Aufrufe
vor 1 Jahr

COMPACT-Spezial 11

  • Text
  • Trump
  • Clinton
  • Hillary
  • Compact
  • Spezial
  • Donald
  • Obama
  • Bush
  • Amerika
  • Welt

COMPACT

COMPACT Spezial _ Die Kandidatin des Imperiums Fahrplan ins Chaos _ von Tino Perlick Was für eine Welt würde eine Präsidentin Clinton zurücklassen? Ihre Pläne weisen sie als Verfechterin der Neuen Weltordnung aus: Militarismus, demokratiefeindliche Handelsabkommen, offene Grenzen, Masseneinwanderung, Minderheitenkult und politische Korrektheit sind ihr Programm. «Wir glauben an Clintons Vision von Amerika als gerechtem und starkem Führer.» General John Allen Vor Hillary knien sie nicht. Foto: Scott J. Ferrell/Congressional Quarterly/Getty Images Am dritten Tag des Parteikonvents der Demokraten erklärte der Vier-Sterne-General a. D. John R. Allen den freien Nationen dieser Erde den Krieg. Mit harter Miene und ernster Stimme schilderte Allen eine verfeindete Welt, die nur Hillary Clinton vor dem Untergang bewahren könne: «Wir vertrauen ihrem Urteil», erklärte der einstige Vertreter des Präsidenten bei der internationalen Anti- IS-Koalition in strammem Kadavergehorsam. «Wir glauben an ihre Vision von einem Amerika als gerechtem und starkem Führer gegen die Mächte des Hasses, des Chaos und der Dunkelheit.» Mit Clinton als Heerführerin werde «Amerika weiterhin diese gefährdete Welt führen. Wir werden uns der Tyrannei entgegenstellen und widersetzen, und wir werden das Böse besiegen.» Morddrohungen an die Feinde Amerikas An gefügige «Freunde und Partner» schickte Allen die Botschaft: «Wir sind bei Euch, Amerika wird Euch nicht im Stich lassen.» Für alle anderen hatte er folgende Warnung parat: «Jenen, die gegen Frieden und Zivilisation in der Weltordnung handeln, sagen wir: Wir werden uns Euch widersetzen. Und unseren Feinden, unseren Feinden sagen wir: Wir werden Euch verfolgen, wie nur Amerika das tun kann. Ihr werdet uns fürchten.» Was das heißen könnte, erläuterte der ehemalige CIA-Direktor und Clinton-Unterstützer Mike Morell Anfang August: «Ich will Assad einschüchtern. (…) Ich will sein Büro mitten in der Nacht bombardieren.» Die Welt steht am Scheideweg. General Allens plumpes Freund-Feind-Schema ist dem Handbuch der sogenannten Neuen Weltordnung entnommen, das unter anderen der einstige Berater von George W. Bushs Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der berüchtigte Geostratege Thomas P. M. Barnett, vorgelegt hat. 54 «Nachdem wir das wirtschaftliche Modell unseres amerikanischen Systems erfolgreich in der großen Mehrheit der Weltbevölkerung nachgebildet haben», erläutert Barnett in seinem 2009 erschienenen Buch Great Powers, «schauen wir nun der langfristigen Herausforderung ins Gesicht, seine politischen Gebilde – seine Gesetze, Institutionen, Kultur und damit verbundene Religions- und Meinungsfreiheit sowie die freie Wahl der Anführer – nicht nur innerhalb der Nationen, sondern durch die internationalen Systeme als Ganzes – nachzubilden.» Statt vieler nach dem Vorbild der USA geformter Einzelstaaten soll also künftig ein amerikanisierter Weltstaat entstehen. Gegner seiner Vision ließ Barnett wissen: «Und für den Fall, dass nichtrationale Akteure gegen die globale Ordnung Gewalt androhen, sage ich: Tötet sie!» Mit Clinton als Geschäftsführerin des US-Imperiums steht der Verwirklichung dieser Schreckensvision nichts mehr im Weg.

