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COMPACT-Magazin 12-2016

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Das Imperium schlägt

Das Imperium schlägt zurück _ von Tino Perlick Die US-Oligarchie sinnt nach Trumps Erfolg auf Revanche. Zwei Taktiken sollen den neuen Präsidenten stoppen: Megaspekulant George Soros befeuert brutale Straßenproteste, um die Amtseinführung zu verhindern. Und neokonservative Kriegstreiber drängen in das künftige Kabinett, um einen Politikwechsel zu sabotieren. mern des Kapitols auf seiner Seite. Was könnte ihn aufhalten, seine Versprechen einzulösen und einen Schraubenschlüssel ins Getriebe der Globalisierungslobby und Kriegsmaschinerie zu werfen? Soros’ Straßenmob 16 7.000 Trump-Gegner verwandelten Oakland in ein Kriegsgebiet. Der Abend des 8. Novembers 2016 hätte für Hillary Clinton und ihre Anhängerschaft in einer wilden Party enden sollen. Lady Gaga, Beyoncé und weitere postmoderne Stars waren im Javits Center im Herzen Manhattans erwartet worden. Das Gebäude hatte Clintons Wahlkampfteam eigens wegen seiner gläsernen Decke ausgesucht – diese symbolisch zu durchbrechen hatte die 69-jährige Wallstreet-Favoritin in jener Nacht geplant. Damit wollte sie beweisen, dass auch eine Frau alles erreichen könne. Es kam anders. Um zwei Uhr morgens Ortszeit blies Clintons Wahlkampfleiter John Podesta die Sause ab, weil sich die Verliererin ihren Fans nicht stellen wollte. So feige war bisher kein Kandidat gewesen… Trump ist am Ziel angekommen. Im Gegensatz zu Barack Obama, der sechs seiner acht Amtsjahre immer wieder von einem mehrheitlich feindlichen Kongress gestoppt wurde, hat er sogar beide Kam- Nach außen hin schien das Rennen gelaufen. Clinton bedankte sich am nächsten Morgen schließlich doch noch artig bei ihren Unterstützern und verkündete, Trump eine Zusammenarbeit angeboten zu haben. Doch wenige Stunden später explodierten in über zwanzig US-Großstädten Anti-Trump-Proteste, bei denen es teilweise zu Ausschreitungen kam. Wo sie auftauchten, führten die jungen Revoluzzer Schilder mit der Aufschrift «Kill Trump» oder «Fuck Trump» bei sich. In Minneapolis blockierten sie stundenlang eine Autobahn. In Oakland verwandelten 7.000 von ihnen ganze Straßenzüge in ein Kriegsgebiet und schmissen Molotow-Cocktails, Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf Polizisten. Die Sache stinkt natürlich zum Himmel. Wenn Proteste in so vielen Großstädten gleichzeitig ausbrechen, müssen sie, mitsamt den Schildern und dem anderen Zeugs, vorbereitet gewesen sein. Die Nichtregierungsorganisation Moveon.org hatte be-

