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COMPACT-Spezial 11

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COMPACT Spezial _ Schicksalswahl für Deutschland Deutscher Masochismus Auch nachdem bekannt wurde, dass die NSA das Handy der Kanzlerin abgehört hatte, ging die Wühlarbeit der US- Geheimdienste munter weiter. Anfang Juli 2014 wurden zwei US-Agenten enttarnt, einer im Verteidigungsministerium, einer im Umfeld des NSA-Untersuchungsausschusses. Von Barack Obama kam kein Wort des Bedauerns, geschweige denn eine Zusage auf künftige Besserung. «Warum wir die Deutschen ausspionieren müssen», war etwa zur gleichen Zeit ein Essay des US-Journalisten James Kirchick übertitelt. Frech postuliert er: «Die Amerikaner müssen sich nicht dafür entschuldigen, in Deutschland spioniert zu haben. Im Gegenteil: Nach den Enthüllungen in dieser Woche sollten die Deutschen tief in sich gehen und sich fragen, warum Washington nicht das Bedürfnis hatte, es viel früher zu tun.» Die Deutschen sind selbst schuld, dass die US- Dienste sie abhören müssen... Vorsicht, NSA hört mit! Foto: picture alliance / dpa jenseits des Großen Teichs sehr kritisch gesehen. Willy Brandt (1969–1974) begann ohne viel Rücksprache mit Washington die Entspannungspolitik mit den Staaten des Ostblocks. «Ihr müsst Euch jetzt daran gewöhnen, dass wir etwas unbequemer werden», stichelte sein Berater Egon Bahr gegen die Vereinigten Staaten. 1973 kam es zum Eklat: Als die USA während des sogenannten Jom-Kippur-Krieges Israel mit Waffen belieferte und diese auch über deutsche Nordseehäfen verschiffte, drohte Brandt Präsident Richard Nixon mit einem Verladeverbot. Das mag zum Sturz des populären Sozialdemokraten beigetragen haben. Mit seinem Nachfolger Helmut Schmidt (1974–1982) gingen die Querelen weiter: Er verweigerte die Stützung des schwächelnden Dollars. Helmut Kohl (1982–1998) harmonierte zwar sowohl mit Ronald Reagan wie mit Bush Senior gut – letzterer unterstützte gegen den Widerstand von Großbritannien und Frankreich die Wiedervereinigung –, wurde aber wegen der Abstinenz beim ersten Irakkrieg 1991 kritisiert. Gerhard Schröder (1998–2005) begann seine Amtszeit ganz nach dem Geschmack der Amerikaner durch die Teilnahme an der völkerrechtswidrigen Bombardierung Jugoslawiens (1999). Er fiel aber umso tiefer in Ungnade wegen seiner lautstarken Kritik am Feldzug gegen den Irak (2003), die er – was die Sache in den Augen von Bush Junior umso schlimmer machte – auch noch in demonstrativem Schulterschluss mit Paris und Moskau vortrug. Die amerikanische Kanzlerin In dieser Eiszeit der Beziehungen empfahl sich Angela Merkel – damals Oppositionsführerin im Bundestag – als Alternative zu Schröder. Bedenkenlos übernahm sie die Lügenpropaganda des Pentagon. «Auch die Bedrohung durch die Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein ist real, nicht fiktiv. (...) Europa muss bereit sein, sich an militärischen Maßnahmen als Ultima Ratio zu beteiligen», warb sie für die Teilnahme am Irakkrieg – in bemerkenswertem Kontrast zum damaligen CDU/CSU- Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber. Bei den vorgezogenen Bundestagswahlen 2005 führte sie die Union knapp vor der SPD über die Ziellinie – mit dem Rückenwind der von Henry Kissinger und David Rockefeller kontrollierten Bilderberg-Gruppe. Das Lob von Hillary Clinton hat sie sich redlich verdient. Anders als bei ihren Amtsvorgängern war von ihr keine Kritik an der Supermacht zu hören: nicht bei den Kriegsvorbereitungen gegen den Iran, nicht bei der durch die Wall Street provozierten Weltwirtschaftskrise, nicht bei den von Barack Obama unterstützten Attacken auf Opel und VW – nicht einmal beim NSA-Skandal, der auch das Abhören ihres eigenen Handys einschloss. Auch das aggressive Vorgehen gegen Wladimir Putin und Baschar al-Assad trug sie immer mit, und zum Knebelungsabkommen TTIP steht sie trotz massiver Kritik selbst des befreundeten Frankreich. Einzig die Abstinenz beim Libyenkrieg fällt aus dieser Reihe heraus, dürfte aber eher auf den damaligen Koalitionspartner FDP und Außenminister Guido Westerwelle zurückgehen. «Hillary Clinton will Amerikas Angela Merkel werden.» Donald Trump Trump warnt: «Hillary Clinton will Amerikas Angela Merkel werden.» Diese Aussicht ist schon für die Menschen zwischen New York und Los Angeles erschreckend. Aber die Auswirkungen auf Deutschland wären nicht minder katastrophal, und zwar in drei Punkten. Zum Ersten steht Clinton für das Paktieren mit dem Dschihadismus in Syrien und anderswo – das würde die Terrorgefahr vor allem in Europa erhöhen. Zum Zweiten und im Zusammenhang damit: Clinton würde die Politik der forcierten Masseneinwanderung aus islamischen Ländern zum westlichen Standard machen und jede Opposition dagegen unterdrücken, auch bei uns. Zum Dritten sieht sie Putin als den neuen Hitler; daraus folgt zwingend ein verstärkter Aufmarsch an der Ostfront – wohin Merkel die Bundeswehr bereits als NATO-Speerspitze abkommandiert hat. Die beiden sind wie Nitro und Glyzerin – wehe uns, wenn sie zusammenkommen. 14 Auch mit George W. Bush konnte Merkel richtig gut. Hier 2006 bei einem Besuch im Weißen Haus. Foto: Eric Draper/whitehouse.gov

