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COMPACT-Spezial 12

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COMPACT Spezial _ Abendland wird abgebrannt Vater Staat gegen Mutter Natur _ Interview mit Prof. Dr. Ulrich Kutschera Die von den Grünen vorangetriebene Ideologie des Gender-Mainstreaming verweigert sich biologischen Tatsachen und will den Mensch zum geschlechtslosen Wesen umerziehen. Das Buch «Das Gender-Paradoxon» räumt mit den gröbsten Irrtümern auf. Wann hat diese Gender-Agenda erstmals Einzug in die Politik gehalten? Im Jahr 1995 wurde auf der Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen in Peking ein feministisches Politikprogramm gegen massive Widerstände vernunftbegabter Frauen mit mafiösen Methoden durchgeboxt. In diesem Programm geht es im Grunde darum, Familien abzuschaffen, und das sage ich als jemand, der in keiner Weise konservativ ist. Als Evolutionsbiologe kann ich Ihnen hoch und heilig versichern, dass Menschen über Jahrtausende hinweg immer nur in Familienverbänden überlebt haben. Wenn man dieses evolutionäre Erbe jetzt mit irgendwelchen Parolen zerschlagen will, dann ist das nicht nur eine Attacke gegen all das, was die Biowissenschaften an soliden Erkenntnissen erarbeitet haben, sondern auch gesellschaftspolitisch verwerflich. Die Konstrukt-Saga 40 Sex ist politisch: Mit provozierenden Paraden will die Gender- und Homolobby weltweit ihren Lebensstil als Norm durchsetzen. Hier auf dem Christopher-Street-Day 2016 in Berlin. Foto: picture alliance / dpa «Da wird man an dunkle Zeiten der deutschen Vergangenheit erinnert.» Herr Prof. Dr. Kutschera, bitte erklären Sie doch mal unseren Lesern: Was ist Gender- Mainstreaming eigentlich? Gender-Mainstreaming (GM) ist ein Kunstwort, das man wie folgt übersetzen kann: Eine radikalfeministische Politik-Agenda, die eine «Frau-gleich- Mann»-Ideologie in allen gesellschaftlichen Bereichen durchzusetzen versucht – also nichts anderes als eine neue deutsche Bio-Politik. Man hat wahrscheinlich vorsätzlich dieses unsinnige Doppelwort eingeführt, um zu verschleiern, was wirklich geplant ist. Wenn sie hart arbeitende Menschen danach fragen, dann hat von diesen kaum jemand davon gehört. Wenn man dann erklärt, dass die Bundesregierung hier letztendlich Mann und Frau abschaffen und einen «Unisex-Menschen» kreieren möchte, den man beliebig formen kann, da greift sich ein normal denkender Mensch an den Kopf und sagt sich – das kann doch wohl nicht wahr sein, und dafür zahle ich Steuern! Was sagen Sie zu der These der Gender-Forschung, dass das Geschlecht lediglich eine soziokulturelle Konstruktion sei? Als evolutionärer Entwicklungsbiologe mit Fachpublikationen zu verschiedenen Organismengruppen kann ich Ihnen versichern, dass sich Tiere – wie auch Menschen, unabhängig von den gesellschaftlichen Zuständen – in 99 Prozent aller Fälle eindeutig in männliche beziehungsweise weibliche Richtung entwickeln. Das Geschlecht ist beim Menschen ab dem zweiten Schwangerschaftsmonat festgelegt, das heißt, die «Gender Identity» kann in der Regel nicht nachträglich verändert werden. Es gibt seltene Ausnahmen, die als Entwicklungsstörungen zu kennzeichnen sind. German Gender Haben Sie eine Erklärung dafür, dass der Gender-Wahn besonders in Europa, vor allem aber in Deutschland so stark um sich greift? Sie sprechen ja von einer «Scheinwissenschaft made in Germany». Ja, die habe ich. Das kommt daher, dass es in Deutschland noch immer eine starke Staatshörigkeit gibt. Man passt sich einfach jedem noch so absurden Trend an, schwimmt mit dem Strom. Da wird man leider an dunkle Zeiten der deutschen Vergangenheit erinnert, als die manipulierten Massen einem Führer hinterhergelaufen sind. Gerade wieder aus Stanford/Kalifornien (USA) zurückgekehrt, kann ich Ihnen versichern, dass die GM-Ideologie, das heißt das Umsetzen einer wissenschaftlich wider-

