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COMPACT-Spezial 12

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Partei der Päderasten _

Partei der Päderasten _ von Martin Müller-Mertens 62 Bis zu 1.000 Opfer allein in Berlin? Fast 20 Jahre waren die Grünen Tummelbecken für pädokriminelle Lobbyarbeit. Deren Unterstützer sind bis heute in herausgehobenen Positionen aktiv. Die Aufarbeitung ist unzureichend und heuchlerisch. Ob das wohl Überwindung gekostet hat: Der grüne Vorzeigeschwule Volker Beck und Claudia Roth auf dem Christopher Street Day 2013. Foto: picture alliance/Sport Moments «Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an.» Cohn-Bendit Einen Moment lang schien es, als wollten die Grünen reinen Tisch machen: Bis zu 1.000 Kinder könnten zwischen 1978 und 1995 durch Pädophile im Sumpf der Alternativen Liste (AL), dem Grünen- Ableger im damaligen West-Berlin, missbraucht worden sein. Diese Zahl nannte Thomas Birk, damals grünes Mitglied im Abgeordnetenhaus, im März 2015. Bereits rund zwei Monate später ruderten die Grünen jedoch wieder zurück. «Die junge Partei war blind gewesen für die Opfer. Ich persönlich bin darüber fassungslos und wütend», erklärte die Berliner Co-Landesvorsitzende der Grünen, Bettina Jarasch, bei der Vorstellung eines 90-seitigen Untersuchungsberichts über die Pädophilie bei der AL. Doch zugleich bestritt Jarasch die Schätzung zur Zahl der Missbrauchten. Auch Birk selbst hielt seine Angaben nun für «rein spekulativ»; ob aufgrund neuer Erkenntnisse oder aus Rücksichtnahme auf zumindest frühere pädophile Netzwerke in der Partei, ist unklar. Nach wie vor bekleiden in den Reihen der Grünen Politiker herausgehobene Posten, deren Rolle und politische Herkunft mit Blick auf pädokriminelle Verbindungen, vorsichtigt gesagt, zwielichtig erscheinen. Allen voran der Bundestagsabgeordnete Volker Beck, der sich regelmäßig als grüner Kampfschwuler in den Ring wirft. In einem Beitrag für den 1988 erschienenen Sammelband Der pädosexuelle Komplex – Handbuch für Betroffene und ihre Gegner hatte Beck für «Entkriminalisierung» und die Herabsetzung des Schutzalters für sexuelle Handlungen mit Minderjährigen auf zwölf Jahre geworben. Damit nicht genug: Nach Beginn der Pädophiliedebatte 2013 geriet Beck unter Druck und versuchte, seine Schuld abzuwälzen. Dem 1999 verstorbenen Herausgeber des Buches, Joachim Stephan Hohmann, unterstellte er, seinen Text verfälschend redigiert zu haben. Ein Blick auf das inzwischen aufgetauchte Manuskript zeigt jedoch: Hohmann nahm an Becks Elaborat lediglich zwei kosmetische Änderungen vor, die skandalösen Forderungen stammten samt und sonders aus der Feder des Politikers. Kreuzberger Horrorkeller Beck war kein Einzelfall – die Allianz von Grünen und Päderasten wurde über Jahre hinweg teilweise unterstützt, noch häufiger geduldet, kaum hinterfragt und prägte das Selbstverständnis der damaligen Protestpartei. 1981 zeichnete der spätere Bundesminister Jürgen Trittin presserechtlich verantwortlich für das Kommunalwahlprogramm der Göttinger Alternativen-Grünen-Initiativen-Liste (AGIL). Darin forderte die örtliche Homosexuelle Aktionsgruppe die Streichung sämtlicher Paragra-

