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COMPACT-Spezial 12

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COMPACT Spezial _ Abendland wird abgebrannt Da war COMPACT visionär. Foto: COMPACT 9/2011 Prof. Dr. Ulrich Kutschera. Foto: privat _ Prof. Dr. Ulrich Kutschera ist Physiologe und Professor für Evolutionsbiologie an den Universitäten Kassel und Stanford, Kalifornien. Im Februar 2016 erschien sein Buch «Das Gender- Paradoxon – Mann und Frau als evolvierte Menschentypen» in der Reihe Wissenschaft und Glaube im LIT Verlag (440 Seiten, 24,90 Euro, ISBN 978-3-643-13297-0). – Das Gespräch führte COMPACT- Redakteur Marc Dassen. Aus redaktionellen Gründen wurde es gekürzt und behutsam stilistisch redigiert. nicht nur für Affen, sondern ebenso für Menschen. Auch experimentell wurde bestätigt, dass Kleinkinder bereits in den ersten Monaten eindeutig geschlechtsspezifische Verhaltensweisen zeigen. Jungen greifen eher zu harten Spielzeugen – Autos zum Beispiel; Mädchen bevorzugen weiche Gegenstände – Puppen und dergleichen. Wenn man nun dieses evolutionäre Erbe abschneidet und sagt «Ihr seid alle Unisex-Wesen», dann ist das völlig inakzeptabel und müsste sofort per Gesetz unterbunden werden. Aber biowissenschaftlicher Sachverstand ist in der deutschen Politik leider kaum vorhanden. Der flexible Einheitsmensch Sie vergleichen Gender-Mainstreaming auch mit den Bestrebungen marxistisch-kommunistischer Menschenexperimente der Vergangenheit… Weil diese Analogie auf der Hand liegt. Wie im Buch dargelegt, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass die heutige «Frau-gleich-Mann»-Agenda von totalitären Staatssystemen der Vergangenheit und Gegenwart inspiriert ist. Hier richten sich pseudowissenschaftliche Ideologien gegen die evolvierte menschliche Natur. Das ist moralisch verwerflich und sollte rückgängig gemacht werden. Sie gehen also davon aus, dass hier eine politische Agenda auf die Zerstörung der Vater- Mutter-Kind-Familie abzielt. Wo will die Politik mit uns hin? Das ist eine sehr gute Frage. Meine Kernthese ist, dass hinter der Gender-Mainstreaming-Agenda eine Riege naturwissenschaftlich unterbelichteter Ideologen steht, die weder von Biologie noch Chemie irgendeine Ahnung haben. Die Agenda wurde von Personen erdacht, die dem logisch-naturwissenschaftlichen Denken fernstehen, und dann kommt eben so eine menschenverachtende, feministische Absurdität heraus. Die Behauptung, man könne morgens als biologischer Mann aufstehen und sich danach dafür entscheiden, eine Frau zu sein – oder umgekehrt – ist absurd, ebenso wie der angeblich frei wählbare Homo-Lifestyle oder die Behauptung, es gäbe mehr als zwei Geschlechter. Diese Aussagen habe ich im Buch durch solide Fakten widerlegt. Hinter Gender-Mainstreaming steht eine Riege naturwissenschaftlich unterbelichteter Ideologen. Kann man nicht auch von bösem Willen sprechen, von einem bewussten Plan zur Transformation der Gesellschaft? Wenn ich spekuliere, dann würde ich sagen ja, man kann hinter dem Ganzen einen Generalplan erkennen. Es kann schon sein, dass Deutschland beziehungsweise Mitteleuropa besser regierbar gemacht werden soll. Das könnte man sich vorstellen, und dass hinter dieser Politik-Agenda praktische Interessen stehen. Wenn man die Familien zerstört, die Kinder ganz früh in Verwahranstalten gibt, wie das zum Beispiel in der DDR üblich war, ihnen dann einredet, dass sie weder Junge noch Mädchen sind, dass sie keine angeborene Geschlechtsidentität haben, dann kann man sich psychische Krüppel heranziehen. Diese sind dann wiederum auf bestimmte radikal-feministische Weltanschauungen prägbar. Es drängt sich der Verdacht auf, dass diese Gender- Biopolitik zu einer leichteren Lenkbarkeit der betreffenden Menschen führen soll. Herr Kutschera, haben Sie vielen Dank für dieses spannende Gespräch! 42 Oliver Knobel alias Olivia Jones. Foto: picture alliance/Peter Gercke/ dpa-Zentralbild/dpa

