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COMPACT-Magazin 12-2016

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COMPACT Titelthema Den Anti-Amerikanismus ad acta legen _ von Alexander Dugin Die russische Sicht: Der Triumph von Donald Trump bringt die US-Hegemonie ins Wanken. Das andere Amerika hat gesprochen, die Eliten in Washington sind gescheitert! Putin zu Trump «Was mir aufgefallen ist und was ich natürlich begrüße, ist, dass Herr Trump gesagt hat, dass er die Beziehungen zu Russland erneuern will. Was soll daran schlecht sein? Wir alle freuen uns darauf. Sie etwa nicht? Russland wird sich aber nicht in die internationalen politischen Prozesse anderer Länder einmischen – vor allem nicht in die der USA. Wir werden mit jedem Individuum zusammenarbeiten, das vom amerikanischen Volk ausgewählt wird.» (Wladimir Putin zu CNN-Reporter Farid Zakaria, 19.6.2016) _ Alexander Dugin, geboren 1962 in Moskau, war 1994 Mitbegründer der Nationalbolschewistischen Partei Russlands und 2002 der Eurasischen Partei. Er gilt im Westen als Putin-Berater. – Der Text ist die Übersetzung einer Videoansprache von Dugin vom 10.11.2016. In diesen Tagen ist es kaum möglich, über irgendetwas anderes zu diskutieren, als über den unerwarteten Sieg von Donald Trump und die krachende Niederlage der Frontfrau des Globalismus Hillary Clinton bei den US-Wahlen. Trumps Triumph bedeutet vor allem eins: Das Ende der unipolaren Welt. Der nun gewählte Präsident lehnt die US-Hegemonie sowohl in ihrer milden Form, wie sie vom CFR [Council on Foreign Relations] befürwortet wird, als auch in ihrer radikalen Form, wie sie die Neokonservativen vertreten, ab. In diesem Wahlkampf sind die beiden größten Denkfabriken der Globalisten kollabiert. Das heißt: Die unipolare Welt wurde nicht nur durch den Druck des Auslandes vernichtet, sondern aus dem Innern der USA selbst. «Trumps Sieg ist der Beginn einer amerikanischen Revolution.» Alex Jones Die Völker und Staaten der Welt können endlich wieder aufatmen. Die Expansion des Globalismus wurde in der eigenen Schaltzentrale gestoppt. Die neue, multipolare Welt meint nichts anderes, als dass die USA nun einer von mehreren Polen der Weltordnung sein wird – ein mächtiger und wichtiger Pol zwar, aber nicht der einzige. Und wichtiger noch: Die USA haben fortan keinen Anspruch mehr auf eine Sonderstellung. Es gibt keine Alternative zur multipolaren Ordnung, und jetzt haben wir die Gelegenheit, diese neue Weltordnung zu errichten – nicht mittels Krieg, sondern auf friedlichem Wege. Trump hat das möglich gemacht. Der Sieg des guten Amerika Trumps Sieg zeigt, dass es heute zwei Amerika oder besser: zwei Versionen der Vereinigten Staaten gibt – Clintons Amerika und Trumps Amerika. Letzteres ist traditionell, konservativ, gesund und verdient unseren Respekt. Dieses Amerika sprach ein lautes Nein zum Globalismus und zur Expansion der liberalen Ideologie. Es ist das wahre Amerika, ein Amerika des Realismus, das seinen Präsidenten gewählt hat und sich der verlogenen Propaganda der globalistisch-liberalen Medien nicht beugte. Mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung glaubt nur an sich und nicht an die verlogene, liberale, globalistische Propaganda der transnationalen Eliten. Das sind glänzende Neuigkeiten. Mit diesem Amerika kann man reden. Ein zweites Amerika tritt aus dem Schatten, dessen Informationsquellen jetzt die Los Angeles Times und der Internet-Kanal von Alex Jones sind. Und Alex Jones erklärt frei heraus: «Trumps Sieg ist der Beginn einer amerikanischen Revolution.» Das Volk stürzt die transnationalen Eliten. Es ist das Morgengrauen eines Kampfes um die nationale Befreiung. Heute fühlen wir uns alle solidarisch mit dem amerikanischen Volk. Nach diesen Wahlen sollten wir jenen simplen Anti-Amerikanismus ad acta legen, der völlig legitim war, als die USA noch von den Globalisten beherrscht wurden, jetzt allerdings eher fehl am Platz ist. Sollte sich Amerika, wie Trump es versprochen hat, nun auf die eigenen Probleme konzentrieren und die Menschheit in Ruhe lassen, gibt es überhaupt keinen Grund mehr, die USA zu hassen. Es ist schließlich nicht Amerika, sondern die dortige Elite, die der Welt auf aggressive Weise unnatürliche, widerliche und zerstörerische Werte aufgezwungen, Staaten unterworfen, Terror und Chaos unter dem Deckmantel der Demokratie gezüchtet und dabei Ozeane von Blut vergossen hat. Trump gehört nicht zu diesen Eliten. Seine Haltung zum Rest der Welt wird eine andere sein. 22 Ist es der Beginn einer wunderbaren Männerfreundschaft? Öffentlich lobten sich Putin und Trump jedenfalls bereits. Foto: picture alliance / AP Photo

