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COMPACT SPEZIAL 10 "Islam"

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COMPACT Spezial _ Die islamische Expansion Europa ohne Halbmond Der Balkan nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches Grenzen 1919 Größte Ausdehnung des Osmanisches Reiches, 1683 Quelle: Wikipedia Der Großmufti von Jerusalem wirkte ab 1941 aus Berlin. Am 28. November wurde er auch von Hitler empfangen, auf dessen Anordnung er pro Monat 90.000 Mark erhielt. Foto: Bundesarchiv, Bild 146-1987- 004-09A / Heinrich Hoffmann / CC-BY-SA 3.0, Wikimedia Commons Die Habsburger sicherten die Vorrechte der Muslime, weil sie diese gegen die Serben brauchten. Ungarn Jugoslawien Albanien Rumänien Griechenland Bulgarien Kurz nach der Gründung des ersten jugoslawischen Staates verfügte Belgrad im Jahre 1919 eine umfassende Landreform. Damit wurde der bis dahin in halbfeudalen Abhängigkeitsverhältnissen stehenden Dorfbevölkerung ein Rechtsanspruch auf das von ihr bewirtschaftete Land zugesprochen. In Bosnien ging dies zu Lasten der fast ausschließlich muslimischen Grundbesitzer, die vorher über 80 Prozent des Landes besessen hatten. Mit ihrer Enteignung wurden sie über Nacht ärmer als ihre früheren Leibeigenen und Hintersassen. Rückfall ins Mittelalter Türkei Grafik: COMPACT Mit der Zerschlagung Jugoslawiens im Zweiten Weltkrieg bot sich der früheren Moslem-Elite die Chance, wieder zur Herrenrasse aufzusteigen. Deutschland überfiel Jugoslawien am 6. April 1941 ohne Kriegserklärung. Bereits am 10. April wurde mit Zustimmung aus Berlin der Unabhängige Staat Kroatien gegründet, der von der nationalkatholischen Ustascha-Bewegung und deren Führer Ante Pavelic beherrscht wurde. Bosnien wurde großteils dem Ustascha-Staat zugeschlagen. Die dortigen Moslems waren für Pavelic die rassisch «echtesten» Kroaten, weil sie sich nach dem Übertritt zum Islam 500 Jahre zuvor am reinsten erhalten hatten. Für SS-Führer Heinrich Himmler gehörten die Mohammedaner zu den «rassisch wertvollen Völkern Europas», mit ihnen gebe es eine «weltanschauliche Verbundenheit», im Grunde handele es sich um «Muselgermanen». Die Zuneigung wurde erwidert: Am 10. August 1941 legte die Jugoslawische Muslimische Organisation (JMO) ein Bekenntnis zum Ustascha-Staat ab und wurde mit einer Vielzahl hoher Posten in der Regierung belohnt. ungelegen kam, weil dies ein Überlaufen unpolitischer oder antikommunistischer Teile der Landbevölkerung auf die Seite der Partisanen befürchten ließ. Auszüge: «Es handelt sich bei den Kämpfen der Serben keineswegs um Auflehnung gegen den kroatischen Staat, es sind das auch keine Freischärler oder Kommunisten, sondern lediglich gehetzte Menschen, die zur Verzweiflung getrieben. (…) Als Vergeltung für diesen von den Ustascha provozierten Aufstand werden in Krupa, dessen etwa 6000 Einwohner zu 60 Prozent Serben und zu 40 Prozent Moslems sind – Kroaten gibt es da nur vereinzelt –, alle Serben männlichen Geschlechts von etwa 14 Jahren aufwärts buchstäblich restlos hingeschlachtet. (…) Die Muslims hausen in der bosnischen Krajina viel ärger als einst die Türken, die immerhin die Andersgläubigen nicht restlos vertilgten.» Die bosnischen Moslems strebten eine weitgehende Autonomie im kroatischen Satellitenstaat an und hofften dafür auf Unterstützung aus Berlin. Im November 1942 sandte ein muslimisches Volkskomitee eine entsprechende Denkschrift an Adolf Hitler und beklagte sich, dass die Ustascha zu «nachgiebig» gegenüber den Juden sei. Mit Verweis auf ihre angeblich gotische Herkunft regten die Autoren die Gründung eines bosnisch-muslimischen Heeres unter dem Oberkommando der Wehrmacht an. Nach der Niederlage bei Stalingrad 1943 griffen die Nazis die Offerte auf. Der Krummdolch sticht Ab März 1943 begann die Rekrutierung der SS-Division Handschar, benannt nach dem türkischen Wort für Krummdolch. Entscheidende Hilfestellung dabei leistete Amin al-Husseini, der Großmufti von Jerusalem. Schon frühzeitig suchte er Kontakt zu Hitler. «Die Moslems innerhalb und 38 Die Moschee des Sisman Ibrahim-Pasa im bosnischen Pocitelj wurde in den Jahren 1562/63 errichtet. Foto: Mediha from bs, CC-BY-SA-3.0, Wikimedia Commons Einem «Bericht über die Greueltaten der Muslim-Ustascha», welcher der deutschen Generalität in Agram (Zagreb) am 17. August 1941 vorgelegt wurde, kann man entnehmen, dass sich Moslems in einer Weise als Schlächter betätigten, die selbst den Nazis