COMPACT Spezial _ Abendland wird abgebrannt Der Trump-Schock _von Tino Perlick Patriotismus, Grenzen, Mehrheitenpolitik: Der nächste US-Präsident verkörpert alles, was die Grünen heute bekämpfen. Ihre Reaktionen auf den Wahlausgang entlarven sie als Demokratiefeinde – und Einfaltspinsel. Der gemeine Grüne hat zwei Kerneigenschaften. Keine Peinlichkeit ist ihm zu dumm und er kennt nur zwei Meinungen – die grüne und die falsche. Donald Trumps Wahlsieg machte das wieder überdeutlich. So appellierten die Windradfreunde am Tag der Abstimmung ungeniert via Soziale Medien an das Volk jenseits des großen Teichs: «Liebe Amerikaner, bitte geht wählen und wählt nicht Trump.» Als der Republikaner den Sieg schließlich in der Tasche hatte, gab es an der Deutungshoheit keinen Zweifel: «(…) der Rechtspopulismus breitet sich aus wie ein Virus», twitterte Winfried Kretschmann. Renate Künast warnte, Trumps Sieg gebe «auch hier dem #Hass Auftrieb». Die Bundesvorsitzenden Simone Peters und Cem Özdemir leiteten vom Wahlausgang die Formel «Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie sind keine Lösung» ab und riefen wieder einmal zum Kampf «gegen Populismus, Ausgrenzung und Hass» auf. Die Grüne Jugend kläffte: «Hass und Hetze müssen wir in dieser politischen Zeit noch stärker entgegentreten. Wir sind antifaschistisch!» Etwas Gutes gab es aber doch: «Kleiner Trost nach #TrumpVictory», twitterte Özdemir zwei Tage nach der Wahl, «#Cannabis-Legalisierung kommt in #Kalifornien + 3 US- Bundesstaaten». Graue Käfige statt Villa Kunterbunt Für die Globalisten war Trumps Sieg bis zum Schluss undenkbar. Nur Jürgen Trittin hatte öffentlich angemerkt, dass der «Kandidat der ”angry white men” [wütenden weißen Männer]» ernst zu nehmen sei: «Deutschland und Europa müssen sich mindestens auf einen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump einstellen», hatte es Trittin im März 2016 gedämmert. «Ein Kandidat oder gar ein Präsident Trump wäre ein schwerer Rückschlag für die transatlantischen Beziehungen», orakelte der Gast der Bilderberger-Konferenz 2012. «Das würde die gute internationale Kooperation in Frage stellen, die in den letzten acht Jahren aufgebaut worden ist. Schlimmer noch, Trump könnte dazu führen, dass man sich in Europa nach George W. Bush zurücksehnt.» Typisch grün: lieber einen amtlichen Mörder von Millionen als einen politisch unbefleckten Andersdenkenden unterstützen, wenn es der politischen Korrektheit nützt. Gewohnt unversöhnlich gaben sich einen Tag nach Hillary Clintons Niederlage auch die Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter. In der Huffington Post jammerten sie: «[Trumps] Sympathien für Autokraten wie Wladimir Putin ist beängstigend. Zu hoffen bleibt, dass viele seiner Ankündigungen wahltaktisch motiviert waren.» Konstruktive Beziehungen mit Russland wären für grüne Transatlantiker eben ein Graus – zumindest, bis der Kreml der Wallstreet gehorcht und Christopher-Street-Day-Paraden den Roten Platz heimsuchen. Auch Marieluise Beck wäre Hillary «Killary» Clinton lieber gewesen. «Trump und Putin bedrohen die liberale Demokratie», erkannte die sogenannte Osteuropaexpertin im Februar 2016. Ausgerechnet die «Wehrhaftigkeit eines Willy Brandt» will die Kremlkritikerin daher wiederentdecken. «Sonst werden die Putins, Trumps, Erdogans, Orbans, Kaczynskis, Petrys, Farages, Le Pens und andere Gespenster unsere freiheitlichen, konfliktreichen, multikulturellen, schwierigen und anstrengenden Demokratien in graue Käfige verwandeln.» Auch den Grünen fuhr der Trump- Sieg in die Glieder. Die Kandidatin der US-Grünen, Jill Stein, erhielt mit 1,3 Millionen Stimmen allerdings das zweitbeste Ergebnis der Parteigeschichte. Foto: Gage Skidmore, CC-BY-SA 2.0, flickr.com «Trump könnte dazu führen, dass man sich nach George W. Bush zurücksehnt.» Trittin 43

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