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COMPACT SPEZIAL 10 "Islam"

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COMPACT Spezial _ Islam und Dschihad Koran Der Koran besteht aus 114 Kapiteln, Suren genannt. Muslime sehen im Koran die endgültige, auf arabisch diktierte Offenbarung Allahs an Mohammed. Der Koran erhebt den Anspruch, überall und jederzeit nicht nur in religiösen Fragen maßgeblich zu sein, sondern auch in höchst persönlichen sowie in gesellschaftlichen, staatlichen und internationalen Angelegenheiten. «Das oft zu Lesende», wie das Wort «Koran» erklärt wird, ist nicht thematisch geordnet und auch nicht nach der zeitlichen Reihenfolge der Offenbarungen, sondern vorwiegend der Länge nach. Von der Längen-«Ordnung» ausgenommen ist zum Beispiel die erste Sure. Scharia Die Scharia umfasst Forderungen und Weisungen, die im Koran stehen, sich aus Hadithen ableiten sowie aus Rechtsgutachten (Fatwas) insbesondere aus bei Muslimen allgemein anerkannten Rechtsschulen. Hinzu kommen noch Stammestraditionen und Bräuche. Deshalb gibt es auch nicht eine einzige Scharia, sondern jeder islamische Staat hat seine eigene Scharia. (nach Udo Hildenbrand u.a., Freiheit und Islam Gerhard-Hess-Verlag, 2016) Mohammed empfängt einen jüdischen Stamm, den er bei Medina besiegt hat. Foto: Public domain, Wikimedia Commons Dschihad-Kämpfers dagegen wird sein Leichnam weder gewaschen noch in saubere Tücher gehüllt. Er wird so in den Sarg gelegt, wie er gestorben ist. Das Blut ist sein Zeugnis vor Allah – eine ehrenvolle Auszeichnung. Die Muslime glauben, dass die Engel ihn als jemanden behandeln werden, der Allah besonders nahe steht. In den westlichen Medien macht man sich gern über das muslimische Verständnis des Paradieses (oder des Himmels) lustig – wegen der Jungfrauen, an denen sich Männer ergötzen dürfen, und so weiter – aber viel wichtiger ist, sich klar zu machen, dass der Tod im Dschihad für einen Muslim die einzige Möglichkeit ist, sich überhaupt einen sicheren Eintritt ins Paradies zu verschaffen. Darum verlassen Muslime ihre eigenen Länder, um in anderen im Dschihad zu kämpfen. Ihre Motivation ist religiös, was weitaus gefährlicher ist als jede politische Motivation. «Aber da steht doch auch…» Wahrscheinlich haben Sie schon im Fernsehen oder in den Printmedien gehört oder gelesen, dass es im Koran Verse gibt, die positiv über Christen sprechen oder zu Freundlichkeit aufrufen. Vielleicht haben Sie sich gefragt: «Stehen diese Verse wirklich dort?» Hier ist die Lösung des Rätsels: Der Koran steckt voller Widersprüche. Verse, in denen Christen gelobt werden, finden Sie dort ebenso wie Verse, in denen Christen in die Hölle verdammt werden. Widersprüche gibt es auch zu anderen Themen. Zum Beispiel wurde in der arabischen Gesellschaft zur Zeit Mohammeds viel Alkohol getrunken. Eine Offenbarung gebot den Arabern, aufzuhören, wenn sie zum Gebet in die Moschee gingen. Später wurde diese Bestimmung so verschärft, dass es zu jeder Bei Protesten gegen den Mohammed-Film Innocence of Muslims – hier 2012 in Sydney – starben etwa 30 Menschen. Foto: Jamie Kennedy, CC BY 2.0, Wikimedia Commons Zeit verboten war, Alkohol zu trinken (siehe Sure 2,219 mit Sure 5,90). Aus diesen Gründen mussten islamische Gelehrte entscheiden, welche Verse im Fall eines Widerspruchs zu befolgen seien. Erreicht wurde dies durch das Prinzip des Naskh. Um Widersprüche aufzulösen, beschloss man, dass neuere Offenbarungen Mohammeds die älteren aufheben. 14 Naskh basiert auf der Tatsache, dass der Koran Mohammed zu verschiedenen Zeiten über einen Zeitraum von 22 Jahren hinweg offenbart wurde. Manche Teile des Koran kamen später, manche früher. Um einen Widerspruch aufzulösen, beschloss man, dass neuere Offenbarungen die älteren Offenbarungen aufheben. Es gibt im Koran mindestens 114 Verse, die von Liebe, Frieden und Vergebung sprechen, besonders in der Sure mit dem Titel «Die Kuh» (Sure 2,62; 109). Doch als später Sure 9,5 geoffenbart wurde, hob sie diese früheren Verse auf. In diesem Vers heißt es: «…tötet die Götzendiener, wo immer Ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf. Wenn sie jedoch in Reue umkehren und das Gebet verrichten und die Steuer zah-

