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COMPACT SPEZIAL 10 "Islam"

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COMPACT Spezial _ Die islamische Expansion 36 Geschichtslügen Eugen Sorg nimmt in dem Sammelband Freiheit und Islam (herausgegeben von Udo Hildenbrand, Friedrich Rau und Reinhard Wenner, Gerhard Hess Verlag, 2016) zu den politisch-korrekten Mythen Stellung, die die islamische Eroberung Spaniens verklärt haben. Ein Auszug: Der Orientalist Bernard Lewis hat bemerkt, dass der «Mythos spanisch-islamistischer Toleranz besonders von jüdischen Gelehrten gefördert wurde, denen er als Stock diente, um ihre christlichen Nachbarn zu schlagen». Einer der Hauptgründe dafür war die lang anhaltende Weigerung des christlichen Europa, die Emanzipation der Juden anzuerkennen. Jüdische Intellektuelle führten dagegen den historischen Musterfall von al-Andalus ins Feld, «jene schöne und unübertroffene Zivilisation», wie der englische Staatsmann und Schriftsteller Benjamin Disraeli mit mahnendem Unterton lobpries (Coningsby, 1844), in der «die Kinder Ismaels [die Araber] die Kinder Israels mit gleichen Rechten und Privilegien belohnten». (…) Wie es wirklich in dieser «Zivilisation» zuging, machte ein anderer Jude deutlich, der große Arzt und Philosoph Moses Maimonides. Als der 14-Jährige 1149 mit seiner Familie vor den Judenverfolgungen aus Córdoba floh, existierten bereits kaum mehr christliche und jüdische Gemeinden in al-Andalus. Später schrieb er in einem oft zitierten Brief an die Juden des Jemen, die von den dortigen Pogromen berichtet hatten: «Bedenkt meine Glaubensgenossen, dass Gott uns unserer großen Sündenlast wegen mitten unter dieses Volk, die Araber, geschleudert hat (…). Nie hat uns ein Volk so beschwert, erniedrigt, gedemütigt und gehasst wie sie (…), wir wurden von ihnen in unerträglicher Weise entehrt.» _ Jan von Flocken ist Journalist und Historiker. In COMPACT 6/2016 schrieb er über die Geschichte des deutschen Helden Arminius. ble» (der Edle). Er schmiedete 1192 ein Bündnis zwischen den spanischen Königreichen und Portugal. In der Entscheidungsschlacht von Las Navas de Tolosa am 16. Juli 1212 fügte Alfonso den Heeren der Moslems, welche von den Christen als «Mauren» bezeichnet wurden, eine vernichtende Niederlage zu. Das Kalifat von Cordoba brach danach allmählich zusammen. Sieg unter dem Kreuz Während der folgenden Jahre eroberten die christlichen Ritter Städte wie Badajoz, Cordoba, Murcia, Sevilla und Cadiz. Danach trat wieder eine Periode relativer Ruhe ein. «Was an dieser Bewegung außergewöhnlich scheint, ist ihre Langlebigkeit, der Umstand, dass sich ein einziges politisches Ziel mehr als sieben Jahrhunderte lang behaupten konnte und ihm ständig neue Generationen bis zu seiner Erreichung die Treue hielten», schreibt der britische Historiker Derek W. Lomax in seinem Buch Reconquista – Die Wiedereroberung Spaniens. Im weiteren Verlauf mussten die Moslems im 14. Jahrhundert Algeciras räumen. Jetzt existierte nur noch im Südosten der Halbinsel das muslimische Emirat von Granada mit den Städten Malaga, Almeria und Marbella. Die dort residierende Dynastie der Nasriden konnte die Kontrolle über die Straße von Gibraltar gewinnen und ihren Handel dadurch kräftig ausweiten. Alles deutete darauf hin, dass sich die muslimische Enklave auf Dauer erhalten würde. Doch in völliger Fehleinschätzung des militärischen Kräfteverhältnisses lieferte der seit 1464 regierende Emir von Granada Abul Hassan Ali den Spaniern einen veritablen Kriegsgrund: 1481 griff er die spanische Festungsstadt Zahara de la Sierra nahe Cadiz an, die durch den Orden der Ritter von Santiago verteidigt wurde. Spaniens Feldherren schossen mit ihren Kanonen eine Stadt nach der anderen sturmreif. Die spanischen Königreiche waren inzwischen in Personalunion durch Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón vereinigt worden. Dem Emir von Granada stand also eine geballte Kriegsmacht gegenüber. Nach dem Angriff auf Zahara stellte das Königspaar ein Heer von 10.000 Reitern und 16.000 Fußsoldaten sowie umfangreiche Artillerie auf und begann das Emirat systematisch zu belagern. Abul Hassan Ali wurde schon 1482 von seinem 20-jährigen Sohn Mohammed XII. Abu Abdallah gestürzt, der den Krieg weiterführte. «Beeinflusst durch die Eingebungen seiner Berater, seiner furchtbaren Mutter Fatima und wohl auch durch das Volk von Granada selbst, ließ er sich auf einen schicksalhaften Kampf gegen die Spanier ein», schreibt David Nicolle in seinem Werk The Fall of Granada (1998). Entscheidungsschlacht um Granada Was die Mauren nicht einkalkulierten, war die Nutzlosigkeit ihrer mächtigen Festungswälle. Der Mauerkranz war Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet worden und sollte mit seinen 1.030 Wehrtürmen die Stadt und ihren zentralen Alhambra-Palast schützen. Doch inzwischen war die Waffe der Artillerie erfunden worden. Spaniens Feldherren Rodrigo Ponce de Leon und Enrique de Guzmán schossen mit ihren Kanonen eine Stadt nach der anderen sturmreif. Als erste fiel schon 1482 die zentral gelegene Festung Alhama. Das Emirat war dadurch senkrecht in zwei Hälften geteilt. Im Juni 1485 wurde Marbella erobert, im August 1487 folgte Malaga und Ende 1489 Almeria. Im April 1490 begann die Belagerung von Granada. Seine Mauern trotzten der spanischen Artillerie lange. Außerdem machte Abu Abdallah, den die Christen «Boabdil» nannten, mehrere tollkühne Ausfälle mit seinen Kriegern, die jedes Mal größte Verwirrung stifteten. Isabella und Ferdinand nahmen seit dem Jahresende persönlich am Kriegsgeschehen teil. Als das christliche Heerlager durch ein Unglück niederbrannte, ließen sie westlich von Granada eine ganze Stadt aus dem Boden stampfen, die sie Santa Fé (heiliger Glaube) tauften. Hier empfing Königin Isabella am 27. April 1491 einen Mann mit hochfliegenden Plänen: Christoph Kolumbus. Er war ihr schon im Mai 1486 zum ersten Mal begegnet. Obwohl Spaniens Staatskasse aufgrund des Maurenkrieges fast leer war, sicherte die Königin dem wagemutigen Kolumbus finanzielle Unterstützung für seine Entdeckungsfahrt nach Indien zu, wenn nur erst Granada gefallen sei. Sie wollte sogar große Teile ihres persönlichen Schmucks verpfänden, um Mittel für die Reise aufzubringen. In Granada erkannte Emir Boabdil mittlerweile die hoffnungslose Lage. Gegen den Widerspruch seiner Generäle bot er die Kapitulation an. Am 2. Januar 1492 überreichte er Isabella und Ferdinand unterwürfig die Torschlüssel. Vier Tage später zog das Königspaar triumphal in die nun wieder christliche Stadt ein. Auf der Alhambra wurden das kastilisch-aragonesische Königsbanner und die Fahne des Ordens von Santiago mit dem roten Lilienkreuz gehisst. Spanien war ein geeintes Land geworden – die Reconquista hatte nach fast 800 Jahren ihr Ziel erreicht. Nur sieben Monate nach der Wiedereroberung von Granada brach Christoph Kolumbus vom südspanischen Hafen Palos zu seiner ersten großen Reise auf, welche die Neuzeit einläutete.

