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COMPACT SPEZIAL 10 "Islam"

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COMPACT Spezial _ Islam und Dschihad «Es gibt keine Sure, die Frieden heißt» _ von Mark A. Gabriel Unser Autor lehrte Islamische Geschichte an der renommierten al-Azhar Universität in Kairo. In seinen Büchern räumt der Konvertit mit der westlichen Verklärung seiner einstigen Religion auf: Der Islam zeichnet sich durch eine Geisteshaltung der Gewalt aus, die kriegerischen Suren heben die friedfertigen Verse des Koran auf. «Der Dschihad und das Töten sind das Haupt des Islams.» Omar Abdel Rahman Schlacht von Uhud bei Mekka wird im Islam als Tag der Heimsuchung, des Unglücks und der Prüfung angesehen. Foto: picture alliance / CPA Media Co. Ltd Als Studienanfänger an der al-Azhar-Universität schrieb ich mich 1980 für einen Kurs zum Thema Koranauslegung ein. Zweimal im Monat versammelten wir uns, um Vorlesungen von einem blinden Scheich zu hören, der wegen seiner Leidenschaft für den Islam bei den Studenten sehr beliebt war. Allerdings war sein Hang zur Radikalität nicht zu übersehen. Immer, wenn er im Koran an eine Stelle kam, wo Christen oder Juden erwähnt wurden, machte es ihm große Freude, die Christen als «Ungläubige» und die Juden als «Schweinekinder» zu bezeichnen. Er ließ keinen Zweifel daran, dass er am liebsten die glorreichen Tage des islamischen Reiches durch den Dschihad zurückbringen wollte. Eines Tages gab er uns Studenten die Gelegenheit, ihm Fragen zu stellen. Ich stand auf und fragte ihn etwas, was mich schon seit langer Zeit beschäftigte: «Warum lehren Sie uns so viel über den Dschihad? Was ist mit den anderen Versen im Koran, die von Frieden, Liebe und Vergebung sprechen?» Sogleich lief sein Gesicht rot an. Ich sah, wie zornig er war, aber ich sah auch, dass er sich dazu durchrang, seinen Zorn zu beherrschen. Statt mich anzuschreien, nutzte er die Chance, um seinen Standpunkt vor den 500 Studenten, die ihm zuhörten, zu bekräftigen. «Mein Bruder», sagte er, «es gibt eine Sure, die ”Die Kriegsbeute” heißt. Es gibt keine Sure, die ”Frieden” heißt. Der Dschihad und das Töten sind das Haupt des Islams.» Heute sitzt dieser Mann in einem Gefängnis in den USA. Sein Name ist Omar Abdel Rahman, und er wurde als Drahtzieher des ersten Bombenanschlages auf das World Trade Center im Jahr 1993 verurteilt. Bevor er nach Amerika kam, war er der geistliche Anführer der radikalen ägyptischen Gruppe al-Dschihad, die für die Ermordung des ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat verantwortlich war. Einmaleins des Islams Wie Sie aus dieser Geschichte und aus meinem Zeugnis ersehen können, habe ich den größten Teil meines Lebens in der Nachbarschaft des Terrorismus zugebracht. Die Menschen im Westen haben große Mühe damit, Terroristen zu verstehen. Sind die denn alle verrückt?, fragen sie sich. Ich kann Ihnen versichern, dass diese Leute keine Wahnsinnigen sind. Sie sind auch keine Psychopathen, die ein perverses Vergnügen daran finden, anderen wehzutun. Nein, sie folgen einer Philosophie, und wenn Sie diese Philosophie verstehen, wird keine ihrer Taten Sie mehr überraschen können. 12 Das Wort Islam bedeutet «Unterwerfung»; das Wort Muslim bedeutet «einer, der sich Allah unterwirft». Der Koran sagt, dass man kein wahrer Muslim sein kann, wenn man sich nicht unterwirft: «Oh, Ihr, die Ihr glaubt! Gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten (Mohammed) und denen, die Befehl unter Euch (Muslimen) haben.» (Sure 4,59) Nun, die Frage, die man beantworten muss, wenn man sich Allah unterwirft, ist diese: Was will Allah? Die Antwort ist in den heiligen Büchern des Islams zu finden – dem Koran und den Hadithen. Die Offenbarung des Koran begann im Jahre 610, als Mohammed, der Prophet des Islams, sagte, der Engel Gabriel habe zu ihm gesprochen, während er in einer Höhle in der Nähe von Mekka meditierte.