Clinton steht stramm hinter dem Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP sowie dem transpazifischen Pendant TPP. Der republikanische Senator Alabamas Jeff Sessions hat die nicht-öffentlichen TPP-Dokumente gesichtet: Er warnt, das Vertragswerk gebe die gesetzgebende Macht des Kongresses an eine internationale Kommission nach dem «Vorbild der Europäischen Union» ab. Diese Abkommen sind ein entscheidender Schritt in Richtung eines «globalen Regelsatzes», wie ihn Globalisten schon lange fordern. Einen Ausblick auf das Niveau der weltweiten Standards von morgen lieferte Barack Obama, als er zum Schrecken von Menschenrechtlern Malaysia von der Liste der schlimmsten Menschenhandelsnationen strich, damit es an der transpazifischen Partnerschaft teilhaben kann. 2012 nannte Clinton TPP den «Goldstandard der Handelsverträge». Offenbar wahlkampfstrategisch motiviert, ging sie zuletzt auf Distanz. In der 2015 erschienenen Taschenausgabe ihres Buches Entscheidungen wurden sämtliche diesbezügliche Passagen gestrichen. Für Barnett ist Globalisierung Amerikas «historisches Geschenk an die Welt». Diana Johnstone, Autorin des Hillary-Buchs Die Chaos-Königin, beschreibt Clinton ihrerseits als «Personifizierung dieses überheblichen Glaubens an die Einzigartigkeit der USA». Clinton sei unfähig, «auch nur daran zu zweifeln, dass die USA die letzte Hoffnung der Menschheit sind». Um den Mittleren Osten in den US-Orbit zu ziehen, paktierte sie mit Islamisten gegen souveräne Regierungen in Libyen und Syrien. Ihr versprochener Neustart mit Russland endete in einem neuen Kalten Krieg, nachdem Clintons «Mädchen» (und potentielle Außenministerin) Victoria Nuland den Putsch in der Ukraine eingefädelt hatte. Das vielleicht lauteste Alarmsignal: Kriegsverbrecher und Geostratege Henry Kissinger rühmt Killary: «Sie führte das Außenministerium effektiver, als ich es je gesehen hatte.» Die Kissingers und die Clintons verbringen die Winterferien regelmäßig gemeinsam in der Dominikanischen Republik. Grenzen sind Vergangenheit In einer «integrierten» Welt, glaubt Hardcore- Multikulturalist Barnett, würden die Menschen «die Vorteile einer Welt ohne Mauern ernten, ohne Nicht-Vernetzung und ohne Krieg». Ergo fordert er: «Wir, das Volk, muss zu Wir, der Planet, werden.» Auch in dieser Hinsicht will Clinton Folge leisten. Gegen die Mehrheit eines tobenden Kongresses hat Obama mit Ausnahmeverordnungen bereits Millionen illegal Eingewanderten Zugang zu Arbeitserlaubnis und staatlichen Leistungen gewährt. Bis zum 16. Lebensjahr illegal eingereiste Menschen unter 32 Jahren, die straffrei geblieben sind, hat Obama per Dekret quasi eingebürgert. Als Präsidentin will Clinton diese Maßnahmen erweitern. Im Mai 2016 berichtete NBC: «Im Falle ihrer Wahl hat die ehemalige Außenministerin versprochen, an Präsident Obamas Exekutivbefehle anzuknüpfen und in ihren ersten 100 Tagen im Amt eine umfassende Einwanderungsreform vorzustellen.» Beratung über den Atomschlag: Foto aus dem Film Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben. Foto: Pressebild Neue Visionen Filmverleih GmbH «Clinton will in ihren ersten 100 Tagen im Amt eine umfassende Einwanderungsreform vorstellen». NBC 55

© COMPACT-Magazin GmbH 2016 Alle Rechte vorbehalten

   Mediadaten  /  Datenschutz  /  Impressum  /  Kommentarregeln  /  Nutzungsbedingungen  /  Widerruf