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COMPACT-Spezial "Asyl unsere Toten"

Asyl, Unsere Toten Unsere Toten, Unsere Trauer

COMPACT

COMPACT Spezial _ Die Angst der Frauen Polen in Deutschland Wie viele Polen heute in der Bundesrepublik leben, ist aufgrund unterschiedlicher Definitionen von Polen und deutschen Aussiedlern in den Statistiken nur ungenau zu erfassen. 2013 lebten in Deutschland 609.855 Menschen, die ausschließlich die polnische Staatsbürgerschaft hatten. Der größte Teil kam als Arbeitsmigranten. Mittlerweile siedeln sich aber auch zunehmend Polen in von Leerstand betroffenen grenznahen Orten in Brandenburg und Vorpommern an. Stadtzentrum von Reutlingen. Foto: Stadtverwaltung Reutlingen Keine politischen Korrektheiten: Auf ihrer Trauerkundgebung erinnerten die Reutlinger Polen auch an die Schlacht am Kahlenberg – den Sieg eines deutsch-polnischen Heeres während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683. Fotos: Maciej Wieteska Nun wäre nicht von vornherein auszuschließen, dass sich Jolanta kurzzeitig auf eine Liaison mit dem deutlich jüngeren Halef eingelassen hätte. Die polnische Boulevardzeitung Super Express – die sich unter anderem durch die Veröffentlichung von Skandalen einen Namen gemacht hat – glaubt jedoch nicht an die Version von Polizei und deutscher Politik. Bereits am 26. Juli 2016 zitierte das Blatt Rafal Sobczaks vom Warschauer Außenministerium. Nach dessen Angaben verfügt die deutsche Polizei über detaillierte Kenntnisse zum Motiv des Täters, verschweigt die Fakten aber mit Verweis auf das Persönlichkeitsrecht. Die Zeitung Fakt recherchierte die Vorgeschichte des Mordes. Ihr zufolge war Halef arbeitslos, lungerte jedoch regelmäßig mit Landsleuten in dem Lokal herum. Immer wieder soll er Jolanta belästigt haben. Wiederholt schmissen ihn angeblich Imbiss-Mitarbeiter deshalb raus, schließlich bekam er sogar Hausverbot. Gut möglich, dass sich der Asylforderer deshalb in seiner sogenannten Ehre gekränkt fühlte. «Die Probleme sind das Resultat von Multikulti-Politik.» Innenminister Blaszczak Wenige Tage nach der Bluttat servierte Bild eine weitere Lüge: Demnach sei das Opfer schwanger gewesen, schreibt das Blatt – obwohl die Obduktion bereits zuvor das Gegenteil bewiesen hatte. Zugleich präsentierte die Springer-Zeitung eine rührselige Liebesgeschichte zwischen Täter und Opfer. Der in Reutlingen lebende Pole Paul Owedyk erinnerte sich zwar, dass Jolanta tatsächlich öfter mit einem Syrer telefonierte. Doch dabei soll es sich um einen Kollegen – und damit gerade nicht um Halef – gehandelt haben. Jolanta beschrieb er als «fröhlich, freundlich und immer lächelnd». Hinweise auf Probleme konnte er nicht erkennen. Zweifel aus Warschau Nicht nur polnische Medien interessierten sich für den Fall. Auch die Staatsanwaltschaft des Landes ermittelte – offenbar traute die Warschauer Justiz angesichts der möglichen Vertuschungen den baden-württembergischen Kollegen nicht über den Weg. Jedenfalls erklärten sowohl Vize-Justizminister Zbigniew Ziobro als auch die Generalstaatsanwaltschaft, dass die offizielle Version der Bluttat nicht der Wahrheit entspreche. Die EU-kritische Oppositionspartei Kukiz’15 forderte, den Mörder nach Polen auszuliefern, damit er seine Strafe nicht in einem «deutschen Luxusgefängnis» absitzen kann. Zwischenzeitlich wurde in Polen eine Petition vorbereitet. Damit sollte die Regierung gezwungen werden, in diesem Fall juristisch gegen deutsche Medien vorzugehen, da diese vorsätzlich Falschinformationen verbreiteten. Doch weshalb hielten die schwäbischen Behörden stur an ihrer Version einer Beziehungstat fest? Ein Verdacht drängt sich auf: Der brutale Messermord soll als tragischer Einzelfall, keinesfalls jedoch als Teil der zunehmenden Gewaltausbrüche muslimischer Asylbetrüger im Gedächtnis bleiben. Eine Schönfärberei, die in Polen Verärgerung auslöste. Aus Sicht von Innenminister Mariusz Blaszczak gibt es «keinen Zweifel daran, dass die Probleme, mit denen sich jetzt unsere Nachbarn rumschlagen, das Resultat einer jahrzehntelangen Migrationspolitik sind, das Resultat von Multikulti-Politik». Ausländerkriminalität in Deutschland Stand 2012 30,8 28,5 Vergewaltigung Mord/Totschlag 29,3 29,8 Diebstahl/Unterschlagung Raub/Erpressung Anteil der Ausländer in Prozent Quelle: Statistisches Bundesamt Grafik: COMPACT 66

