Aufrufe
vor 8 Monaten

COMPACT-Magazin 12-2016

  • Text
  • Trump
  • Compact
  • Deutschland
  • Welt
  • Zeit
  • Menschen
  • Politik
  • Deutschen
  • Alliance
  • Clinton

COMPACT

COMPACT Titelthema Schlüsselfigur Michael Flynn Der pensionierte General gilt als Trumps engster Berater in militärischen Fragen. Im August schrieb er mit General Keith Kellogg in einer öffentlichen Stellungnahme zu Hillary Clintons Außenpolitik: «Bei dieser Wahl geht es um einen echten Wandel mit einem echten Neuanfang mit einem Präsidenten, der nicht an die Politik der jüngeren Vergangenheit gebunden ist: Eine Vergangenheit, die uns über ein Jahrzehnt endloser Kriege gebracht hat, eine Vergangenheit, die einer fundamentalen, radikalen, islamistischen Terrorgruppe erlaubte, sich international wie ein Krebsgeschwür auszubreiten, eine Vergangenheit, die gescheiterte Staaten hervorbrachte, eine Vergangenheit, die unser Militär verkümmern ließ, eine Vergangenheit, die unsere Verbündeten unsere Entschlossenheit anzweifeln lässt. Eine Vergangenheit, deren Mangel an schlüssiger Politik zu drei Millionen Flüchtlingen und 400.000 Toten allein in Syrien führte.» Michael T. Flynn. Foto: Public domain, Wikimedia Commons Reagan: «Wallstreet und die Federal Reserve können eine Wirtschaftskrise verursachen. Diese Krise können sie ausnutzen, damit Trump einen der ihren als Finanzminister einsetzt. Einzelgänger in der CIA und im Pentagon könnten einen Angriff vortäuschen, der freundliche Beziehungen mit Russland sabotiert.» Zurück zum Goldstandard? Für die heimlichen Besitzer des Landes steht viel auf dem Spiel. Als Präsident wird Trump die Befugnis haben, schon 2017 zwei freie Plätze im Direktorium der Notenbank Fed zu besetzen, die im Besitz der großen privaten Geldhäuser ist. Im Februar 2018 wird dann auch der Chefsessel neu zu vergeben sein. Im Wahlkampf hatte Trump wiederholt gegen Fed- Präsidentin Yellen gewettert. Die von ihr künstlich niedrig gehaltenen Zinsen erzeugten eine «sehr falsche Wirtschaft» und griffen das Ersparte der Bürger an, sagte er. Trumps Beraterin in Wirtschaftsfragen Judy Shelton forderte im Fortune Magazine im August gar eine «Neubewertung der globalen Geldordnung». Shelton befürwortet eine Rückkehr zum Goldstandard. Die Deckung des Dollars durch das Edelmetall wurde 1971 von Richard Nixon aufgehoben, seither ist er nicht mehr an die Realwirtschaft gebunden, die Papiergeldmenge explodiert. Trump selbst zeigte sich von der Idee angetan: «Wir hatten mal ein sehr solides Land, weil es auf dem Goldstandard basierte”, sagte er einem Lokalsender in New Hampshire im März 2015. Das offizielle Parteiprogramm der Republikaner sieht in jedem Fall eine jährliche Überprüfung der Fed vor. Schwarz auf weiß fordert die Partei dank Trump sogar die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Gesetzes von 1933, das Investitions- von Einlagebanken trennte und damit die Sparguthaben vor dem Zugriff von Spekulanten schützte. Wallstreet- Präsident Bill Clinton hatte die Bestimmung aufgehoben und unter anderem damit die Finanzkrise von 2008 ausgelöst. Neocons wollen mitregieren Neben den Wallstreet-Plutokraten zählen alteingesessene Persönlichkeiten aus dem Nationalen Sicherheitsapparat zu Trumps gefährlichsten Gegnern. Im August hatten 50 ehemalige republikanische Sicherheitsfunktionäre, darunter Ex-NSA-Chef Michael Hayden, in einem offenen Brief erklärt, Trump sei ein «gefährlicher Präsident und riskiere die Nationale Sicherheit und das Wohlergehen des Landes”. Trump bezeichnete die Unterzeichner als «nicht mehr als die gescheiterte Washington-Elite, die an ihrer Macht festhalten will. Es wird Zeit, dass sie für ihre Handlungen Rechenschaft ablegen». «Wir hatten mal ein sehr solides Land, weil es auf dem Goldstandard basierte.» Trump Nach seinem Wahlsieg stehen ehemalige Feinde plötzlich Schlange, um einen Job in seiner Administration abzubekommen. Es gebe «Kartons voll mit Bewerbungen», zitierte CNN am 12. November eine anonyme Quelle aus dem Übergangsteam. Dort habe ein erbitterter Disput darüber stattgefunden, ob den Wendehälsen eine Chance gegeben werden solle oder nicht. Das Problem: Zwar könnten Top-Positionen mit loyalen Republikanern wie Newt Gingrich, Chris Christie oder Rudy Giuliani gesichert werden. Doch hunderte Stellen in den Zweit- und Drittebenen müssen auch besetzt werden… Bei den Republikanern gibt es immer noch zu viele Bush- Männer – Parteigänger der Wallstreet und Befürworter von Angriffskriegen. «Leider kommen etliche Neokonservative Trump immer näher», kommentierte Ron Paul die Entwicklung kurz nach der Wahl. Nisten sich die Kalten Krieger in der neuen Administration ein, werden sie die angedeutete Entspannungspolitik mit Russland zu untergraben versuchen. Alle Augen sollten sich daher auf General Michael Flynn richten. Der ehemalige Direktor des Militärgeheimdienstes DIA ist ein ausgesprochener Gegner des neokonservativen Flügels seiner Partei und wird als möglicher Nationaler Sicherheitsberater im künftigen Kabinett gehandelt. 18 Der 35. US-Präsident John F. Kennedy legte sich ebenfalls mit der Fed an. 1963 wurde er ermordet. Foto: Cecil W. Stoughon, Public Domain, Wikimedia Commons

