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COMPACT-Spezial 12

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COMPACT Spezial _ Partei der Päderasten 72 Keine Entwarnung Im April 2016 wurde der neue Bildungsplan für Baden-Württemberg vorgestellt. Da die SPD mittlerweile aus der Regierung ausgeschieden und die CDU neuer Koalitionspartner der Grünen geworden war, gab es Hoffnungen auf eine Entschärfung bei der sexuellen Umerziehung der Kinder. Das Internetportal Die Freie Welt trat diesen Hoffnungen entgegen: «Die Leitperspektive wird deutlich in einem Absatz, in welchem die Gender-Ideologie zu einem Kerninhalt des neuen Bildungsplanes erhoben wird: ”Schule als Ort von Toleranz und Weltoffenheit soll es jungen Menschen ermöglichen, die eigene Identität zu finden und sich frei und ohne Angst vor Diskriminierung zu artikulieren.” (…) Dieser Satz behauptet nichts anderes, als dass man die eigene Identität, die eigene Persönlichkeit nicht unmittelbar erkennen kann. Man ist sozusagen auf der Suche nach der eigenen Identität, auch nach der sogenannten sexuellen Identität. Hier wird also impliziert, dass das biologische Geschlecht keine Rolle bei der sexuellen Identität oder Orientierung spielt. Man kann zwar biologisch Mann oder Frau sein, doch dadurch ist die ”sexuelle Identität” oder die ”sexuelle Orientierung” (beide werden im Bildungsplan nicht näher definiert) nicht festgelegt.» Der umstrittene Bildungsplan trat in überarbeiteter Fassung im August 2016 in Kraft. Foto: Victor Bezrukov, Port-42, CC BY 2.0, Wikimedia Commons Winfried Kretschmann. Foto: Grüne Bundestagsfraktion den allgemeinbildenden Schulen». Sie bekräftigen die Wichtigkeit der Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen, lehnen es jedoch ab, dass Lehrer im Unterricht diese der traditionellen Ehe gleichstellen sollen. Das politische Establishment ist empört ob dieser Unbotmäßigkeit der Untertanen. Die Grünen wollen in vielen Kommentaren auf der Petitionsseite «ein erschütterndes Maß an Homo- und Transphobie» erkannt haben. Ins gleiche Horn stößt auch Stefan Fulst-Blei, der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: «Die jetzige Online-Petition birgt den Geist massiver Intoleranz und ist pädagogisch wie politisch unterste Schublade.» Christian Stärk, damals Vorsitzender des Landesschülerbeirates Baden-Württemberg und Vorstand der Bundesschülerkonferenz, hielt die Argumente der Petitionsunterzeichner für «realitätsfern» und warf ihnen vor: «Solche Ablehnung fördert Homophobie.» Und der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann beschreibt diese Petition als «religiös imprägniert» und stellt klar, dass man sich bei der Erstellung des Bildungsplanes nicht auf «fundamentalistische Grundlagen» stützen werde. Pikant: Kretschmann ist auch Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Und es blieb nicht bei verbaler Aburteilung: Der Sprecher des Kultusministeriums gab bekannt, dass eine Strafanzeige sowie eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Petenten Stängle vorliege, die später fallengelassen wird. Unterstützt wird die Initiative dagegen von christlichen Organisationen. Beispielsweise erklärten die beiden evangelischen Landeskirchen, dass sie selbstverständlich um die Wichtigkeit von «Toleranz auf dem Schulhof, Initiativen gegen Ausgrenzung und Abwehr von Vorurteilen» wüssten. Jedoch sähen sie sich auch in der Pflicht, «die notwendige innere Diskussion über Leitfragen im Zusammenleben einer Gesellschaft, über Fragen der Sexualethik und Lebensbeziehungen, über biblische Aussagen und gegenwärtige Herausforderungen» wachzuhalten. Lesben- und Schwulenverbänden machten erfolgreich Druck im Kultusministerium. Sie erinnerten außerdem an den Artikel 12 der Landesverfassung, in dem von einem zu erfüllenden «christlichen Sittengesetz» die Rede ist und davon, die «Jugend in Ehrfurcht vor Gott» zu erziehen. Gleicher Meinung ist auch der Fraktionsvorsitzende der FDP, Hans-Ulrich Rülke, der die Lebensentwürfe von Minderheiten zwar für «tolerabel» hält, jedoch nicht für «gleichwertig». Dafür erntete er Kritik auch aus den eigenen Reihen. Der Landesvorsitzende der Jungliberalen, Sebastian Graz, erklärte, dass er sich für Rülkes Aussagen schäme. Die Macht der Lobbies Insgesamt wirkt der neue baden-württembergische Bildungsplan wie ein «in den Lehrplan umgewandeltes Parteiprogramm», resümierte Heike Schmoll Ende Januar 2014 in der FAZ. Es zeuge «nicht von allzu großer Klugheit in Stuttgart, nahezu wörtlich die Ziele einschlägiger Interessengruppen (…) zu übernehmen». So berichten Kirchenvertreter von einem Gespräch mit dem Kultusministerium am 18. November 2013. Sie hätten dabei deutliche Kritik geäußert, die aufgrund des hohen Drucks von Lesben- und Schwulenverbänden jedoch ignoriert worden sei. Heike Schmoll schlussfolgert: «Der gesamte Entwurf für den Bildungsplan atmet den Geist eines affirmativen Erziehungsverständnisses, das zum Glück als längst überholt gilt. Er entwirft das Bild eines neuen Menschen nach dem Bild der grün-roten Landesregierung in Stuttgart und deren Landesinstitut für Schulentwicklung. Das ist deshalb so gefährlich, weil Bildungsprozesse auf diese Weise zu einer einzigen Indoktrination werden können, weil die Beschreibung von Einstellungen und Haltungen schlimmstenfalls in schulische Gesinnungsprüfungen ausarten könnte, die es in beiden deutschen Diktaturen schon einmal gab.»

Es war einmal Die vergessenen Anfänge der Grünen 73

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