COMPACT Spezial _ Partei der Päderasten phen, die «Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der freien Entfaltung ihrer Sexualität beschränken». Die berüchtigte Nürnberger Indianerkommune, die gleichlautende Positionen vertrat, gewann Einfluss in der Partei. Ein wahrscheinlich von deren Gründer Uli Reschke verfasster Abschnitt wurde am 22. Juni 1980 auf der Bundesversammlung zum Teil des grünen Parteiprogrammes erklärt. Einen Antrag der AG Kinder und Jugendliche an den Landesparteitag Baden-Württemberg über «einvernehmlich sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und jungen Menschen» lehnte Fraktionschef Fritz Kuhn im Jahre 1985 mit einer allerdings äußerst zweideutigen Stellungnahme ab. Die Forderungen seien «im Moment» unvertretbar, hieß es. Kuhn avancierte 15 Jahre später zum grünen Bundesvorsitzenden und ist seit Januar 2013 Oberbürgermeister von Stuttgart. Es blieb nicht bei Rufen nach Gesetzesinitiativen. Einen wegen Vergewaltigung einer Zweijährigen zu acht Jahren Haft verurteilten Mandatsträger aus Nordrhein-Westfalen wollte die Grünen-Fachgruppe Knast und Justiz 1985 vor dem Gefängnis bewahren. Es herrsche dort ein «Mangel an Möglichkeiten (…), wirklich menschliche Beziehungen herzustellen», so die ungenierte Begründung. Insbesondere West-Berlin wurde zum Eldorado von grünen Pädokriminellen. AL-Mitglieder veröffentlichten 1980 die 68 Seiten umfassende Broschüre Ein Herz für Sittenstrolche. In den 1.500 Exemplaren der Auflage fanden sich Bilder lachender minderjähriger Jungen mit dem Begleittext «Sonne, Mond und Sterne, ich liebe schwule Wärme!» Andere AL- Mitglieder mieteten in Kreuzberg den sogenannten Freizeitladen Falckenstein-Keller, in dem nach Zeugenaussagen zahlreiche an Grundschulen angeworbene Jungen missbraucht wurden. In dem Horrorkeller aktiv war nach Darstellung des Berliner Untersuchungsberichts der mindestens sechs Mal wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilte Dieter Ullmann, in der Partei Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft SchwuP (Schwule, Transsexuelle und Päderasten). «Ob und wie viele weitere Parteimitglieder daran beteiligt waren, können wir nur mutmaßen», sagte Jarasch 2015 mit Blick auf pädophile Straftaten im Umfeld der AL. Cohn-Bendit und die Kinder Ullmann war bei Grünen und AL keine Randfigur, die unter dem Radarschirm der Basis klandestine Pädoarbeit betrieb. Im Gegenteil: Zu seinen Unterstützern gehörte der grüne Vordenker Daniel Cohn- Bendit. 1981 freute sich Dany le Rouge – Cohn- Bendits Spitzname aus den Monaten der 1968er- Revolte – bereits auf erwartete Wahlerfolge der AL: «Dann kommt nämlich Dieter Ullmann, der jetzt noch im Knast sitzt, in das Berliner Abgeordnetenhaus. Den werden wir zum Bundestagskandidaten machen.» Ullmann kandidierte im selben Jahr, wenn auch erfolglos, tatsächlich für das Stadtparlament. Ob sich Cohn-Bendit selbst an Kindern vergriffen hat, ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen. 1975 erzählte er in seinem Buch Der große Basar über seine Zeit in einem Frankfurter Kinderladen zwischen 1972 bis 1974 ganz offen: «Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an.» Einige der Kinder haben «meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen (…), mich zu streicheln». Drei Jahre später prahlte einer seiner Sponti-Genossen im Frankfurter Stadtmagazin Pflasterstrand, ihn habe «ein 6-jähriges Genossenmädchen verführt». Cohn-Bendit agierte zu diesem Zeitpunkt als Herausgeber der Linkspostille. Von 1994 bis 2014 saß er im EU-Parlament und war Mitglied der Spinelli- Gruppe, die sich für ein «föderales und postnationales Europa» einsetzt. Im Übrigen hat Cohn-Bendit nach eigener Aussage «keinen Bock mehr», sich «wegen dieser alten Sache immer wieder rechtfertigen zu müssen». Diese «Sache» traf nicht nur bei den Grünen auf viel Verständnis. Der FDP-Jugendverband Jungdemokraten verlangte auf seiner Bundesdeligiertenkonferenz 1980 laut Protokoll: «Die Paragrafen 173 (Inzest), 174 (Sexualität mit Schutzbefohlenen), 175 (besonderes ”Schutzalter” für männliche Homosexuelle), 176 (Sexualität mit Kindern) sind zu streichen.» Zwei Jahre später erfolgte der – sich allerdings seit 1978 abzeichnende – Bruch mit der Mutterpartei. Später arbeiteten die Jungdemokraten eng mit den Grünen zusammen und brachten unter anderem deren Bundesvorsitzende und heutige Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth hervor. Die Broschüre Ein Herz für Sittenstrolche (Herausgeber Bereich Schwule der West-Berliner Grünen) wird von Päderasten bis heute gelobt. Foto: Alternative Liste Der Kampfschwule Volker Beck forderte «Entkriminalisierung» von Pädosexualität. Die von Daniel Cohn-Bendit verantwortete Zeitschrift Pflasterstrand veröffentlichte Ende der 1970er Jahre pädophile Texte. «Ich bin nicht nur ein Papierwichser», begründete er die Veröffentlichungspraxis. Foto: Stephan Röhl, Heinrich-Böll-Stiftung, CC-BY-SA 3.0, flickr.com 63

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