COMPACT Spezial Schwarzes Meer _ Islam und Dschihad len, lasst sie ihres Weges ziehen. Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.» Dies ist als der «Vers des Schwertes» bekannt, und er erklärt, dass Muslime jeden bekämpfen müssen, der sich nicht zum Islam bekehren will, ob innerhalb oder außerhalb von Arabien. Darin sieht man die endgültige Entwicklung des Dschihad im Islam. Das Naskh-Prinzip ist sehr wirksam. Wenn ein Vers nasikh oder aufgehoben ist, dann existiert er praktisch nicht mehr. Anfangs waren die Botschaften, die Mohammed offenbart wurden, friedlich und freundlich, um Menschen anzuziehen. Doch die Umstände veränderten sich. Mohammed traf in Mekka, der Stadt, wo er seine Botschaft erstmals predigte, auf viel Widerstand, so dass er sie im Jahre 622 verließ. Er ging nach Yathrib, in eine Stadt, die heute Medina heißt, wo er eine Militärmacht aufbaute und die Zahl seiner Anhänger vergrößerte. (Sowohl Mekka als auch Medina liegen im heutigen Saudi-Arabien.) Als Mohammed eine gewisse Macht erlangt hatte, war er in der Lage, zurückzukehren und Mekka und die umliegenden Gebiete zu erobern. Der Islam wandelte sich von einer geistlichen Religion in eine politische Revolution. 60 Prozent der Koranverse handeln vom Dschihad. In Mekka drehte sich das ganze Leben des Propheten Mohammed um Gebete und Meditationen, sodass die koranischen Offenbarungen in Mekka von Frieden und Zusammenarbeit mit anderen sprechen. In Medina jedoch wurde Mohammed zu einem Militärführer und Eroberer, und entsprechend ist in den Offenbarungen in Medina von Militärmacht und Eroberung im Namen des Islams (Dschihad) die Rede. 60 Prozent der Koranverse handeln vom Dschihad, was einleuchtend ist, da Mohammed den größten Teil des Koran empfing, nachdem er Mekka verlassen hatte. Der Dschihad wurde zur grundlegenden Triebkraft des Islams. Es wäre schön, wenn die Suren im Koran in der Reihenfolge angeordnet wären, in der sie offenbart wurden, aber das ist nicht der Fall. Die drei Phasen des Dschihad Wenn Sie sich die Muslime in der Welt ansehen, werden Sie feststellen, dass sie sich in einer der folgenden drei Phasen des Dschihad befinden. Die geschwächte Phase: In dieser Phase befinden sich Muslime, wenn sie als schwache, kleine Minderheit in einem nichtislamischen Land leben. In einem solchen Fall ist offener Dschihad nicht Byzantinisches Reich Antiochia Aleppo 637 657 Mittelmeer Beirut Damaskus Jerusalem 635 Alexandria Gaza 639 Heliopolis 635 Schlacht von Tabuk 631 635 1 Auszug Mohammed von Mekka nach Medina 620 2 Schlacht von Bedr 624 3 Schlachten von Uhud 625, Trench 627– 628 4 Eroberung von Mekka 630 5 Schlacht von Hunayn und Ta'if 630 heutige Grenzen Quelle: COMPACT Rotes Meer 3 Medina Aksum Mosul Erbil Hira Mekka Ta'if 5 Sanaa der richtige Ansatz. Die Muslime ordnen sich den Gesetzen des Landes unter, arbeiten aber daran, ihre Zahl zu vergrößern. In dieser Phase folgen Muslime dem Wort, das Mohammed in Mekka empfing: «Kein Zwang im Glauben!» (Sure 2,256). Die Vorbereitungsphase: Diese Phase ist erreicht, wenn die Muslime eine einigermaßen einflussreiche Minderheit sind. Da ihr Ziel für die Zukunft die direkte Konfrontation mit dem Feind ist, treffen sie Vorbereitungen in jedem erdenklichen Bereich – im finanziellen, körperlichen, militärischen, geistigen und in jedem anderen Bereich. «Und lass die Ungläubigen nicht meinen, dass sie Uns entgehen könnten; sie können (Allah) nichts vereiteln. So rüstet gegen sie, so viel Ihr vermögt an Mann und Pferd, um Allahs Feinde abzuschrecken und Euren Feind und andere außer ihnen, die Ihr nicht kennt, Allah aber kennt.» (Sure 8,59-60). Die Phase des Dschihads: Diese Phase ist erreicht, wenn die Muslime eine Minderheit sind, die über Stärke, Einfluss und Macht verfügt. In dieser Phase ist jeder Muslim verpflichtet, aktiv gegen den Feind zu kämpfen, das System des nichtmuslimischen Landes umzustürzen und die islamische Herrschaft aufzurichten. Diese Phase gründet sich auf die letzte Offenbarung, die Mohammed bezüglich des Dschihad empfing, nämlich Sure 9,5. Ich habe diesen Vers zwar schon einmal zitiert, aber er ist für das islamische Denken so wichtig, dass eine Wiederholung nicht schaden kann: «Tötet die Götzendiener, wo immer Ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf.» 2 1 4 Mohammeds Kriege Gewalt von Anfang an Seleukia 636 Kufa Basra 656 Persischer Golf 632 630 Golf von Aden Grafik: COMPACT Esfahãn Persisches Reich 633 _ Mark A. Gabriel konnte bereits mit zwölf Jahren den gesamten Koran auswendig. Als Professor für Islamische Geschichte an der angesehensten Universität des Nahen Ostens, der al-Azhar Universität in Kairo, kam er zu dem Schluss, dass Islam und Heiliger Krieg untrennbar zusammengehören. Die Entscheidung, diese Religion hinter sich zu lassen, bedeuteten für ihn Gefängnis und Folter durch die ägyptische Geheimpolizei. Nach seiner Konversion zum Christentum musste er vor seiner Familie flüchten. Heute lebt er unter neuem Namen in Texas. – Der obige Text ist ein Auszug aus Gabriels Buch «Islam und Terrorismus – Was der Koran wirklich über Christentum, Gewalt und die Ziele des Djihad lehrt» (2005), 272 Seiten, 14,90 Euro (resch-verlag.com). Golf von Oman Maskat Mohammed Arabisches Meer Rechtgeleitete Kalifen 15

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