COMPACT Spezial _ Die islamische Expansion außerhalb Palästinas begrüßen das neue Regime in Deutschland und hoffen, dass sich die faschistische (…) Staatsführung auch auf andere Länder ausdehnt», teilte er dem deutschen Generalkonsul Heinrich Wolff im Frühjahr 1933 mit. Politisch wirksam wurde diese Wertschätzung erst nach Beginn des Zweiten Weltkriegs. Der Großmufti hatte aus Palästina fliehen müssen, nachdem er als Führer des Aufstandes von 1936 bis 1939 für die Mandatsmacht untragbar geworden war. Über Bagdad und weitere Zwischenstationen kam er im November 1941 nach Berlin. 1942 sagte er: «Wir sind der festen Überzeugung, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen den Millionen von Mohammedanern in der Welt und Deutschland und seinen Verbündeten des Dreimächtepakts, die gegen die gemeinsamen Feinde, Juden, Bolschewisten und Angelsachsen gerichtet ist, mit Gottes Hilfe zu einem siegreichen Ausgang dieses Krieges für die Achsenmächte führen wird.» Das Abschlachten der Serben Bis Mitte April 1943 meldeten sich 20.000 bis 25.000 Freiwillige für die neue SS-Division, ihre spätere Kampfstärke betrug aber lediglich 6.500 Soldaten. Für die SS-Führung war die Handschar-Truppe jedoch nicht nur von militärischer, sondern mehr noch von propagandistischer Bedeutung. «Durch die Aufstellung einer muselmanischen SS-Division dürfte erstmalig eine Verbindung zwischen Islam und Nationalsozialismus auf offener, ehrlicher Grundlage gegeben sein, da diese Division bluts- und rassemäßig vom Norden, weltanschaulich-geistig dagegen vom Orient gelenkt wird», hieß es in einem Erlass des SS-Hauptamtes vom Mai 1943. Himmler war darüber hinaus sehr darum bemüht, dass die Truppe gemäß dem Koran geführt wurde. Den weltanschaulichen Hintergrund schildert der Kroatien-Beauftragte der Wehrmacht, General Edmund Glaise-Horstenau, nach einem Gespräch mit dem Reichsführer SS: «Meiner schüchtern vorgebrachten Meinung, dass bei der Bosnijaken-Division die bewährte SS-Kulturpolitik wohl durch Feldmuftis ergänzt werden müsste, stimmte Himmler durchaus zu. Lediglich das Christentum lehne er wegen seiner Weichheit ab. Die Hoffnung auf das Paradies Mohammeds sei bei den Bosnijaken unbedingt zu pflegen, da sie heldische Komplexe sichere.» «Die Hoffnung auf das Paradies Mohammeds (…) sichert heldische Komplexe.» Himmler Im Laufe des Jahres 1944 organisierte Himmler nach dem Vorbild von Handschar zwei weitere moslemische SS-Einheiten, die Division Kama und die Division Skanderbeg in Albanien. Letztere bestand hauptsächlich aus Kosovo-Albanern. Skanderbeg und die nationalistisch-albanische Guerilla Balli Kombetar verfolgten die Serben gnadenlos, aus dem Kosovo wurden nach verschiedenen Berechnungen von 1941 bis 1945 70.000 bis 120.000 vertrieben, 10.000 bis 20.000 umgebracht. Zur Bilanz des Terrors im Ustascha-Staat, also in Kroatien und Bosnien, schrieb Hermann Neubacher, Hitlers Südosteuropa-Beauftragter, 1943: «Wenn die Führer der Ustascha damit prahlen, eine Million orthodoxe Serben abgeschlachtet zu haben, ist das meiner Meinung nach selbstbeweihräuchernde Übertreibung. Nach den Berichten, die ich erhalten habe, schätze ich die Zahl der wehrlos abgeschlachteten Serben auf eine dreiviertel Million.» Der ewige Vidovdan Man könnte abergläubisch werden, wenn man sich die Katastrophen vor Augen führt, die in der Geschichte Serbiens immer wieder am 28. Juni passiert sind. An diesem Tag des heiligen Veit, in der Landessprache Vidovdan, unterlagen eine von Serbien geführte Balkankoalition im Jahre 1389 den osmanischen Heeren auf dem Amselfeld, das Land kam fast fünf Jahrhunderte lang unter türkisches Joch. Am gleichen Tag im Jahre 1914 erschoss Gavrilo Princip von der Verschwörergruppe Mlada Bosna in Sarajevo den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand, im darauf folgenden Weltkrieg verlor fast jeder zweite erwachsene Serbe sein Leben. Im Jahre 1948, wiederum an Vidovdan, kam es zum Schisma zwischen Stalin und Tito, Jugoslawien wurde aus der sozialistischen Staatengemeinschaft (Kominform) ausgeschlossen. Als der neue starke Mann Serbiens, Slobodan Milosevic, zum 600. Jahrestag der Amselfelder Schlacht im Jahre 1989 vor einer halben Million Menschen seine historische Rede zur Verteidigung gegen den völkischen Separatismus hielt, wurde dies im Westen zum Anlass für dessen militärische Anheizung genommen – zur Zerstückelung Jugoslawiens. Und genau 13 Jahre später wurde derselbe Mann in einer Nacht-und-Nebelaktion und unter Bruch der jugoslawischen und serbischen Verfassung an das Haager Tribunal ausgeliefert. (je) Schlacht um das Kosovo. Foto: Public domain, Wikimedia Commons Bei der Verpflegung der muslimischen SS-Divisionen waren Alkohol und Schweinefleisch ausgenommen. Die Soldaten trugen den traditionellen Fez, darauf den Reichs adler und den Knochenschädel der Totenkopfverbände. Foto: Bundesarchiv, Bild 101III- Mielke-036-23 / Mielke / CC-BY-SA 3.0, Wikimedia Commons 39

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