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COMPACT-Spezial "Asyl unsere Toten"

Asyl, Unsere Toten Unsere Toten, Unsere Trauer

COMPACT

COMPACT Spezial _ Die Angst der Frauen Polizistin mit Eiern _ von Martin Müller-Mertens Eine deutsch-griechische Beamtin redet Klartext über den täglichen Terror moslemischer Parallelgesellschaften. Jetzt gerät sie ins Fadenkreuz der politisch korrekten Lobby. Seit Ende 2015 ist die 32-Jährige ein Medienstar wider Willen. Mit ihrem Buch Deutschland im Blaulicht hat sie sich den Frust von der Seele geschrieben: Über Gewalt und Respektlosigkeit männlicher Migranten, über islamische Parallelkulturen und deren patriarchalische Frauenverachtung. «Wir wollen ja alle immerzu politisch korrekt bleiben und bloß nichts Falsches sagen. Mir ist aber ein offenes Visier lieber als Scheinheiligkeit.» Nun steht die Beamtin auf politischem Glatteis – und die rot-grüne Lobby wetzt bereits die Messer. Tania Kambouri hätte einen leichteren Weg gehen können: Jung, hübsch, weiblich und aus einer Einwandererfamilie – perfekt, um als Alibi der Multikulti-Illusion herumgereicht zu werden. In den 1960er Jahren kamen die Großeltern als Gastarbeiter aus Griechenland nach Deutschland. «Man wollte ein bisschen Geld verdienen und dann schnell wieder in die Heimat zurück», erzählt Kambouri. Doch es kam anders. Die Eltern lernen sich in Herten im Ruhrgebiet kennen. Zwei Kinder hat das Paar, einen Sohn und eine Tochter – Tania kam 1983 in Bochum zur Welt. Früh musste sie kämpfen. «In der Realschule sagten uns die Lehrer, wir würden unser Abi eh nicht schaffen.» Doch damit wollte sie sich nicht abfinden. Gemeinsam mit ihrer türkischen Freundin Sükran meldete sie sich auf eigene Faust am Gymnasium an. «Wir haben einfach unser Ding durchgezogen.» 58 Mit ihrem Weckruf schaffte es Tania Kambouri vier Wochen auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Foto: picture alliance / Eventpress «Ich liebe es, Menschen zu helfen.» Wirklich wohl fühlt sie sich nicht im Schein der Kameras. Die Blicke aus großen braunen Augen verraten Unsicherheit. Die langen Haare sind unscheinbar zusammengebunden. «Ich wollte nicht in die Öffentlichkeit gehen, weil ich nicht präsent sein wollte und eine Polizistin bin, auf der Straße, und mehr nicht», sagt Tania Kambouri. Doch sie musste – für Deutschland, ihre Heimat. Seit zwölf Jahren arbeitet sie bei der Polizei, Bochum-Mitte ist ihr Revier. 2015 wurde sie zum Oberkommissar befördert. Es ist ihr Traumberuf. «Ich liebe es, Menschen zu helfen.» Leicht war es nie auf der Straße. Doch mit den Jahren wurde es immer schlimmer. «Mich haben auch genug Deutsche beleidigt und auch verletzt», sagt sie. Doch «die Probleme, die wir seit ein paar Monaten und einigen Jahren haben, die gab es vorher nicht. Mit muslimischen Migranten». Tania Kambouri sagt das mit Bestimmtheit, oft in unfertigen Sätzen. Die Wahrheit bricht aus ihr heraus. Manchmal ungelenk, doch immer voller Ehrlichkeit. Die Straßen ihrer Kindheit – das war Hamme, am nordwestlichen Ende der Bochumer Innenstadt. Die örtliche Glückauf-Bahn kündet von vergangenen Zeiten, als das Grubengold, wie Bochums bekanntester Sohn Herbert Grönemeyer den Bergbau einst besang, der Region Arbeit brachte. In den 1970er Jahren machte der Regisseur Peter Zadek mit seinem Sechs-Stunden-Stück Hamlet den Ort kurzzeitig überregional bekannt. Mittlerweile wurde die Gegend zum Ghetto. «Kleine alteingesessene Läden wurden nach und nach geschlossen, das Viertel ging im Laufe der Jahre immer weiter den Bach runter, und jeder, der die Möglichkeit dazu hatte, zog in bessere Stadtteile oder gleich ganz weg.» Heute fährt Tania Kambouri hier Streife. Wut im Bauch Im Sommer 2013 platzte Kambouri der Kragen. Bei einem Einsatz waren ihr wieder einmal Respektlosigkeit und offene Verachtung entgegengeschlagen. Mit einer Kollegin ging sie dem Hilfeersuchen eines Türken nach. «Als er uns zwei Frauen sah, wurde er laut und sprach mich in einem unfassbar