COMPACT Titelthema «Das läuft seit 50 Jahren» _ Tino Perlick im Gespräch mit Russ Verney Mit versteckter Kamera haben sich die Agenten der Antikorruptions-Plattform Project Veritas in Clintons Kampagne eingeschleust und sind Betrug in großem Stil auf die Schliche gekommen. Was ist Project Veritas? Wir sind ein Unternehmen, das verdeckte Video- Ermittlungen betreibt [Videos unter projectveritasaction.com]. Wir versuchen, die korrupten Aktivitäten der Regierung und der Politiker zu beleuchten – dabei geht es um geheime Geldgeber und geheime Organisationen, die Kandidaten der Demokraten unterstützen. Einer der Hauptakteure – die Person, die durchs ganze Land reist und die Taktiken der «Dark- Money»-Gruppen anwendet – hat uns sehr offen darüber berichtet, Wahlbetrug begangen zu haben und dass dies seit 50 Jahren so läuft. Der Name dieses Herrn ist Scott Foval. Er war sogar so unverschämt, uns zu sagen, dass sie Leute mit Bussen von Wahllokal zu Wahllokal karren und sie jetzt, wo sich die Masche langsam herumspricht, auf Mietwagen umsteigen, damit Beobachter nicht nach den Bussen Ausschau halten können. Also Leute geben ihre Stimme mehrfach ab… Wie sind Sie an diesen Kerl herangekommen? Eigentlich recherchierten wir gerade eine ganz andere Geschichte, als wir auf Scott Foval trafen. Einer unserer Ermittler kam mit ihm ins Gespräch und Foval erwähnte, dass er der leitende Funktionär einiger dieser Organisationen ist, die demokratische Kandidaten unterstützen. Wir haben die Beziehung zu ihm über Monate gepflegt. Das öffnete uns die Tür zu Robert Creamer. Er ist der Kopf der «Dark-Money»-Operation. Provokateure wurden rekrutiert, trainiert und bezahlt. Was tut dieser Creamer? Creamer ist ein Berater der Demokraten. Über 340 Mal war er im Weißen Haus zu Gast und traf Präsident Obama mehr als 40 Mal persönlich. Er war also sehr gut vernetzt. Er war auch derjenige, der wöchentliche Treffen sowie tägliche Telefongespräche mit allen Verbänden und Organisationen der Demokraten pflegte. Hillarys eigene Kampagne und das Demokratic National Committee (DNC) waren bei diesen Telefonaten zugeschaltet. Diese Super-Pacs, jene Organisationen, die zur Förderung eines Kandidaten aufgebaut werden, können unbegrenzte Summen investieren, es ist ihnen jedoch verboten, ihre Aktivitäten mit dem offiziellen Wahlkampfteam des jeweiligen Kandidaten abzustimmen – und hier sind sie plötzlich alle zusammen in einer Telefonkonferenz und tun genau das: Sie koordinieren ihr Vorgehen. Die Demokraten befürworten die Einbürgerung illegaler Einwanderer. Warum? Ich denke, dass die Demokratische Partei illegale Einwanderer