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COMPACT-Spezial "Asyl unsere Toten"

Asyl, Unsere Toten Unsere Toten, Unsere Trauer

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COMPACT Spezial _ Unsere Toten, unsere Trauer Arabische Intensivtäter Roman Reusch leitete in Berlin von 2003 bis 2008 eine damals neu gegründete Justizabteilung für jugendliche Intensivstraftäter. Seine Erkenntnisse trug er 2007 auf einer Tagung der CSUnahen Hanns-Seidel-Stiftung vor: «Die Masse der Intensivtäter wird demnach von orientalischen Migranten gestellt. (…) Nicht etwa die Türken als kopfstärkste Migrantengruppe stellen die relativ meisten Täter, sondern die Araber, die an der Berliner Bevölkerung nur einen verschwindend geringen Anteil haben. Diese wiederum setzen sich überwiegend aus den bereits erwähnten Palästinensern sowie Angehörigen hochkrimineller Großfamilien mit türkischkurdisch-libanesischen Wurzeln zusammen, die arabische Muttersprachler sind und in Berlin weite Bereiche des organisierten Verbrechens beherrschen. Ausgerechnet bei der kriminell aktivsten Gruppe der Migranten, nämlich den Arabern, ist auch der Einbürgerungsanteil mit knapp 44 Prozent am höchsten. Zum Vergleich liegt er bei den Türken bei knapp 35 Prozent. Insgesamt haben knapp 80 Prozent aller eingetragenen Intensivtäter einen Migrationshintergrund. Der Anteil der ethnischen Deutschen liegt nach Abzug der Russlanddeutschen bei rund 17 Prozent, bei Zuzählung derselben bei rund 20 Prozent.» Tugce Albayrak wurde nach ihrem Tod auch noch beschuldigt, den Täter provoziert zu haben. Ilustration: IF Der Mord an Tugce Am 28. November 2014 stellten die Ärzte im Krankenhaus Offenbach die lebenserhaltenden Geräte am Bett von Tugce Albayrak ab – es war ihr 23. Geburtstag. Gut 14 Tage zuvor hatte die Studentin mit Freundinnen ein Schnellrestaurant in der hessischen Stadt besucht. Dort soll sie zwei deutsche Mädchen vor den Nachstellungen mehrerer Migranten in Schutz genommen haben. Was genau im McDonald’s geschah, ist zwar umstritten, was sich kurze Zeit später auf dem Parkplatz ereignete, hielt dagegen eine Überwachungskamera fest. Pixelig, ohne Ton, anscheinend unvollständig. Sanel M. – aller Wahrscheinlichkeit nach ein Muslim aus der serbischen Provinz Sandschak, der sich im Internet auch JugoBetrugo nannte – verließ die McDonald’s-Filiale, ging schnell zu einem geräumigen BMW höherer Preisklasse. Plötzlich entbrannte ein Tumult, Sanel M. rannte zurück, schien etwa sechs Passanten auf dem Parkplatz anzupöbeln. Den Grund verrät das stumme Video nicht. Als die Gruppe um Tugce ebenfalls den Parkplatz betrat, rastete der Täter völlig aus. Ein Menschenauflauf bildete sich. Ein Bekannter von Sanel M. wollte ihn zurückhalten, scheiterte jedoch. «Dann ist er auf Tugce zugelaufen und hat zugeschlagen. Ein unglaubliches Geräusch war zu hören.» Der Schlag traf Tugce so hart, «dass sie umgefallen ist wie ein Baum», heißt es in einer Zeugenaussage. Von stumpfer Gewalt spricht der Obduktionsbericht. rück. Drei Jahre seien «nicht genug für ein Leben», sagte die Großmutter. Dabei ist noch nicht einmal klar, ob Sanel die Tat überhaupt hinter Gittern verbüßen muss. Sein Anwalt Heinz-Jürgen Borowsky kündigte Revision an, hatte im Prozess eine Bewährungsstrafe verlangt. Der Mord an Maria Bestialischer ist ein Mord kaum vorstellbar: Am 22. Januar 2015, irgendwann zwischen 21 und 22:30 Uhr, rammte Eren T. ein Messer in den Bauch seiner schwangeren Exfreundin Maria P. Unter einem Vorwand hatte er die 19-Jährige zuvor in ein Waldstück des Berliner Stadtteils Treptow gelockt. Schließlich übergoss T. die Schwerverletzte mit Benzin. Gleich zwei Feuerzeuge soll er zur Sicherheit mit sich geführt haben, behauptete später sein Handlanger Daniel, der Maria festhielt. Ungerührt zündete T. die Hochschwangere an. «Was zur Folge hatte, dass die Geschädigte, wie von den Angeklagten beabsichtigt, bei vollem Bewußtsein qualvoll verbrannte», beschrieb die Staatsanwaltschaft den unfassbaren Gewaltakt. Der Mord an Maria P. erschütterte die Berliner. Die organisierten Betroffenheitsrituale der Multikulti-Lobby blieben jedoch aus: Kein Schweigemarsch, keine Lichterkette erinnerten an die 19-Jährige. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) gab am Rande einer SPD-Konferenz in Leipzig lediglich eine kurze Erklärung ab. Maria P. war eben nur eine Deutsche. Der Täter, Eren T., ist alevitischer Kurde. Die Familie lebt in einem heruntergekommenen Altbau in Neukölln. Der Vater musste sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft 2009 wegen Nötigung verantworten. Gegen einen Onkel liegt seit Oktober 2014 eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung vor. «Wir sind bestens integriert», sagte derselbe Onkel nach dem Ehrenmord an Maria P. telefonisch gegenüber der Zeit. 20 Kein Schweigemarsch, keine Lichterkette erinnerten an die 19-Jährige. Auch in diesem Fall übte die Justiz viel Milde mit dem Täter. Eine Jugendstrafe von drei Jahren verhängte das Landgericht Darmstadt im Juni 2015. Nach der Hälfte der Haftzeit soll eine Entlassung geprüft werden. Sanel M. sei «kein Killer, Totschläger oder Koma-Schläger», hatte Richter Jens Aßling auch noch verharmlosende Worte für den Angeklagten parat. Tugces Familie blieb entsetzt zu- Maria P. Ilustration: IF