Himmlers Muselgermanen _ von Jürgen Elsässer Der osmanische Vorstoß auf den Balkan schuf in Bosnien einen islamischen Brückenkopf. Als Verbündete des Dritten Reiches wüteten die dortigen Muslime so sehr, dass man sogar im deutschen Generalstab besorgt war. Als die Osmanen im Jahre 1389 die Serben und deren Verbündete auf dem Amselfeld – im heutigen Kosovo – besiegten, gerieten weite Teile des Südbalkans unter die Kontrolle des Sultans. In Bosnien verlief die Okkupation besonders günstig, weil die dortige Bevölkerung mehrheitlich der christlichen Sekte der Bogumilen angehörte, die sich sowohl vom katholischen Rom wie vom orthodoxen Byzanz bedrängt fühlte. Vor allem die Adeligen mussten nicht lange zur Konversion überredet werden: Wenn sie zum Islam übertraten, konnten sie ihre Besitztümer und Privilegien behalten. Wer das nicht tat, wurde zum weitgehend rechtlosen Untertanen. «Niemand wurde gezwungen, zum Islam zu konvertieren. Wer aber nicht wollte, wurde als Raja – als ”Steuerzahler” – eingestuft. Das bedeutete praktisch, neben dem allmächtigen und hochfahrenden Moslemvolk nichts zu sein, weder Waffen führen noch Mohammedaner vor den Richter laden, noch die Farben Rot (der Herrschaft) und Grün (des Islams) tragen zu dürfen. Ihr Leben galt nach dem Koran als verfallen, und die Raja mussten es mit der Kopfsteuer immer aufs neue erkaufen», schreiben der Kirchenkritiker Karlheinz Deschner und der Historiker Milan Perovic in ihrem Standardwerk Der Krieg der Religionen aus dem Jahr 1999. Die schlimmste der Steuern war die Blutsteuer oder Knabenlese (türkisch: devsirme). «In jedem dritten, fünften oder siebten Jahr wurden christliche Knaben oder Jünglinge nach bestimmten Kriterien ihren Eltern weggenommen, nach Konstantinopel geführt, islamisiert und zum Unterricht entweder für den Janitscharen- [Elitesoldaten-] oder den Hofdienst bestimmt.» Die türkische Provinz Bosnien wurde zwar seit der Berliner Konferenz 1878 von Österreich-Ungarn verwaltet und 1908 sogar förmlich annektiert. Doch die Habsburger tasteten die Vorrechte der Muslime nicht an, um sie als Bundesgenossen gegen die erstarkende serbische und jugoslawische Freiheitsbewegung zu gewinnen, die das Fortbestehen des k.u.k.-Reiches auf dem Balkan bedrohte. Folgerichtig unterstützte die Mehrheit der bosnischen Mohammedaner im Ersten Weltkrieg die Mittelmächte, also das Bündnis zwischen Deutschland, Österreich und der Türkei, während die Serben an der Seite der französisch-britisch-russischen Entente kämpften. Der Großmufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini bei bosnischen SS-Freiwilligen. Foto: Bundesarchiv, Bild 146-1978- 070-04A / Mielke / CC-BY-SA 3.0, Wikimedia Commons Christenkinder wurden an den Hof des Sultans verschleppt. 37

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