Die Vertreibung aus dem Paradies _ von Jürgen Elsässer Migrantengangs terrorisieren die Stadt, Frauen sind Freiwild. Der Mord eines Asylanten an Maria L. hat deutlich gemacht: Ausgerechnet in Freiburg, dem Biotop der achtundsechziger Utopien, sind heute diejenigen schutzlos, deren Befreiung sich die Linke immer auf die Fahnen geschrieben hatte. Sind es immer die Besten, die zuerst geschlachtet werden? Maria L. verkörperte alles, was wir an unseren Frauen schätzen: Die 19-jährige Medizinstudentin war nicht nur hübsch, sondern auch gebildet und wissbegierig. Im Internet kursierende Fotos zeigen sie mit einem Lachen, das Lebenslust und eine unschuldige Zuversicht bezeugt. Ihre Jugend muss behütet gewesen sein: Sie stammte aus einer wohlhabenden Familie, ihr Vater ist hoher EU-Beamter und in der Kirche aktiv. In der Todesanzeige schreiben die gläubigen Eltern: «Maria war 19 Jahre lang ein einziger Sonnenschein für uns, und das wird sie bleiben. Wir danken Gott für dieses Geschenk, das Er uns mit ihr gemacht hat. Wir sind gewiss, dass sie es bei Ihm gut hat.» Die christliche Caritas war Maria ein Herzensanliegen, sonst hätte sie sich nicht in der Flüchtlingshilfe engagiert. Sie fragte nicht nach Politik, sie fragte nicht nach dem Sinn offener Grenzen, sie wollte nicht wissen, ob einer sich Asyl erschwindelt hat oder nicht. Sie wollte einfach helfen. So war sie eben: eine gute Seele. «Geräusche wie ein Tier» Doch gerade diese Gutherzigkeit wurde ihr zum Verhängnis: Am 16. Oktober 2016 gegen drei Uhr nachts wurde sie auf dem Heimweg von einer Studi-Party auf einem Radweg in der Nähe des Fußballstadions vergewaltigt und anschließend in die vorbeifließende Dreisam geworfen. Ob sie ihren mutmaßlichen Mörder persönlich gekannt hat, ist zwar noch offen. Aber Tatsache ist, dass es sich bei dem vermeintlich 17-jährigen Afghanen um einen Asylbewerber handelt, der vor 15 Monaten über die Grenze kam. Eine Freiburger Pflegefamilie bot diesem Hussein K. ein Zuhause, er saß mit den Leuten am Esstisch und genoss ihre Gastfreundschaft. Wie müssen sich diese Großherzigen jetzt fühlen, nachdem sich das angebliche Bürgerkriegsopfer als brutaler Täter entpuppt und ausgerechnet ein Mädchen ins Jenseits befördert hat, das sich für Seinesgleichen einsetzte? Werden sie sich an Äsops Fabel erinnern, in der ein Bauer eine im Frost halberstarrte Schlange fürsorglich an seiner Brust gewärmt hatte – und zum Dank totgebissen wurde? So sieht sich das bunte Freiburg gerne: Christopher Street Day 2016. Foto: picture alliance / dpa Gerade ihre Gutherzigkeit ist Maria zum Verhängnis geworden. 67

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