COMPACT Politik Die vertriebenen Engel _ von Martin Müller-Mertens Der Krieg gegen Weihnachten tobt vor allem in Kindergärten und Schulen. Unter dem Dogma von Vielfalt und Toleranz soll eine Generation ohne Wissen um die christlichen Wurzeln des wichtigsten deutschen Festes aufwachsen. Berlin am 24. Dezember 2030. Leise rieselt der Schnee auf die dunklen Straßen. Eilig hasten Menschen nach Hause. Die Zeit der Weihnachtsbescherung ist längst angebrochen. Doch seit die Bundesregierung den Heiligen Abend im Austausch für das islamische Zuckerfest zum vollen Arbeitstag erklärte, bleibt kaum mehr Muße für die einst besinnlichen Stunden. Nur die allgegenwärtigen Wintermärkte lassen erahnen, was der Tag früher bedeutete. Doch an diesem Abend kommen kaum Besucher zu den Buden mit türkischem Tee und Halal-Speisen. Der Schein des Mondes wirft den Schatten eines Minaretts auf einsam wachende Märchenfiguren aus Tausendundeiner Nacht. Deutschland ohne Weihnachten? Was sich heute noch wie eine Dystopie pessimistischer Untergangspropheten liest, könnte in einigen Jahren ernsthaft diskutiert werden. Zwar erhellen geschmückte Tannen und Festbeleuchtung auch 2016 die Straßen. Offene Forderungen nach einem Verbot ertönen – noch – nicht. Doch im Verborgenen läuft der politisch korrekte Feldzug gegen das Christuskind bereits. Per Salamitaktik soll Weihnachten nicht nur aus den Kinderherzen vertrieben werden, sondern sich schleichend zum inhaltsleeren Winterfest der bunten Republik wandeln. Rausschmiss wegen Jesusgeschichte Nur selten prasseln die Schläge so ungeniert nieder wie in Wien. 2015 erhielt eine Pädagogin der dortigen städtischen Kindergärten ihre Kündigung. Dem Rausschmiss war ein regelrechtes Verhör durch die Dienstaufsicht vorausgegangen, deren Protokoll an die Öffentlichkeit durchsickerte. Demnach hatte die 50-Jährige «die Kinder mehrmals in der Gesamtgruppe über die Bedeutung des christlichen Weihnachtsfestes aufgeklärt», heißt es in einem Tonfall, als würde ein Verbrechen geschildert. Für Manfred Juraczka, Chef der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) in Wien, ein Alarmsignal. «Wir haben hier erstmals schrift- Für Kinder ist der Weihnachtsmann die Verkörperung des Fests. Die Figur geht übrigens nicht auf Coca Cola, sondern alte europäische Volkslegenden zurück. Der US- Getränkeriese nutzt den bärtigen Geschenkeboten erst seit 1931 für seine Werbung. Foto: picture alliance / ZB Kultursensibilität ist das große Zauberwort von Multikulti. 23

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