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COMPACT-Spezial 11

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COMPACT

COMPACT Spezial _ Die Kandidatin des Imperiums Sturm über Teheran _ von Max Z. Kowalsky 60 Wenn Hillary Clinton Präsidentin wird, herrscht im Iran zu Recht Alarmstufe Rot. Ein Angriff auf den Gottesstaat würde sowohl Israel wie auch den Saudis nützen. Auf dem Papier hat Clintons mögliche Verteidigungsministerin den Krieg bereits erklärt. Noch mehr Sex Hillary Clinton scheint prädestiniert dafür zu sein, eine Allianz zwischen Zionisten und Wahhabiten anzuführen. Clintons engste Assistentin Huma Abedin stammt aus einer muslimischen Akademikerfamilie, die für die Regierung Saudi-Arabiens gearbeitet hat. Verheiratet ist Abedin mit dem jüdisch-zionistischen Ex-Kongressabgeordneten von New York, Anthony Weiner. Für Diana Johnstone, Autorin des Hillary-Buchs Die Chaos-Königin, verkörpert «ihre überraschende interkonfessionelle Ehe ein Kernmerkmal der clintonschen Außenpolitik: eine faktische Allianz zwischen Saudi-Arabien und Israel. Dieses Bündnis mag, ebenso wie die Abedin-Weiner-Ehe, seltsam und gewagt erscheinen, ist aber inzwischen ein wichtiger Faktor in der Weltpolitik. In beiden Allianzen gibt es sicher vieles, von dem die Öffentlichkeit nichts weiß.» Als getwitterte Selfies publik wurden, die Weiner in Unterhose mit sichtlich erigiertem Penis zeigen, gab er 2011 sein Amt auf. Nach erneuten Sex-Skandalen kündigte Abedin, der eine steile politische Karriere vorhergesagt wird, im Sommer 2016 die Trennung an. Clinton drohte 2008, den Iran «komplett auslöschen» zu können. Jerusalem. Foto: picture alliance / zb Im Mai 2016 hat die parteiübergreifende Denkfabrik Center for a New American Security (CNAS) ein außenpolitisches Strategiepapier für die nächste US-Administration vorgelegt. «Extending American Power» (Amerikanische Macht ausbauen) wurde von neokonservativen Bush-Boys wie Robert Kagan und liberalen Falken wie Michèle Flournoy, die unter Clinton wahrscheinlich das Pentagon leiten würde, erarbeitet. Bei CNAS glaubt man, US- Verbündete und Partner in Ostasien, Europa und dem Mittleren Osten würden «mehr Engagement der Vereinigten Staaten begehren, nicht weniger». Die Autoren fordern mehr Präsenz von US-Truppen – praktisch überall. China könne man durch verstärkte Abschreckung im Zaum halten. Europa solle durch TTIP noch enger an die USA gebunden werden und seine Energie langfristig aus Amerika beziehen statt aus Russland. Für den Mittleren Osten findet man den bekannten Fahrplan nach Damaskus via die angebliche Bekämpfung des Islamischen Staats. Das Ende des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sei nicht verhandelbar. Schließlich widmen sich die Verfasser dem nächsten Opfer: Iran. Zionisten und Wahhabiten Die Aufzählung der Beschwerden ist lang: Teheran unterstützt Assad in Syrien und die Huthi-Rebellen gegen die saudische Invasion im Jemen. Das schlimmste Vergehen jedoch stellen angebliche Großmachtvisionen dar. Also müssten die Vereinigten Staaten «die Grundsatzpolitik festsetzen, Irans Entschlossenheit niederzuschlagen, den Großraum Mittlerer Osten zu dominieren». Clinton steckt ihrerseits tief in den Taschen der Israel-Lobby. Schon im Juli 2014 hatte der zionistische Medienmogul Haim Saban erklärt, für ihre Wahl «so viel wie nötig» spenden zu wollen. Zum anderen haben die Saudis der Clinton-Stiftung Millionenbeträge überwiesen. Im Jemen liefert sich das sunnitische Königshaus seit über eineinhalb Jahren einen Stellvertreterkrieg mit den schiitischen Mullahs. Seit der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Schulterschluss mit Moskau und Teheran sucht, haben die Scheichs einen weiteren Grund, den ewigen Rivalen auszuschalten. Die Pläne liegen auf dem Tisch. Wie Israels Tageszeitung Haaretz im November 2013 berichtete, wollen die Saudis Tel Aviv im Falle eines Angriffs die Nutzung ihres Luftraums genehmigen und mit Drohnen, Rettungshubschraubern und Tankflugzeugen unterstützen. Am 22. Juli 2016 traf eine Delegation aus Riad in Tel Aviv zu erneuten Gesprächen ein. Offiziell ging es bei den Gesprächen um die israelischarabischen Beziehungen. Inoffiziell, glauben Beobachter, ging es um Hillary Clinton. Beide Staaten fühlen sich von Barack Obama im Stich gelassen. Clinton könnte sie versöhnen. 2008 hatte Killary verkündet, den Iran im Falle eines Nuklearangriffs auf Israel «komplett auslöschen» zu wollen. Nur Tage vor Unterzeichnung des historischen Atomabkommens hatte sie am 3. Juli 2015 vor ausgewählten Zuhörern am Elitecollege Dartmouth erklärt, der Iran bleibe für Israel eine «existentielle Bedrohung». Auch die CNAS warnt Teheran, das von Obama mitverhandelte Vertragswerk nicht als Zeichen der Entspannung zu deuten. Tatsächlich wird ein Gelingen des Abkommens bereits nach Kräften sabotiert. Seit seinem Abschluss haben die USA auf Anordnung des Obersten Gerichtshofs iranische Vermögenswerte im Wert von zwei Milliarden Dollar eingefroren – als Strafe für die angebliche Beteiligung an Terroranschlägen in Beirut 1983. Irans Präsident Hassan Rohani nannte die Entscheidung «blanken Diebstahl». Hat man das Abkommen bombardiert, steht erneuter Kriegspropaganda und echten Geschossen nicht mehr viel im Weg.

