Aufrufe
vor 6 Monaten

COMPACT-Spezial "Asyl unsere Toten"

Asyl, Unsere Toten Unsere Toten, Unsere Trauer

COMPACT

COMPACT Spezial _ Ohne Grenzen, ohne Sicherheit Der Schleusersultan und die Schlepperkönigin _ von Jürgen Elsässer Bundeskanzlerin Merkel und der türkische Präsident Erdogan haben in diabolischem Zusammenspiel die Tür für die islamische Massenmigration nach Europa aufgestoßen. Eine Chronik der Ereignisse. «Leistungen der Türkei können nicht hoch genug gewürdigt werden.» Angela Merkel Angriff auf Europa: Am 16. September 2015 attackierten Asylforderer die geschlossene serbisch-ungarische Grenze mit Brandsätzen und Steinen. Die deutsche Lügenpresse zeigte hingegen nur den Einsatz von Wasserwerfern der ungarischen Polizei, der jedoch eine Reaktion auf die Aggression war. Foto: picture alliance / dpa «Von diesem Sturz erbebt das Abendland. Schreckhaft hallt die Nachricht wider Rom, wie ein warnender Donner rollt sie nach Frankreich, nach Deutschland hinüber, und schaudernd erkennt Europa, dass dank seiner dumpfen Gleichgültigkeit durch die vergessene Tür, (…) eine schicksalhaft zerstörende Gewalt hereingebrochen ist, die jahrhundertelang seine Kräfte binden und lähmen wird.» So schrieb Stefan Zweig in seinem Buch Sternstunden der Menschheit über den schicksalshaften 29. Mai 1453 – den Tag, an dem das christliche Byzanz von den Osmanen erobert wurde. Die letzte Festung, die die muslimischen Heere bis dahin gebunden hatte, hatte damit kapituliert – in der Folgezeit sollten die Eroberer bis vor die Tore Wiens marschieren. 2015 öffnete Europa seine Tore dem Millionenheer, ohne dass die Waffen sprachen. Die Verteidiger gaben den Weg frei, und nicht ein einziger Schuss fiel. Dabei waren die Angreifer alles andere als gewaltlos. Vom Fallen der Dominosteine Die Historiker werden sich in späteren Zeiten streiten, wo der entscheidende Durchbruch gelang. War es auf den Inseln in der östlichen Ägäis? Dort kamen seit Anfang August 2015 von der nahen türkischen Küste beinahe im Stundentakt die Schlauchboote an – von der griechischen Marine war weit und breit nichts zu sehen. In glühender Hitze warteten die Menschen im Stadion von Kos oder an der Promenade von Lesbos, bis große Fähren aus Athen kamen, tobten gegen die Registrierung durch Beamte und prügelten sich untereinander um die besten Plätze. Der Bürgermeister der Insel, Giorgos Kyritsis, warnte: «Wenn die Situation sich weiter verschlimmert, ist ein Blutbad unausweichlich.» Bevor es jedoch zum Äußersten kam, ließ man die Massen auf die Schiffe. Wer in Athen anlandete, für den war der Weg nach Norden frei – an die Grenze zu Mazedonien. Der kleine Balkanstaat ist den Hellenen seit seiner Neugründung 1991 ein Dorn im Auge, da er schon mit seinem Namen an das Weltreich des großen Alexander erinnert, dessen Erbe auch Athen beansprucht. Zur Konfrontation kam es beim Städtchen Gevgelija: Die Polizei sicherte die Grenzen unter Einsatz von Tränengas – 4.000 Flüchtlinge saßen im Niemandsland fest. Am 21. August wurde ein Beamter von einem Migranten erstochen – das konnte man aber nicht in deutschen, sondern nur in österreichischen Medien lesen. Am nächsten Tag nutzte die Masse das humanitäre Entgegenkommen der Grenzschützer: «Nur wenigen Familien mit kleinen Kindern hatte die mazedonische Polizei laut Medienberichten die Weiterreise erlaubt. Dies soll das Chaos an der Grenze ausgelöst haben, da die Menge nachdrängte.» (zeit.de) Merkels Dolchstoß 36 In dieser sich zuspitzenden Situation baute die ungarische Regierung fieberhaft an einem Zaun, der – ganz nach Geist und Buchstaben der Schengen-Verträge – die Südgrenze des Landes und damit die EU-Außengrenze zum Nichtmitgliedstaat Serbien vor den illegalen Massen schützen sollte. Die Fertigstellung war für Ende August geplant. Doch die Bundesregierung stach den Ungarn den Dolch in den Rücken: Am 24./25. August 2015 ließ sie durch-