COMPACT Titelthema rupte Establishment» auffordert. Die Botschaft war unterlegt mit Bildern der Wallstreet, der Präsidentin der Federal Reserve (Fed), Janet Yellen, Hillary Clinton – und Soros. Putsch gegen Trump Bunte Revolution in Amerika? Soros-Sturmtruppen randalierten nach der Wahl in diversen US-Städten. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com Das demokratische Spitzenpersonal schwieg zu den Ausschreitungen. Die Presstituierten legitimierten sie: «Donald Trumps Sieg ist für viele Amerikaner im ganzen Land ein Ergebnis, das sie ganz einfach nicht akzeptieren können», berichtete CNN verständnisvoll. Ähnlich wurden schon die Proteste auf dem Kiewer Maidan missbraucht, um eine demokratisch legitimierte Regierung vor den Augen der Welt zu diskreditieren und einen Putsch vorzubereiten. Ein solcher könnte am 19. Dezember auch in den USA stattfinden. Dann erst geben die 538 Wahlmänner ihre Stimmen in den jeweiligen Hauptstädten ihrer Bundesstaaten ab. Präsident wird, wer mehr als die Hälfte, also mindestens 270 Wahlmännerstimmen, bekommt. Trump hat 290 Stimmen in der Tasche. Es wäre ein historischer Skandal sondergleichen, wenn Wahlmänner den Auftrag ihrer Wähler missachten und ihm die Gefolgschaft verweigern sollten – tatsächlich ist das in der Geschichte der USA bisher nur ganz vereinzelt vorgekommen. Dennoch mobilisiert die weltweit größte und kommerzielle Kampagnenplattform change.org Millionen Stimmen, um genau das zu bewirken. Zu früh gefreut: Das Wochenmagazin Newsweek hatte das Clinton- Sieg-Heft bereits 125.000 Mal ausgeliefert, bevor das richtige Wahlergebnis feststand. Foto: Newsweek Wer hat wie gewählt Befragung von 24.500 Wählern nach Abgabe ihrer Stimme in Prozent INSGESAMT 47,7 47,5 Männer 41 53 Frauen 54 42 Weiße 37 58 Nicht-Weiße 74 21 18–29 Jahre 55 37 30–44 Jahre 50 42 45–64 Jahre 44 53 65 Jahre und älter 45 53 Hochschulabschluss 58 37 College-Abschluss 49 45 College-Bildung 43 52 Highscool oder geringer 45 51 reits wenige Stunden nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses eine Erklärung veröffentlicht, in der es heißt: «Hunderte Amerikaner, dutzende Organisationen werden friedlich vor dem Weißen Haus und über das ganze Land verbreitet in Städten und Gemeinden zusammenkommen, um weiter eine klare Haltung gegenüber Frauenhass, Rassismus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit einzunehmen.» Zu den Unterstützern von Moveon.org gehört kein Geringerer als Clintons Top-Spender, der Mega-Spekulant George Soros. Dessen Open Society Foundation sowie das von Soros mitbegründete Netzwerk Democracy Alliance investiert Millionen Dollar, um dessen Version einer liberalen Demokratie weltweit durchzusetzen, offene Grenzen, Billiglöhne und entwaffnete Bürger inklusive. Wie die Washington Times recherchierte, finanzierte Soros radikale Gruppierungen schon in Missouri mit 33 Millionen Dollar. Im August 2014 hatten gewalttätige Proteste im dortigen Ferguson einen tagelangen Ausnahmezustand provoziert. Erst wenige Tage vor der Wahl hatte Trump Soros auch persönlich herausgefordert. Er ließ sein Team einen Fernsehspot senden, in dem er Amerika ein letztes Mal zum Kampf gegen das «gescheiterte kor- «Trump hat keine Kontrolle über Angriffe unter falscher Flagge.» Ron Paul Die Straßenkrawalle sollen Trump klarmachen, wer die wirkliche Macht hat. Das republikanische Urgestein Ron Paul warnte am 11. November im Gespräch mit RT-USA vor zu viel Enthusiasmus angesichts des Sieges von Trump. «Es gibt Leute, die eigentlich noch mächtiger sind als die Regierung, als der Präsident, und die haben eine Menge Einfluss», sagte der langjährige Kongressabgeordnete aus Texas. Zwar sei Trump eigenständiger als jeder Präsident vor ihm. Doch Paul weiß, dass es «vieles gibt, was im Geheimen, ohne Kontrolle unserer sichtbaren Regierung und außerhalb des Sichtfelds von vielen Bürgern getan werden kann». Auch ein aufrichtiger Präsident habe keine Kontrolle über «Angriffe unter falscher Flagge und den unbeabsichtigten Konsequenzen». Die gleichen Sorgen hat auch Paul Craig Roberts, einst stellvertretender Finanzminister von Ronald Clinton Trump fehlend zu 100%: sonstige, keine Angabe Quelle: CNN Grafik: COMPACT 17

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