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COMPACT SPEZIAL 9 "Zensur in der BRD"

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Die Liste der verbotenen Autoren

COMPACTSpezial _ Zensur im TV Das schlechte Gewissen der Mütter ist die Keimform des Aha-Erlebnisses, das ich hatte. Das Interview führte Jürgen Elsässer (rechts) für COMPACT 5/2013. Foto: Privat ihrem Kind gegenüber. Es mahnt sie ihre innere Stimme, die von vielen jedoch verdrängt wird: Unsere Sozial-und Steuergesetze wurden in den letzten Jahren dramatisch verändert; Frauen müssen (!) Geld verdienen, andernfalls können sie finanziell nicht überleben: Nun sind sie zwar «emanzipiert» – und sitzen doch in der Falle! Wie viele Frauen habe ich bei Vorträgen erlebt, die verzweifelt waren, in Tränen aufgelöst. Die explodierenden Burn-outund Depressionszahlen berufstätiger Mütter sprechen eine ganz deutliche Sprache, aber niemand will die Ursache erkennen. Ich nehme an, das schlechte Gewissen der Mütter ist die Keimform des Aha-Erlebnisses, das ich hatte. Kampf gegen die Mehrheit Die Kampagne gegen Sie lief fast wie gleichgeschaltet. Da Sie als Tagesschausprecherin die Medienwelt von innen kennen – wie werden die Nachrichten auf Linie gebracht? Bei bestimmten Themen – das fiel mir erst später auf, ich war lange unpolitisch, so wie viele Nachrichtensprecher auch – gibt es offenbar undiskutierbare Vorgaben. Zum Beispiel wurde in den 90er Jahren Serbien immer als der Böse dargestellt, und im Nahostkonflikt gibt es ebenso nur schwarz und weiß. Auch heute: Syriens Regierung ist der Feind, Libyens Regierung war es auch. Darüber wird nicht diskutiert. Weitere Beispiele: Von Seiten der EU gibt es klare Vorgaben, um «Diskriminierung auszuschließen». So dürfen in der TV-Werbung keine Frauen mehr an Herd oder Waschmaschine gezeigt werden. Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Jahre 2011 unter dem Titel Die Abwertung der Anderen fordert ebenso energische Umerziehungsmaßnahmen der Völker. Begründung: «Die Mehrheit in Europa vertritt (…) sexistische Einstellungen, die auf eine traditionelle Rollenverteilung setzen, und fordert, dass Frauen ihre Rolle als Ehefrau und Mutter ernster nehmen sollen.» Hier wird der Mehrheit der Menschen in Europa der Kampf angesagt! Gender Mainstream wird in allen EU-Staaten als Erziehungsnorm durchgesetzt. Ein Beispiel aus dem «fun&care-Kindergarten» in Wien, der nach Gender-Richtlinien verfährt. Dort sollen die kleinen Mädchen Fußballspielen, auf der anderen Seite heißt es: «Buben hingegen sollen eine positive Körperwahrnehmung erlernen, dazu gehören: Massage, Kosmetikkorb, den eigenen Körper pflegen, schön sein, positive Besetzung von Schlüpfen in ”weibliche” Rollen (Prinzessinnenkleid, Nägel lackieren…), erlernen von Umgang mit Puppen (positiver Begriff: Puppenvater), erlernen von hauswirtschaftlichen Tätigkeiten (positiver Begriff: Hausmann).» Gegen die Parteienherrschaft Man hat den Eindruck, dass in jüngster Zeit die Feministinnen ihre Schlachten nicht mehr so problemlos gewinnen. Der Wettermoderator Jörg Kachelmann gewann alle Prozesse in der Anklage wegen Vergewaltigung, und FDP-Frontmann Rainer Brüderle kam aus der Sexismus-Diskussion mit erhöhten Umfragewerten heraus. Ganz allgemein ändert sich das Klima. Es wurde auch Zeit! Gegen die neue Partei Alternative für Deutschland hilft die Nazi-Keule offenbar auch nicht mehr, selbst in einer Leserumfrage des linksliberalen Tagesspiegel erklärten über 70 Prozent, sie könnten sich die Wahl der AfD vorstellen. 14 Würden Sie sich für die AfD engagieren? Ich hatte schon Anfragen kleinerer Parteien und habe immer abgelehnt. Dabei bleibt es, auch wenn ich der AfD Glück und Erfolg wünsche. Ich finde mich wieder in den Anmerkungen zur generellen Abschaffung der Parteien, die die französische Schriftstellerin Simone Weil nach dem Zweiten Weltkrieg gemacht hat: «Wenn ein Mensch, Mitglied einer Partei, fest entschlossen ist, in all seinen Gedanken ausschließlich dem inneren Licht treu zu sein und nichts anderem, dann kann er seine Partei nicht von diesem Entschluss in Kenntnis setzen. Er befindet sich ihr gegenüber somit in einem Zustand der Lüge». Der Zweck einer Partei ist die Maximierung von Macht. Der Einzelne, der nach innerem Licht strebt, ist dort fehl am Platz.

COMPACTSpezial _ Zensur im TV Der aufrechte Gang _ von Marc Dassen Michael Friedrich Vogt – wer sich abseits des Mainstreams informiert, kennt ihn aus unzähligen Filmen und Vorträgen. Er gehört zu den Veteranen des freien Journalismus, sein Wort hat Gewicht. Für seinen Mut zur Wahrheit bezahlte der Querdenker einen hohen Preis. Hier lesen Sie erstmals die ganze Geschichte. «Er muss weg» – «Es ist unerträglich, dass ein Rechtsaußen in Leipzig lehrt» – Diese Sätze sind ihm noch gut im Gedächtnis. 18 Jahre lang hatte Michael Vogt an der Universität Leipzig gelehrt – zuletzt als Honorarprofessor am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft (KMW). Im November 2007 fand seine Hochschulkarriere ein abruptes Ende – man machte ihn zum Aussätzigen. Außerhalb der Campus-Mauern hatte der TV-Journalist und Filmemacher immer wieder volkspädagogisch unerwünschte Aufklärung betrieben (siehe Infobox Seite 17). Seine historischen Dokumentationen brachen mit etablierten Denkverboten und beleuchteten auch die dunklen Kapitel der Geschichte. Damit hatte er sich mächtige Feinde gemacht, die damals ihre Chance gekommen sahen, einen gefährlichen Ketzer aus dem Weg zu räumen. Begonnen hatten die Angriffe auf ihn schon in den frühen 1980er Jahren, als der promovierte Historiker einen seiner ersten Dokumentarfilme veröffentlichte – einen Zweiteiler, der sich mit «Er muss weg.» Henrike Böhm, Antirassismus-Referentin Eine Trutzburg gegen Wahrheitssuche: Das 2012 neu erbaute Hauptgebäude der Leipziger Universität. Foto: Thomas W. Fiege, CC BY-SA 3.0 15

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