COMPACT Spezial _ Die Angst der Frauen unangebrachten Ton an, ich sollte gefälligst herkommen.» Ein paar Tage später saß Kambouri vor ihrem Computer. Noch nie hatte sie etwas veröffentlicht, nicht einmal einen Online-Kommentar. «Ich ließ meiner Wut freien Lauf.» Das Ergebnis schickte sie noch in der Nacht an die Gewerkschaftszeitschrift Deutsche Polizei. «Meine Kollegen und ich werden täglich mit straffälligen Migranten, darunter größtenteils Muslimen (Türken, Araber, Libanesen usw.) konfrontiert, welche nicht den geringsten Respekt vor der Polizei haben. Dabei fängt die Respektlosigkeit bereits im Kindesalter an», heißt es in dem Brief. «Wie sieht die Zukunft in Deutschland aus, wenn straffällige Migranten sich (weiterhin) weigern, die Regeln in ihrem Gast- beziehungsweise Heimatland zu akzeptieren?» «Ich sage meinen Freunden auch: Nehmt Pfefferspray mit, schützt Euch.» «Das ist nur ein Leserbrief, den keiner lesen wird», dachte sie sich damals. Doch es kam anders. Unzählige Nachrichten gingen in ihrem Mail-Postfach ein, alle «durchweg positiv». Ein Unbekannter schickte per Botendienst einen Blumenstrauß an die Wache. «Geben Sie nicht auf, die Bochumer werden es Ihnen danken», stand auf der Grußkarte. Kambouri wurde zur Hoffnungsträgerin. 450 Polizisten jubelten ihr Anfang 2014 bei einer Podiumsdiskussion in der Dortmunder Westfalenhalle zu. «Dabei will ich doch gar nicht bekannt werden.» Gut anderthalb Jahre später wagte sie erneut den Sprung in die Öffentlichkeit. Vielleicht, weil «sich bis heute nichts geändert hat. Null», wie sie entrüstet feststellte. Vielleicht, weil ihre Mutter ihr als «meine persönliche ”Psychotherapeutin”» Kraft gab. Vielleicht, weil Deutschland sie braucht. «Meine deutschen Kollegen scheuen sich, ihre Meinung über die straffälligen Ausländer zu äußern, da sofort die alte Leier mit den Nazis anfängt.» Dass der Nazi- Knüppel auch sie treffen könnte, hat die Deutsch- Griechin wohl gespürt. Immer wieder distanziert sie sich von allem, was als rechts gelten könnte. Nur keine neue Sarrazin-Debatte! Das ging sogar ihrer Freundin Sükran zu weit. «Als sie das Buch gelesen hat, hat sie nur gemeint: Warum rechtfertigst Du Dich 20.000 mal? Einmal reicht. Aber die Gesellschaft will es einfach so», berichtet Kambouri. Sie ist eben kein glatter PR-Profi, nur eine Polizistin, die nicht mehr schweigen will. Die Angst der alteingesessenen Einwanderer Die Deutsch-Griechin klingt noch immer fassungslos, wenn sie von ihrem Alltag in den Parallelgesellschaften berichtet. «Sie benehmen sich, als wäre es nicht ihr Staat, als wären sie hier nicht willkommen. Dabei weiß ich als Tochter einer griechisch-stämmigen Familie, dass jeder in Deutschland eine Chance hat, etwas zu werden – auch wenn man ausländisch aussieht.» Doch dieses Deutschland ist in Gefahr – und die Polizistin fühlt sich machtlos. «Ich sage meinen Freunden auch: Nehmt Pfefferspray mit, schützt Euch. Es wird alles schlimmer werden.» Kambouri spürt wohl, wie das multikriminelle Milieu gerade auch Einwanderer in Deutschland bedroht, weil die Reaktionen so oft die Herkunft der Intensivtäter mit Migrationshintergrund 3% 2% 11% 5% 46% Türken Araber Bosnier Kosovaren Sonst. Orientale Sonstige Grafik: COMPACT 33% Quelle: Rausch, «Migration und Kriminalität. Rechtsstaatliche und kriminologische Aspekte und Lösungsansätze für eine erfolgreiche Integration.» In den Talkshow-Arenen fühlt sich Kambouri bis heute unwohl. Erst nach Erscheinen ihres Buches Deutschland im Blaulicht wagte sie sich regelmäßig in die Öffentlichkeit. Foto: Screenshot Youtube 59

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