Mord-Mob in der Mainacht _ von Tino Perlick Anders als bei dem 2013 totgetretenen Daniel Siefert konnte Niklas P. zumindest ohne Störungen durch Freunde des Täters beerdigt werden. Foto: picture alliance/dpa War Niklas zur falschen Zeit am falschen Ort? Die Frage ist falsch gestellt: No-go- Gebiete, wo Migrantenkiller auf Beute lauern, gibt es mittlerweile fast überall in Bad Godesberg. Es war ein endgültiger Abschied. Vier Wochen nach dem Tod des 17-jährigen Niklas versammelten sich in den Abendstunden des 9. Juni 2016 rund 350 Menschen im Kurpark des Bonner Stadtteils Bad Godesberg zu einer Schweigestunde. Sie kamen mit Lichtern und Kerzen, die sie um einen stolzen Ahornbaum stellten. Kurz vor Anbruch der Dunkelheit läuteten die Kirchenglocken. Hier, in einem der islamisiertesten Gebiete Deutschlands, kommt der Klang einem Schwanengesang gleich. Drei Jugendliche hatten Niklas und seine Freunde in der Nacht zum 7. Mai 2016 nach einem Konzertbesuch mit massiven Schlägen und Tritten attackiert – bewusstlos wurde er ins Krankenhaus eingeliefert. Sechs Tage später erlag er seinen schweren Verletzungen. Am 17. Mai nahm die Mordkommission den marokkanischstämmigen Walid S. als Hauptverdächtigen fest, zwei weitere Tatverdächtige blieben auf freiem Fuß. Insgesamt sechs Ermittlungsverfahren laufen bereits seit 2015 gegen den Intensivtäter, davon drei wegen gefährlicher Körperverletzung. Bevor es zur tödlichen Begegnung mit Niklas kam, war der 20-Jährige in jener Nacht schon zwei Mal von Beamten vorläufig festgenommen und wieder freigelassen worden. «Da gab es vorher keinen Streit oder so. Der Täter wollte einfach draufhauen und hat’s gemacht.» So wie die 17-jährige Paulina es schildert, wollen es auch ihre Freundinnen gehört haben. Eben haben sie gemeinsam Kerzen abgelegt. «Die Bürgermeisterin hat das als Einzelfall dargestellt, was uns schockiert hat», sagt die gleichaltrige Joanna. «Wir gehen öfters weg und kommen dann abends um elf hier lang, und man wird immer angesprochen, man wird immer blöd von der Seite angemacht. Ohne Pfefferspray geh ich gar nicht mehr raus.» Angst hat auch Paulina, «definitiv». Vom Vorzeigeviertel zum Vorzeigeghetto Paulina und ihre Freundinnen sind mit dem Gefühl der Angst aufgewachsen. Das noble Bad Godesberg aus Bonner Hauptstadtzeiten haben sie nicht mehr kennengelernt. Die heile Welt hat nur im Villenviertel überlebt, wo nach wie vor pensionierte Diplomaten und Ministerialbeamte sowie gut situierte Bürger wohnen, die ihre Kinder auf Privatschulen schicken. Der restliche Stadtteil erinnert heute eher an den Gazastreifen. Fast jeder zweite Bewohner hier ist nichtdeutscher Herkunft, statt Multikulti-Idylle grassiert die Gewalt. Bad Godesberg erinnert heute eher an den Gazastreifen. Niklas. Ilustration: IF 21

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