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COMPACT-Spezial "Asyl unsere Toten"

Asyl, Unsere Toten Unsere Toten, Unsere Trauer

COMPACT

COMPACT Spezial _ Blutige Weihnacht Narkotika fürs Volk _ von Hans-Hermann Gockel Da gibt es den größten islamistischen Terroranschlag in Deutschland – aber beim ZDF geht das Wohlfühl-Programm weiter wie gehabt. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hält der Willkommens- Kanzlerin den Rücken frei. in Mainz: «Hören wir, was es aus Berlin möglicherweise von politischer Seite inzwischen gibt. Auch an Einschätzungen. Bettina Schausten ist uns aus Berlin zugeschaltet, höre ich.» Frau Schausten sitzt derweil – fast zwei Stunden nach dem Anschlag! – ganz entspannt im wohltemperierten ZDF-Studio Unter den Linden: «Also, Offizielles gibt es in der Tat hier auch noch nicht. Unsere Kollegen aus dem Landesstudio Berlin sind natürlich zum Ort des Geschehens unterwegs. Und werden sich sicherlich, sobald technische Probleme gelöst sind, von dort direkt melden.» Dann endlich, gegen 22 Uhr, steht die Schalte. ZDF-Reporter Carsten Behrendt in seinem Aufsager vom Breitscheidplatz: «Telefonisch kommen wir momentan bei der Polizei gar nicht durch. Und ein Pressesprecher ist gerade hier für mich nicht greifbar.» Mit dem Zweiten sieht man besser? «Nichts hören! Nichts sehen! Nichts wissen!» – das wäre wohl die korrektere Botschaft. 56 Nichts sagen, nichts hören, nichts sehen: Die Mainzelmännchen stellen das neue ZDF-Motto vor. Foto: picture alliance / R. Goldmann Nichts hören! Nichts sehen! Nichts wissen! _ Hans-Hermann Gockel hat als TV-Journalist viele Jahre für RTL, SAT.1 und N24 gearbeitet. Heute ist er freier Journalist und Produzent. Der Islamist Anis Amri war am 19. Dezember exakt um 20:02 Uhr in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gerast. Wenige Minuten später unterbrachen NTV und N24 ihre Programme und lieferten erste dramatische Bilder vom Ort des Terroranschlags. Die Privaten hatten schnell ihre besten Reporter vor Ort – im Gegensatz zum ZDF. Bis zum Beginn des Heute Journals um 21:45 Uhr spulte der Sender erst noch pflichtgemäß sein normales Programm herunter. Gotthard hieß der Spielfilm, er behandelt ein Bergdrama vor 150 Jahren – während in Berlin die Retter verzweifelt um das Leben Dutzender Menschen kämpften und die Leichen mit Tüchern bedeckten. Die Wohlfühltruppe des Zweiten auf dem Mainzer Lerchenberg lässt sich eben nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Offizielle Stellen sprachen schon längst von einem Anschlag, da klammerten sich die Macher beim ZDF noch verzweifelt an die Hoffnung, es könnte ja auch «ein Unfall gewesen sein». Bedingt durch den Herzinfarkt eines Lkw-Fahrers. Narkotika fürs Volk. Wohltemperierte Analysen Das von Marietta Slomka moderierte und von Elmar Theveßen kommentierte Heute Journal an jenem Abend wird als eine Art Nachrichten-Kabarett in die Fernsehgeschichte eingehen. Als Beleg dafür reichen schon ein paar Sätze. Slomka im ZDF-Studio Aber auch die ARD stellte einmal mehr unter Beweis, warum die Bürger gut daran tun, den öffentlich-rechtlichen Sendern mit Misstrauen zu begegnen. Zwei Tage nach dem Terroranschlag gab es eine Mahnwache vor dem Kanzleramt. Hunderte Menschen, darunter die AfD-Politiker Alexander Gauland und Björn Höcke, gedachten der Opfer. Bereits gegen 19 Uhr berichtete N24 live von dem stillen Protest. Doch wer sich an diesem 21. Dezember nur im Ersten informierte, erfuhr davon nichts. Weder die Tagesschau noch die Tagesthemen berichteten über die Mahnwache, die natürlich auch ein Protest gegen die Politik der Kanzlerin war. Stattdessen zeigten die ARD-Tagesthemen eine Demonstration linker Gruppen, angeführt vom Berliner Bündnis gegen Rechts. Reporterin Marie von Mallinckrodt: «Draußen sind die Berliner auf den Straßen. Sie demonstrieren gegen die rechte Instrumentalisierung und rassistische Hetze in unmittelbarer Nähe des Tatortes.» Natürlich ließ die Reporterin – der politischen Korrektheit der Programmmacher huldigend – auch einen Politiker zu Wort kommen. Der Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu von den Grünen nutzte seine Chance. Er sprach von «Zeichen setzen» und dass man «unser Land nicht den Nazis überlassen» wolle. Mallinckrodt war zufrieden: «48 Stunden nach dem Anschlag: Neben dem Sicherheitsgefühl spielen auch Solidarität und Gemeinsinn eine Rolle», kommentierte die ARD-Frau die Phrasen Mutlus. Lückenpresse vom Feinsten.

Die Angst der Frauen Multikultiland ist abgebrannt: Orientalische Machos nehmen sich, was sie wollen – keine ist mehr sicher. 57

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