Ausgabe 10/2015 | 4,95 EUR www.compact-online.de blicken, dass Deutschland Syrer künftig auch dann als Asylbewerber anerkennen werde, wenn sie über ein anderes Land einreisten – ein klarer Bruch des Dublin-Abkommens, das eine Registrierung im jeweiligen Ankunftsstaat festlegt. Damit hatte Merkel die Syrer «an den gedeckten Tisch eingeladen» (Premier Viktor Orbán). Die unmittelbare Folge: Am 26. August wurde die ungarische Südgrenze erstmals großflächig überrannt, Tausende brachen aus Auffanglagern aus und machten sich auf den Weg nach Budapest. Ein schwunghafter Handel mit syrischen Ausweispapieren, echten und gefälschten, setzte ein – Emigranten jeder Nationalität sahen sie als Eintrittskarte für das gelobte Land. Kampf um Röszke Am 4. September 2015 verkündete Merkel den generellen Wegfall von Kontrollen an den deutschen Grenzen. Die Folgen zeigten sich in ihrer schlimmsten Form am 16. September an der ungarisch-serbischen Grenze bei Röszke. Tags zuvor hatte Budapest den Stacheldrahtzaun im gesamten Verlauf der 135 Kilometer langen Demarkationslinie zu seinem südlichen Nachbarstaat geschlossen, jedem illegal Einreisenden drohten seit Mitternacht mehrjährige Haftstrafen. Auf der serbischen Seite staute sich eine riesige Menschenmenge auf offenem Feld. Am Morgen stellten sie den ungarischen Grenzschützern ein Ultimatum: Sollten diese die Absperrung nicht binnen einer Stunde öffnen, würden sie angegriffen. Als nichts geschah, gingen die Militanten in die Offensive und bombardierten die Polizisten mit Stein-, Metall-, Beton- und Ziegelstücken, 14 Beamte wurden verletzt. Auch nachdem die Menge zuerst den serbischen Kontrollpunkt überrannt und sich dann gegen den ungarischen Zaun geworfen hatte, hielten sich die Grenzschützer noch zurück. Erst als die vorderen Reihen auf ungarisches Territorium vordrangen, setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer ein. Die Bilder gingen um die Welt, im Westen beklagte man die Herzlosigkeit und Brutalität der Regierung von Premier Viktor Orbán. Was nicht gezeigt wurde: Die Angreifer trugen in einigen Fällen Kinder als lebendige Schutzschilde vor sich her, zwei Kinder wurden sogar über den Zaun geworfen. Aufsehen erregte besonders die Szene, als eine ungarische Kamerafrau einen syrischen Flüchtling mit seinem Sohn zu Fall brachte – die Empörung über den angeblich rassistischen Vorfall war groß. Kaum einer der Empörten bekam mit, worauf die Kurdenmiliz PYD – der PKK-Ableger in Syrien – später in einer Presseerklärung hinwies: Bei dem vermeintlich armen Opfer handele es sich um Osama Abdul Mohsen, der in den Reihen der al-Nusra-Front, einem Ableger von al-Qaida, gekämpft hatte. Der Pakt mit dem Sultan Die Invasion über die Balkanroute hat vor allem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan möglich gemacht. Die Frankfurter Allgemeine referierte dazu Kommentatoren aus Istanbul und Ankara: «Anfangs tat die Türkei alles, was sie konnte, um zu verhindern, dass die Seewege für die illegale Einwanderung nach Europa genutzt werden.» Das Gevgelija: Auch animiert von Nachrichten bereits Angekommener überrannten 2015 weitere sogenannte Flüchtlinge die Grenze nach Mazedonien. Dort begann die Balkanroute nach Deutschland. Foto: picture alliance/dpa Die Königin der Schlepper Wie Merkel Millionen ins Land holt Politikerpack Gabriel in Heidenau Modell DDR Ausländer im Osten Utopia lebt Königreich Deutschland Gothics Die klugen Schwarzen Dossier: Ungarn macht dicht Premier Orban: «Europa den Europäern!» Am 4.9.2015 öffnete Merkel die Grenzen. Foto: COMPACT Orban warnte vor einem «Geheimpakt» zwischen Berlin und Ankara. 37

© COMPACT-Magazin GmbH 2016 Alle Rechte vorbehalten

   Mediadaten  /  Datenschutz  /  Impressum  /  Kommentarregeln  /  Nutzungsbedingungen  /  Widerruf