Er ist wieder da _ von Martin Müller-Mertens Na, mal schauen, was das Doktorchen heute wieder hat durchgehen lassen. Foto: picture alliance / United Archives/WHA Die Hitler-Karte sticht auch gegen Donald Trump – für die deutsche Lügenpresse ist er der gefährlichste Mann der Welt. In «Bild» wurde er als Vorgänger eines Affen bezeichnet, in der FAZ im Falle seines Wahlsieges ein Militärputsch gefordert. Auf ihrem Kreuzzug gegen Donald Trump sind die selbsternannten Edelfedern der deutschen Journaille mit geradezu missionarischem Eifer bei der Sache. Bereits nach seiner Kandidatur für die Vorwahl im Sommer 2015 ereiferten sie sich über das «Großmaul» (FAZ) und den «sexistischen Rassist(en)» (Süddeutsche Zeitung). Für die Taz war Trump «wie ein angetrunkener Kunde einer Sportsbar». Nach dem unerwarteten Siegeslauf des 70-Jährigen im parteiinternen Wettrennen verschärfte sich der Tonfall. Nun sah die Frankfurter Allgemeine in den Unterstützern des Kandidaten schlicht «Trumps Sekte». Das linksliberale Atlantiker-Zentralorgan Die Zeit warnte apokalyptisch: «Trump zerstört Amerika». «Donald Trumps schlimmste Sprüche» stellte das Hamburger Abendblatt zusammen. Als Trumps früherer Redenschreiber Tony Schwartz den Kandidaten als «Soziopathen» beschimpfte und trompetete, er habe als Ghostwriter diesem «Schwein Lippenstift angemalt», zitierten deutsche Medien regelrecht begierig. Der böse alte weiße Mann Manche Schlagzeilen beschreiben ihre Autoren recht passend. Foto: Der Spiegel Seit jeher hegt die linksgrün dominierte Journaille Sympathien für die US-Demokraten. Aber auch hartgesottene Konservative wie der frühere Berater Helmut Kohls, Michael Stürmer, verfallen in Hippie-Slang, wenn es gegen Trump geht. Ende August 2016 prägte er auf Welt Online eine Formel, die aus einem rot-grünen Poesiealbum stammen könnte: «Gewissenloser Verführer gegen demokratische Träumer». Dazu passt, dass sich die Journaille lagerübergreifend als Antifa-Verlautbarungsorgan betätigte und die früher nur in autonomen Wohngemeinschaften üblichen Sprechblasen absonderte: Trump sei ein «Brandstifter» (ARD), ein «Rassist und Demagoge» (Deutsche Welle), ein «Hassprediger» (FAZ), ein «Mussolini» (Welt Online). Das Handelsblatt fragte sich: «Wie viel Hitler steckt in Trump?» Und weiter: «Er schreit und er säuselt. (…) Dieser Wolf weiß, wie Kreide schmeckt.» Die Süddeutsche Zeitung salbaderte: «Schon das Motto ”Amerika zuerst” lässt Experten aufheulen: Der Isolatio- «Überbietungswettbewerb um die herabwürdigendste Charakterisierung.» «Cicero» 15

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