COMPACT Spezial _ Islam und Dschihad Mohammed behauptete, dies seien die Worte des einen wahren Gottes – Allah. Er schrieb diese Worte nieder, wie er sie über einen Zeitraum von etwa 22 Jahren empfing. Kurz, der Koran enthält nicht die Lehren Mohammeds, er enthält die Worte Allahs. Signifikant ist, dass die Offenbarungen nicht alle zur gleichen Zeit erfolgten, wie wir später noch sehen werden. Die Hadithe stellen eine weitere Gruppe heiliger Schriften dar. Diese Bücher enthalten eine verbindliche Schilderung der Dinge, die der Prophet Mohammed während seines Lebens sagte und tat. Mit anderen Worten, die Hadithe liefern die Lehren Mohammeds in Wort und Beispiel. Die Hadithe entstanden folgendermaßen: Menschen, die Mohammed nahestanden, etwa seine Gefährten oder seine Ehefrauen, beobachteten seine Aktivitäten und zeichneten sie auf. Gelehrte sammelten diese Schriften und hielten sie in den sechs Sammlungen fest, die wir heute haben. Bezeichnet werden sie nach dem jeweiligen Herausgeber der Bücher, zum Beispiel als «Hadith von al-Bukhari». Die Mehrheit in der muslimischen Welt betrachtet die Hadithe als verbindliche Autorität. (Um genau zu sein, die sunnitischen Muslime akzeptieren sie alle; die schiitischen Muslime akzeptieren die meisten von ihnen.) Es ist wichtig, die Hadithe im Blick zu haben, denn Mohammeds Leben und seine Lehren bildeten die Grundlage der Prinzipien der Kriegführung des Zwanges, die heute praktiziert werden. Schließlich sollten Sie den Begriff Scharia kennen, der das islamische Gesetz bezüglich der Pflichten der Muslime gegenüber dem Gott des Islams bezeichnet. gegen die Feinde Allahs kämpfen müssen, bis entweder die Feinde oder die Muslime sterben. Das Wort bedeutet eigentlich «Kampf». In der islamischen Fiqh (Rechtswissenschaft) ist der Dschihad sogar folgendermaßen juristisch definiert: «(Der Dschihad) ist der Kampf gegen jeden, der der Ausbreitung des Islams im Weg steht. Oder der Kampf gegen jeden, der sich weigert, den Islam anzunehmen.» (nach Sure 8,39). Die 72 Jungfrauen warten schon... Das Paradies ist im Koran «der Lohn derer, die gottesfürchtig sind». Foto: Public domain, Wikimedia Commons Warum ist es so wichtig, dass Muslime tun, was Allah will? Weil der Islam eine Religion der Werke ist. Der Eingang ins Paradies (in den Himmel) muss verdient werden. Das Traurige daran ist, dass Muslime niemals ihres Heils gewiss sein können. Wenn sie sterben, so glauben sie, werden sie ins Grab gelegt, wo sie auf ihr Urteil am Tag der Auferstehung warten. Wenn dieser Tag des Gerichts kommt, wägt Allah die guten gegen die bösen Werke ab und entscheidet über ihr Schicksal. Es gibt keine Garantie, dass man das Paradies erlangt, selbst wenn man sein ganzes Leben lang gute Werke tut. Alles hängt davon ab, wie Allah entscheidet. Freifahrtschein ins Paradies Es gibt nur einen Weg, sich eine Garantie für das Paradies zu verschaffen. Und dieser Weg liefert das perfekte Motiv für die Selbstmordattentäter und Dschihad-Kämpfer. Der einzige Weg, um sicher zu wissen, dass man ins Paradies kommt, besteht darin, im Dschihad zu sterben – zu sterben, während man gegen die Feinde des Islams kämpft. Dschihad bedeutet schlicht, dass Muslime Der einzige Weg, sicher ins Paradies zu kommen, ist der Märtyrertod im Dschihad. Wenn man im Dschihad stirbt, muss man gar nicht erst im Grab auf das Gericht warten; man kommt direkt ins Paradies. Im Grunde ist der Dschihad ein Vertrag zwischen Allah und dem Muslim. Wenn der Muslim kämpft, belohnt Allah ihn in seinem Leben nach dem Tod. «Und so soll auf Allahs Weg kämpfen, wer (unter den Gläubigen) das irdische Leben für das Jenseits verkauft. Und wer auf Allahs Weg kämpft, ob er nun fällt oder siegt, wahrlich, dem geben Wir gewaltigen Lohn» (Sure 4,74). Über diejenigen, die im Dschihad kämpfen, sagt der Koran außerdem: «Allah hat ihnen Gärten (das Paradies) bereitet, durcheilt von Bächen, ewig darin zu verweilen. Das ist die große Glückseligkeit!» (Sure 9,89) Nach dem Tod eines gewöhnlichen Menschen wird sein Leichnam gewaschen und in besondere Leintücher gehüllt. Nach dem Tod eines Die Kaaba in der heiligen Moschee von Mekka ist das zentrale Heiligtum des Islams. Foto: Zurijeta/ iStockphoto/Thinkstock Das Buch von Mark A. Gabriel. Foto: Resch Verlag 13

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