist ein Kampf um das Überleben unserer Nation. Diese Wahl entscheidet, ob wir eine freie Nation sind oder ob wir nur in einer Illusion von Demokratie leben und tatsächlich von einer kleinen Handvoll globaler Interessengruppen kontrolliert werden, die das System manipulieren. Dies ist keine Verschwörung, sondern Realität – und Sie und ich wissen das genau. Die Arbeiter in den USA verdienen weniger als vor fast 20 Jahren. Wahlkampfbudget in Millionen US-Dollar, Stand: 19.10.2016, Einzelspenden, PAC (Lobbygruppen), Privatvermögen 247,5 Donald Trump 497,8 Hillary Clinton Quelle: dpa, Munzinger, FEC Grafik: COMPACT 13

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