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COMPACT-Magazin 12-2016

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COMPACT Dossier 44 Für ein Europa der Freiheit Die sieben Forderungen, die Oskar Freysinger am Ende seiner Rede auf der COMPACT-Konferenz am 5. November vorgetragen hat: 1. Die Zukunft Europas liegt in Europa selbst und nicht darin, der Stiefelknecht des amerikanischen Imperiums zu sein. 2. Der Reichtum Europas liegt in seiner Vielfalt. Denn Vielfalt bedeutet Auswahl und Auswahl bedeutet Freiheit. 3. Darum ist ein föderalistisches Europa der Vaterländer nach Schweizer Art der einzig mögliche Weg aus der heutigen Sackgasse. Zentralismus, Nivellierung und Selbstverleugnung haben ihre Grenzen gezeigt und müssen durch das wiedergefundene Selbstbewusstsein kooperierender, überschaubarer, historisch gewachsener Gebilde, sprich Nationen, ersetzt werden. 4. Die Zukunft Europas liegt in der Kooperation mit Russland, nicht in der Konfrontation mit der orthodoxen Welt, deren Werte mit den unseren übereinstimmen, weil sie demselben Born entsprungen sind. 5. Das elitäre Gebaren der heutigen Machtfunktionäre muss durch direktdemokratische Mechanismen ersetzt werden, die es den Völkern erlauben, ihr Schicksal konkret mitbestimmen zu können, bevor es zu spät ist. 6. Die unbeschränkte Versammlungs- und Ausdrucksfreiheit ist wiederherzustellen. 7. Die Kultur, die Geschichte und die Werte der abendländischen Welt müssen wieder vermittelt und hochgehalten werden, damit Europa seine Seele wiederfindet und nicht zum Parkhaus des globalen Supermarktes verkommt. Logo der verbotenen COMPACT- Konferenz in Köln. Foto: COMPACT Die Schweiz ist das Paradebeispiel der Ars Vivendi, der Lebenskunst. Der Islam ist im Gegensatz dazu eine Ars Moriendi. Dort wird ständig getötet und gewaltsam gestorben, sind Ehrenmorde und Blutrache konstitutive Elemente des Weltverständnisses. Darum kommt die islamische Welt nie zur Ruhe, darum wird es immer wieder Selbstmordattentate geben, deren Opfer in überwältigender Mehrheit die Moslems selber sind. Was unsere eigene, moderne, das heißt atheistisch-materialistische Welt angeht, steht es nicht besser. Nur ist dort die Unterscheidung zwischen Tod und Leben hinfällig geworden, weil die lebendig Toten allmählich überhand nehmen. Die Versuchung Christi Dabei gäbe es einen dritten Weg zwischen dem Nihilismus des Wertrelativismus und dem engstirnigen Dogmatismus der Islamisten. Diesen Weg scheint uns paradoxerweise das heutige Russland zu weisen, das nicht dadurch einen Gegenpol zu den USA darstellt, weil es eine konkurrierende Großmacht ist, sondern weil seine Politik dem Dharma verpflichtet ist und der Hybris der Angelsachsen die Demut der orthodoxen Welt entgegenstellt. Russland wehrt sich zur Zeit eher erfolgreich gegen die zerstörerische Expansionspolitik der amerikanischen Hybris. Sollte es unterliegen, ist unsere Zivilisation endgültig am Ende. Eine Zivilisation, die uns gelehrt hat, unsere animalischen Triebe zu transzendieren und über uns selbst hinaus zu wachsen. Eine Zivilisation, die in allen wissenschaftlichen und künstlerischen Bereichen Großartiges geleistet hat. Denken wir an die drei Versuchungen Christi in der Wüste, als ihn der Teufel auf einen Berg entführt: die wirtschaftliche Versuchung (Steine in Brot verwandeln), die technologische Versuchung (ins Leere springen und von Engeln aufgefangen werden), die politische Versuchung (sich vor dem Teufel verbeugen). Christi lehnt alle drei ab, denn seine Macht ist eine andere. Vor ihr verblassen die herrlichsten