COMPACT Spezial _ Abendland wird abgebrannt legten «Frau-gleich-Mann»-Glaubenslehre, ihr Zentrum in Deutschland und Österreich hat. Wie ich in meinem Buch dargelegt habe, geht diese pseudowissenschaftliche Geschlechter-Ideologie auf die Irrlehren des pädophilen Kindesmisshandlers John Money zurück, der an der Johns Hopkins University [USA] geforscht und gelehrt hat. In Amerika ist der Moneyismus lange überwunden, in Deutschland lebt er als politisches Leitprinzip fort. (siehe Infobox) «Kinder werden vorsätzlich biopolitisch manipuliert.» Was hat Sie eigentlich motiviert, ein Buch mit dem Titel «Das Gender-Paradoxon» zu veröffentlichen? Nachdem ich 2015 in einigen Leitmedien – unter anderem rbb, Spiegel Online, Focus – zur Gender-Ideologie interviewt worden bin und diese Irrlehre als universitäre Scheinwissenschaft bezeichnet habe, war es notwendig geworden, meine Argumente, und zwar mit Quellenangaben, in Buchform zusammenzufassen. Man warf mir 2015 vor, ich würde «persönliche Ansichten» verbreiten, was jedoch nicht der Fall ist – alle meine Thesen werden durch solide Quellen, das heißt zitierte Fachbeiträge, belegt. Bei der Verbreitung der Gender-Lehre geht es darum, antiquierte Vorstellungen über Männer und Frauen in die Öffentlichkeit zu tragen, einschließlich der Bewerbung eines Homo-Lifestyles, wogegen ich mit biologischen Argumenten angehe – das Thema Homosexualität bei Menschen und Tieren nimmt im Buch einen breiten Raum ein. Förderung der Gender-Ideologie Professuren in Deutschland im Vergleich (Stand 2015) Genderprofessuren 196 Sie beklagen, dass die sogenannte Gender- Theorie heute auch schon in die Lehrpläne von Grund- und Hochschulen einfließt. Wie weit geht das? In einigen aktuellen Schulbüchern wird gelehrt, Mädchen seien so aggressiv wie gleichaltrige Jungs und junge Männer hätten einen angeborenen Mutterinstinkt, so als wären sie Frauen. In meinem Buch habe ich dargelegt, dass diese Behauptungen falsch sind. Es ist verantwortungslos, im Schulunterricht Kindern beizubringen, dass bei typisch männlichen Verhaltensweisen, die im Wesentlichen testosterongesteuert sind, die Biologie überhaupt keine Rolle spielt. Hier werden Kinder vorsätzlich biopolitisch manipuliert. Man kann diese Propaganda im Grunde mit kreationistischer Indoktrination vergleichen – die ganze Gender-Agenda ist nichts weiter als eine säkulare Religion, pseudowissenschaftlicher Nonsens, der über politische Programme verbreitet wird und eigentlich nur destruktiv wirkt. Ich bin noch nicht darauf gekommen, was daran positiv sein soll, wenn man Männer verweiblicht und Frauen vermännlicht – das Fundament jeder Gesellschaft wird dadurch zerstört. In der letzten Zeit sind in den Medien Fälle diskutiert worden, in denen Eltern – zumeist alleinerziehende Mütter – ihre Kinder geschlechtsneutral erziehen wollen, so wie es die Gender-Lehre predigt. Da werden Kindern Unisex-Namen gegeben, Jungen sollen mit Puppen spielen… Evolutionsbiologen wissen, dass neugeborene Säuger-Babys zu 99 Prozent entweder männlich oder weiblich sind und sich dementsprechend männlich oder weiblich verhalten – diese Regel gilt Moneys Menschenversuche «John Money (1921–2006) war definitiv ein hochintelligenter Mann, keine Frage. Das Problem war: Er wollte, getrieben durch irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe, unbedingt berühmt werden. 1955 hat er dann seine widersinnige Theorie formuliert, nach der Menschen als geschlechtsneutrale Unisex- Babys zur Welt kommen. Bis dahin blieb diese Meinung bloße Theorie, bald bekam er jedoch die Gelegenheit, seine Thesen experimentell zu überprüfen. Das Experiment mit den Zwillingsbrüdern Reimer ging furchtbar schief: Beide Brüder haben sich mit Mitte dreißig das Leben genommen. Der zum Mädchen umgebaute David Reimer beging 2004 mit 38 Jahren Selbstmord und sein Bruder schon zwei Jahre vorher, weil er das Leid des Bruders nicht ertragen konnte. Trotzdem wird dieser Fall bis heute als Beweis für die Unisex-Theorie des Menschen angesehen.» (Prof. Dr. Ulrich Kutschera) Vater, Vater, Sohn. Oder ist es doch eine Tochter? Im Genderwahn ist alles möglich. Foto: Creatas/Thinkstock Pharmazieprofessuren 191 Quelle: Berliner Datenbank GenderprofessurenGrafik: COMPACT 41

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