«Europa sollte sich vor Amerika retten» _ Interview mit Diana Johnstone Kaum ein Journalist weiß besser über Killary Bescheid als Diana Johnstone. Die in Frankreich lebende US-Amerikanerin ist Autorin des 2015 erschienenen Buchs «Die Chaos-Königin: Hillary Clinton und die Außenpolitik der selbsternannten Weltmacht». US-Truppen 2014 auf dem Weg nach Litauen. Foto: U.S. Air Force photo/Staff Sgt. Sara Keller Es gibt Stimmen in Deutschland, die behaupten, Hillary Clinton könne das Zeitalter männlicher Gewalt beenden. Vielleicht wird sie es durch ein Zeitalter weiblicher Gewalt ablösen. Anscheinend will sie das Pentagon von einer Frau leiten lassen, Michèle Flournoy. Wie Hillary fordert diese Luftangriffe auf Syrien, um den angeblich guten Rebellen zu helfen, Präsident Assad zu stürzen. Das Risiko eines militärischen Zusammenpralls mit Russland scheint keine der beiden zu stören. Victoria Nuland, die gegen Merkels Wahl des nächsten ukrainischen Premierministers mit den Worten «Fuck the EU» Einspruch erhoben hatte, könnte ihre Außenministerin werden. Diese drei Frauen haben mit ihren erfolgreichen Ambitionen die sogenannte gläserne Decke durchbrochen und es in Top-Positionen geschafft. Sie sind bereit, noch sehr viel mehr kaputt zu machen. Geld von den Saudis Als Außenministerin tätigte Clinton Regierungsgeschäfte auf privaten E-Mail-Servern. Warum wurde sie dafür nicht angeklagt? Diejenigen, die Teil des Machtsystems sind, werden das erkorene Aushängeschild dieses Systems eben nicht anklagen. Die Clintons sind, milde ausgedrückt, gut vernetzt. Die US-Justizministerin, die die Klage hätte einreichen müssen, Loretta Lynch, verdankt ihre Karriere Bill Clinton. Davon abgesehen hat das FBI durch seinen Fokus auf die Sicherheitsverstöße den mutmaßlich kriminellen Inhalt dieser E-Mails überhaupt nicht beachtet. Die Clinton-Stiftung erhielt ja rund 100 Millionen Dollar von Ölstaaten wie Saudi-Arabien. Was gab es zurück? Ich glaube nicht, dass das eine Frage des simplen Quidproquo ist. Die Clintons sind in vielerlei Hinsicht mit Saudi-Arabien befreundet. Hillarys engste Assistentin, Huma Abedin, stammt aus einer aktivistischen muslimischen Familie in Saudi-Arabien. Clinton begünstigte Rüstungsdeals zwischen den USA und den Saudis, aber das ist ja Tagesgeschäft. Was sie auszeichnet, ist ihre Hingabe an die strategischen Interessen Saudi-Arabiens im Mittleren Osten, insbesondere ihre Feindseligkeit gegenüber Iran und Syrien. Wem ist Clinton am meisten verpflichtet? Den Saudis? Israel? Der Wall Street oder dem Militärisch-Industriellen Komplex? Erschienen im Westend Verlag. Foto: Westend Verlag «Die Clintons sind in vielerlei Hinsicht mit Saudi-Arabien befreundet.» 61

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