Teufeleien. Doch genau diese drei Versuchungen sind die Götzen, denen die moderne europäische Gesellschaft zum Opfer gefallen ist: Der Glaube an die Allmacht der Wirtschaft und der Technologie führt uns im Verbund mit unserer Unterwerfung unter eine sich selbst genügende Machtballung zur Sklaverei und zur Entmenschlichung. Was uns blüht, ist eine seelenlose Existenz als Instrumente selbsternannter Gottmenschen, die, je mehr sie die Natur zu unterwerfen glauben, umso stärker von ihr unterworfen werden, wie das C.S. Lewis in seinem Essay The abolition of man (Die Abschaffung des Menschen) treffend aufgezeigt hat. Was uns blüht, ist eine seelenlose Existenz als Instrumente selbsternannter Gottmenschen. Christi Freiheit ist eine völlig andere. Sie kennt keine Grenzen und Bedingungen. Sie schafft Harmonie und lehnt sich respektvoll an die Natur an. Sie blüht im liebenden Herzen des Menschen. Auch die vor lauter Missbrauch abgewetzten Begriffe Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit sind kein Ersatz für die vorbehaltlos liebende Seele. Denn Freiheit ohne Nächstenliebe zerstört die Brüderlichkeit durch Isolierung und Materialismus und zersetzt die Gleichheit durch Neid und Eifersucht. Thukydides – schon wieder ein alter Grieche – schrieb einst, dass die Stärke einer Stadt weder in ihren Mauern noch in ihren Kriegsschiffen liege, sondern im Charakter ihrer Bürger. Charakter haben bedeutet aber weder, allen gefallen zu wollen, noch sich vor den Mächtigen zu verbeugen, noch jedes abnorme Verhalten aus Feigheit und Trägheit als Norm zu akzeptieren. Charakter bedeutet Widerstand gegen das Oberflächliche, das zu Einfache und Gemeine. Dabei geht es nicht darum, selber zu Göttern zu werden, nur weil wir den Gott unserer Väter von seinem Sockel gestürzt haben. Es geht darum, Menschen zu sein. Und was verhilft uns zu unserer Menschlichkeit? Die ungeschriebenen Gesetze in uns, Zeus in uns! Der Funke Ewigkeit, der tief in uns drin liegt und uns doch unendlich übersteigt. Genau dieser uns übersteigende göttliche Funke macht uns wirklich frei, weil er sich jeder Kontrolle entzieht, weil er weder der Zeit noch dem Raum unterworfen ist. Die Antifa kleidet sich bevorzugt in SS-Schwarz. Foto: picture alliance / NurPhoto

COMPACT Leben Wir bleiben, bis wir siegen _ von Lutz Bachmann Pegida ist nur der Anfang. Der Gründer der Dresdner Montagsbewegung sagt: Wenn die Opposition einig ist, kann Deutschland das Merkel-Regime überwinden. Dazu muss auch die AfD über ihren Schatten springen. Pegida hat vor zwei Jahren in Dresden begonnen, und wir haben die Deutungshoheit in Dresden massiv verschoben. Die Menschen in Sachsen haben ein super Bauchgefühl und wissen, wenn etwas schief läuft. Deshalb ging auch von Sachsen die Wende aus. Ich bin viel im Westen unterwegs gewesen. In den letzten vier Monaten habe ich mich von dort etwas zurückgezogen. Wenn man sieht, dass im Kalifat Nordrhein-Westfalen schon 35 Prozent der eingeschulten Kinder Muslime sind… Wenn dort nicht bald etwas geschieht in Richtung Remigration oder echter Integration, sehe ich für Westdeutschland schwarz. Wir hatten viele Pegida-Ableger im Westen. Aber es waren meistens Einzelkämpfer, und ohne Vernetzung kann man sowas, wie wir es in Dresden geschaffen haben, nicht aufbauen. Die wichtigste Botschaft ist der Zusammenhalt. Warum ist Pegida so erfolgreich? Weil sich Medien und Politik derart über uns echauffiert haben, dass wir uns auf der Straße zusammentun. Es ist unser größter Verdienst, dass sie sich damit selbst enttarnt und die Maske vom Gesicht gerissen