als potentielle Unterstützer ihrer Partei ansieht. Das bedeutet, dass sie über die nächsten 15 bis 20 Jahre dabei behilflich sein können, das Land in eine Bastion des Liberalismus zu verwandeln. Selbst Präsident Obama ermutigte illegale Einwanderer zur Stimmabgabe. Befehle von ganz oben Was haben Sie sonst noch auf Band? Eine andere Sache, die Foval ansprach, war, dass Leute auf Wahlkampfveranstaltungen von Trump geschickt würden, um Streit zu erzeugen, damit es so erscheint, als seien Trump-Unterstützer irrationale Heißsporne. Es gab da einen Vorfall im Juli, als eine 69 Jahre alte Frau bei einer Veranstaltung von Trump in North Carolina von einem angeblichen Trump-Anhänger geschlagen wurde, weil sie ihre Sympathien für Clinton geäußert hatte. Nun hat sich herausgestellt, dass diese Personen beide von Foval und Creamer rekrutiert, trainiert und bezahlt worden sind. Foval hat für den Zwischenfall, bei dem die Frau einen Faustschlag für das eigene Team einsteckte, volle Verantwortung übernommen. Hat Hillary Clinton davon gewusst? Ja, sie war involviert. Creamer sprach auch davon, wie er darüber unterrichtet wurde, dass Hillary diese Dinge ausdrücklich erledigt haben wollte – nicht nur ihre Kampagnenleiter. Wurden bisher irgendwelche Konsequenzen gezogen? Foval wurde von seinem Unternehmen gefeuert, als unser Material veröffentlicht wurde. In der Folge kündigte Creamer seinen Vertrag mit dem DNC und trat von der Kampagne zurück. Wahrscheinlich hat er hinter den Kulissen einfach weitergemacht, aber ein offizieller Bestandteil der Maschinerie konnte er fortan nicht mehr sein. «Wenn Ihr Hillary Clinton wählt, gebe ich euch einen Blowjob – und ich bin gut!», bot Popstar Madonna öffentlich an. Foto: David Shankbone, CC-BY-SA-3.0, Wikimedia Commons Bananenrepublik Dem Forschungsinstitut PEW zufolge, gibt es in den USA rund 24 Millionen «ungültig oder maßgeblich inakkurat» verzeichnete Wähler. 1,8 Millionen Verstorbene befänden sich auf den Wahllisten. Fast 2,8 Millionen Menschen seien in mehr als einem Staat registriert. Laut dem Journal of Electoral Studies tauchen in den Wahllisten 14 Prozent Nicht-Staatsbürger ohne Wahlrecht auf. Verrückt: Nur 15 Bundesstaaten verlangen die Vorlage eines Bildausweises. United States of Bananas. Foto: Archiv Russ Verney ist Sprecher der Whistleblower-Gruppe Project Veritas. Er war Gründungsmitglied der amerikanischen Reformpartei und 1996 Wahlkampfleiter des Präsidentschaftskandidaten Ross Perot. 19

© COMPACT-Magazin GmbH 2016 Alle Rechte vorbehalten

   Mediadaten  /  Datenschutz  /  Impressum  /  Kommentarregeln  /  Nutzungsbedingungen  /  Widerruf