haben. Wir müssen die Deutungshoheit noch weiter verschieben. Dazu bedarf es der Solidarität. Wenn ich die Worte höre, die wir heute wieder sprechen, fühle ich mich erinnert an die Zeit von 1988 und 1989. Auch damals war Solidarität offiziell sehr beliebt. Doch als es dann wirklich zu dieser Solidarität kam, da waren diese Menschen plötzlich übelste Pöbler, Hetzer, subversive Elemente. Wir brauchen drei Elemente des Widerstandes. Das eine ist der parlamentarische Arm, in Deutschland die AfD. Der zweite Arm ist Pegida. Wir müssen auf der Straße den Druck erhöhen und dürfen uns nicht zersplittern. Es sollte versucht werden, es wie 1989 in zwei oder drei Städten hochkochen zu lassen. Dann gibt es einen dritten Arm: Das ist die Identitäre Bewegung – die Aktivisten, die wirklich etwas tun. Wenn diese drei Arme Hand in Hand gehen, dann werden wir etwas bewegen in diesem Land. Lasst uns gemeinsam an einem Strang ziehen, dann holen wir uns unser Land zurück. Wir haben vor anderthalb Jahren bei Pegida ein 19-Punkte-Programm herausgebracht, und ich fand es ganz interessant, was Sahra Wagenknecht im Bundestag dazu gesagt hatte: Von den 19 Punkten sind 17 in Arbeit oder zum Teil schon erfüllt. Aber es sind nur Lippenbekenntnisse. Wir brauchen kein neues Einwanderungsgesetz, wir brauchen keine neuen Abschiebegesetze. Das einzige, was wir brauchen, ist, dass die bestehenden Gesetze konsequent umgesetzt werden. Merkel ist Honecker Wenn ich unser Warmluftgebläse Horst Seehofer in Bayern sehe – das ist für mich nichts anderes als geschickter Wahlkampf. Am Ende des Tages kriecht er wieder vor Mutti zu Kreuze, und dann werden die Posten verhandelt. Wenn ich mir Angela Merkel anschaue: Sie lebt in einer vollkommen eigenen Welt. Manchmal denke ich, es ist wie damals bei Honecker. Sie weiß gar nicht mehr, was an der Basis passiert, weil das von ihr abgeschirmt wird, damit die ganzen kleinen Könige ihre Pöstchen hin- und herschieben, ihr Geld verdienen, sich ihre Taschen füllen können. Es schreien immer alle: Merkel muss weg. Reicht das? Es reicht nicht. Alle diese Mittäter müssen weg. Damit bin ich wieder beim Wahlspruch von Pegida. Wir sind gekommen, um zu bleiben – und wir bleiben, bis wir siegen. Angebot an Frauke Petry Pegida wird seit jeher von Frauke Petry abgelehnt – im Unterschied zu anderen AfD- Größen wie André Poggenburg, Björn Höcke oder Alexander Gauland. Die Fronten waren zeitweise so verhärtet, dass Pegida mit einem eigenen Wahlantritt drohte. Doch seit einiger Zeit versucht Bachmann, das Verhältnis zur AfD-Chefin zu entspannen: Von einer Konkurrenz an der Wahlurne ist nicht mehr die Rede, und Frau Petry wurde Anfang Oktober herzlich zu einer Rede beim Pegida-Geburtstag eingeladen. Auf der COMPACT- Konferenz setzte Bachmann die Charme-Offensive fort: Er werde gerne auf einen Kundgebungsauftritt verzichten, wenn die Umworbene ihren Auftritt bei der Bürgerbewegung davon abhängig mache. Bild links: Lutz Bachmann Foto: Jürg Gründler Am Ende des Tages kriecht Seehofer immer wieder vor Mutti zu Kreuze. _ Lutz Bachmann, 43 Jahre alt, ist das Gesicht von Pegida. Gestartet im Oktober 2014, erlebte diese mit über 40.000 Teilnehmern im Januar 2015 ihren Höhepunkt. Zum 2. Geburtstag von Pegida konnte Bachmann am 16. Oktober 2016 wieder 15.000 Menschen vor der Semperoper begrüßen. – Der obige Text ist ein Auszug aus der Rede, die er am 5. November auf der COMPACT-«Konferenz für Meinungsfreiheit» gehalten hat. Vollständig ist sie auf unserem YouTube-Kanal COMPACTTV zu sehen. 45

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